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Corona im Sport | Sachsen"TeamSportSachsen" kritisiert geplanten Zuschauer-Regeln und fordert Finanzhilfen

Stand: 10. Januar 2022, 12:39 Uhr

Die Initiative "TeamSportSachsen" - ein Zusammenschluss von 24 Profisport-Vereinen aus dem Freistaat - hat sich einmal mehr mit deutlichen Worten an die Politik gewandt. Sie fordern eine Rückkehr der Zuschauer in die Hallen und Stadien und wünschen sich Gleichbehandlung. Zudem benötigen sie wegen der Einnahmeverluste und der Etatplanungen weitere Finanzhilfen.

Seit dem 22. November ist es ruhig in den Hallen und Stadien der sächsischen Sportvereine. Die Corona-Verordnung des Landes hat Zuschauer verboten. Nun soll es mit der neuen Schutzverordnung, die ab 14. Januar gelten soll, wieder geringfügige Lockerungen geben. Demnach könnten voraussichtlich maximal 250 Personen zu einer Sportveranstaltung gehen. Zu wenig, findet die Initiative "TeamSportSachsen", die sich zudem gegenüber anderen Bereichen benachteiligt sieht. Die Zahlen hätten "negativ überrascht", sagt Ulrich Wolter, Vorstandsmitglied vom RB Leipzig e.V.

Walsdorf fordert Gleichbehandlung

So sollen bei Messen etwa 1.000 Besucher zugelassen werden. "Wo bitte ist die Gleichbehandlung?", wird Maik Walsdorf, der Geschäftsführer des Eishockey-Zweitligisten Dresdner Eislöwen in der Morgenpost (10.01.2022) zitiert. Walsdorf und seine Mitstreiter verweisen einmal mehr auf die Konzepte, die die Vereine erstellt haben. Die hätten sich bewährt. Zudem gab es eine Studie, die Fans bei Sportveranstaltung unter entsprechenden Vorgaben für vertretbar hält.

Die Forderungen von "TeamSportSachsen" sehen eine Auslastung von 1.000 Menschen in Hallen und 2.000 im Freien vor. Dabei gehe es nicht nur um Fans, sondern auch um Sponsoren, die die Spiele besuchen - als Gegenleistung für ihre finanziellen Zugaben. Denn mit Blick auf die Etatplanungen für die anstehenden Lizenzierungen könnte das zu einem Problem werden. "Es steht unsere Existenz auf dem Spiel", so Walsdorf.

Maik Walsdorf Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Fortbestand der Vereine steht auf dem Spiel

Daneben fordern die Vereine auch weitere Finanzhilfen vom Freistaat. "Wir brauchen kurzfristig und unbürokratisch zur Sicherung der Liquidität eine finanzielle Soforthilfe für den Sport. In Bundesländern wie Thüringen, Schleswig-Holstein oder Mecklenburg-Vorpommern wurden entsprechende Beschlüsse bereits gefasst", erklärte Sandra Zimmermann, Geschäftsführerin des deutschen Volleyball-Meisters Dresdner SC, den Dresdner Neuesten Nachrichten.

"Wirtschaftlich solide zu planen heißt, dass unsere Teams künftig sportlich nicht mehr wettbewerbsfähig sein werden. Sportlich solide zu planen heißt, dass wir Stand jetzt extreme wirtschaftliche Risiken eingehen müssten. Das kann niemand vertreten. Der sächsische Profisport droht von der Bildfläche zu verschwinden", so Zimmermann weiter. Ein Soforthilfedarlehen (zehn Prozent des zur aktuellen Saison eingereichten Umsatzes) wird gefordert, zudem soll die Beihilfegrenze auf 2,3 Millionen erhöht werden.

Vereinen droht zweistelliger Millionenverlust

Konkrete Zahlen zur Situation brachte Karsten Günther vom Handball-Bundesligist SC DHfK Leipzig ins Spiel: "Allem bis zum 9. Januar hat das exklusiv in Sachsen verhängte Zuschauerverbot zu einem wirtschaftlichen Schaden von rund 6,5 Millionen Euro bei unseren Vereinen geführt - und da reden wir nur über eine 50-prozentige Auslastung als Bezugsgröße. Machen wir so weiter, steuern wir bis zum Saisonende auf die Zahl von 25 Millionen Euro zu."

SFV-Präsident Winkler unterstützt die Forderungen

Auch der Präsident des Sächsischen Fußballverbandes Hermann Winkler unterstützt die Forderungen: "Eine willkürlich festgelegte Zuschauerzahl von 250 Personen kann nicht die Lösung für den Fußball sein. Ich fordere eine logische Zahl, mindestens die 1.000 wie bei Messen bzw. eine den örtlichen Möglichkeiten entsprechende hälftige Auslastung."

Hermann Winkler, Präsident des Sächsischen und des Nordostdeutschen Fußballverbandes Bildrechte: imago images/Picture Point

Auch der Amateursport müsse wieder zum Leben erweckt werden und das mit gleichen Voraussetzungen. "Sport dient der Gesundheit und kann einen großen Beitrag zur Eindämmung der Pandemie leisten. Dies wollen die Sportvereine endlich wieder beweisen. Dass Kinder, Jugendliche und Erwachsene wieder zum Training dürfen wird höchste Zeit. Die regionale Zerstückelung gerade auch innerhalb Sachsens durch die neue Verordnung entsprechend der regionalen Zahlen macht es Ehrenamtlichen wieder besonders schwer", so Winkler.

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red

Dieses Thema im Programm:MDR FERNSEHEN | MDR Sachsenspiegel | 10. Januar 2022 | 19:00 Uhr

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