IOC | Sommerspiele in Tokio 2021 Termin mit dem IOC: Wie verschiebt man eigentlich Olympische Spiele?

"Hinter jeder großen Frage stehen ganz viele kleine" sagt IOC-Mediendirektor Christian Klaue im Gespräch mit "MDR aktuell". Das Nachrichtenradio sprach mit Klaue über die Kritik am Internationalen Olympischen Komitee (IOC) und die Verschiebung der Olympischen Spiele 2020.

Olympia 2021 in Tokio soll dem gleichen Zeitplan folgen wie die eigentlich für dieses Jahr geplanten Spiele. Diesen Beschluss fassten die Koordinierungskommission des Internationalen Olympischen Komitees und die Organisatoren in einer Sitzung am Donnerstag.

Es geht um Arenen, Dorf und Hotels

Auf dieser Basis sollen auch die Wettkampfstätten wie ursprünglich geplant zur Verfügung stehen, hieß es in einer Mitteilung. IOC-Mediendirektor Christian Klaue sagte im Gespräch mit "MDR aktuell": "Wir arbeiten daran, dies betrifft auch die temporären Sportstätten". Aber nicht nur die Arenen für den Sport werden verhandelt. "Es geht auch um das olympische Dorf und die Unterkünfte für die Offiziellen". So sei das olympische Dorf für 2021 bereits verkauft. Das IOC will mit den insgesamt elf Bauunternehmern sprechen. Rund 40.000 Hotelplätze müssten neu gebucht werden. Man stehe bei den Gespräche ganz am Anfang, so Klaue: "Das Puzzle muss komplett neu zusammengesetzt werden."

Videokonferenz mit John Coates und Yoshiro Mori
Am Donnerstag hatte die IOC-Koordinierungskommission und die Olympia-Organisatoren zu einer Pressekonferenz eingeladen. Bildrechte: imago images/Kyodo News

"Hinter jeder großen Frage stehen ganz viele kleine", berichtet der langjährige Vertraute des deutschen IOC-Präsidenten Thomas Bach. So müsste zum Beispiel abgeklärt werden, ob die mehreren tausend Mitarbeiter des Tokioer Organisationskomitees auch 2021 zur Verfügung stünden.

Christian Klaue
IOC-Mediendirektor Christian Klaue Bildrechte: imago/Camera 4

Bei den Sportlern ist die Sache aus IOC-Sicht zunächst einmal so: "Alle, die sich bereits qualifiziert haben, dürfen teilnehmen". Einschränkung: Wenn das Nationale Olympische Komitee den Sportler oder die Sportlerin auch nominiere. 57 Prozent der Athleten sind bereits qualifiziert. Beim Rest werden die Quali-Kriterien neu verfasst.

Die Sommerspiele in Tokio sollten eigentlich vom 24. Juli bis 9. August ausgetragen werden, waren wegen der Coronavirus-Pandemie jedoch auf das nächste Jahr verschoben worden. Neuer Eröffnungstermin ist nun der 23. Juli 2021.

Klaue verteidigt Bach

Den scheinbar späten Zeitpunkte der Verschiebung durch IOC-Chef Bach verteidigte Klaue: "Es dauerte insgesamt nur neun Tage. Dem gingen umfangreiche Konsultation mit dem Gastgebern, den Nationalen Olympischen Komitees, den Sommersport-Verbänden und den Athleten voraus." Die Verschiebung koste das IOC "mehrere hundert Millionen Dollar". Dass das Corona-Virus sich gerade in Japan immer mehr ausbreite, Ministerpräsident Abe verhängte den Notstand, kommentierte Klaue so: "Wir halten weiter eine Task Force mit der Weltgesundheitsorganisation aufrecht und halten uns an die Maßgaben der WHO."

Thomas Bach und Shinzo Abe
IOC-Präsident Thomas Bach (li.) und Japans Ministerpräsident Shinzo Abe (re.) Bildrechte: imago images/Kyodo News

dpa/cke/red

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 18. April 2020 | 16:17 Uhr

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