Radsport Thüringen-Rundfahrt der Frauen - zwischen Aufwertung und Anspannung

Viel Schweiß, viel Grips, viele Telefonate und viele positive Signale - gut zwei Monate vor dem geplanten Start der Thüringen-Rundfahrt der Radsportlerinnen freut sich Orgachefin Hohlfeld auf die 33. Auflage. Doch es gibt auch noch Sorgen und Fragezeichen.

Rund zehn Wochen noch, dann soll die Thüringen Rundfahrt mit den weltbesten Radsportlerinnen starten. Doch Vera Hohlfeld, Organisatorin der Sechs-Tages-Tour, ist schon jetzt in höchster Anspannung. "Ich kann kaum noch schlafen", gesteht die ehemalige Weltklasse-Fahrerin im "SpiO"-Talk am Mittwoch (17.3.2021).

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SpiO Talk mit Vera Hohlfeld (Organisatorin) 20 min
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Aufstieg in die zweithöchste Kategorie

Dabei kann die ehemalige Weltklasse-Athletin viel Positives berichten: Die Tournee kann vom 25. Mai bis 30. Mai stattfinden, zudem wurde die sechstägige Tour vom Weltverband UCI in die zweihöchste Kategorie, die Pro-Serie, hochgestuft, alle Etappenstädte sind an Bord geblieben, und auch von den Sponsoren gibt es überwiegend positive Zeichen.

"Ich könnte jeden Tag heulen"

Dennoch: Die Unsicherheit gerade in den Tagen steigender Corona-Inzidenzzahlen bleibt. Am Mittwoch meldete das Robert-Koch-Institut für Thüringen 173 Neuinfektionen pro 100.000 Einwohner für die letzten sieben Tage. "Ich bin ein emotionaler Mensch und könnte jeden Tag heulen", bekennt Hohlfeld. "Das mache ich aber nicht. Ich gehe positiv ran. Profisport darf stattfinden, Biathlon hat auch stattgefunden. Wir müssen Geld zusammenbringen, aber dann rollt das. Wir schauen nach vorn. Wir sind optimistisch."

Vera Hohlfeld
Vera Hohlfeld: "Ich gehe positiv ran" Bildrechte: IMAGO

Hygienekonzept: "Bubble" für den Tour-Tross

Damit die Rundfahrt nicht doch noch von den Corona-Zahlen gestoppt wird, haben die Veranstalter ein 20-seitiges Hygienekonzept entwickelt. Alle Fahrerinnen fahren die Tour in einer Art „Bubble“, werden regelmäßig getestet und alle einem Hotel untergebracht. Zuschauer im Start-Ziel-Bereich sind nicht zugelassen.

17 statt 35 Teams

Hohlfeld freut sich auf die absolute Weltspitze. "Wir hätten mit 35 Teams fahren können, so viele Bewerbungen hatten wir", verrät sie. "Wir haben aber nicht unendlich Budget, wir bleiben bei 17 Teams. Aber alles was Rang und Namen hat, ist dabei. Die Mädels brauchen vor Olympia Rennen."

"Gänsehaut pur" am Hanka-Berg

Und die dürfen sich auf eine anspruchsvolle Tour freuen. Der Startschuss soll am 25. Mai in Schmölln fallen, zudem sind auch Gera (26. Mai), Schleiz (27. Mai), Dörtendorf (28. Mai), Weimar (29. Mai) und das Finale in Gotha (30. Mai) vorgesehen. Ein Höhepunkt dürfte dabei der Hanka-Berg in Dörtendorf mit 16 Prozent Steigung sein. "Was dort gewachsen ist, ist Wahnsinn. Das ist Gänsehaut pur. Da stehen die Namen auf der Straße, die Menschen sind begeistert. Das kann man vergleichen mit der Tour de France." Und so mischt sich in die Anspannung bei Hohlfeld vor allem ein Gefühl: Riesige Vorfreude.

Dirk Hofmeister

Dieses Thema im Programm: MDR+ | "SpiO"-Talk | 17. März 2021 | 11:00 Uhr

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