Turnen Olympia-Dritte Scheder erwägt Karriereende ohne Trainerin Frehse

Die Chemnitzer Turnerin Sophie Scheder beschäftigt sich mit einem baldigen Karriereende, wenn ihre langjährige Trainerin Gabriele Frehse sie auch in Zukunft nicht mehr betreuen darf.

Sophie Scheder GER bereitet sich am Stufenbarren vor.
Sophie Scheder Bildrechte: IMAGO / Pressefoto Baumann

"Ich würde schon sagen, dass ich ohne Gabi hier in Chemnitz nicht mehr bleiben werde und wahrscheinlich meine sportliche Karriere sonst beenden würde", sagte die Olympia-Dritte von 2016 in Rio de Janeiro am Freitag in einem Interview bei "Sky Sport News".

Frehse nach schweren Vorwürfen gekündigt

Die 24-Jährige hatte nach Knie- und Schulterverletzungen die Qualifikation für die Spiele in Tokio verpasst. Zudem konnte sie seit Monaten nicht mehr von ihrer Trainerin betreut werden. Nachdem ehemalige Schützlinge Gabriele Frehse unter anderem Schikane und unerlaubte Medikamentengabe vorgeworfen hatten, war der Trainerin vom Olympiastützpunkt gekündigt und von der Stadt ein Hallenverbot ausgesprochen worden. Die 60-Jährige geht dagegen juristisch vor.

die Turntrainerin Gabriele Frehse, TuS Chemnitz, mit ihrem Schützling Turnerin Sophie Scheder
Turntrainerin Gabriele Frehse (re.) mit ihrem Schützling Sophie Scheder. (Archiv) Bildrechte: imago images/Matthias Rietschel

Der Deutsche Turner-Bund (DTB) untersagte eine Betreuung von Kaderathleten durch die Trainerin und lehnte eine Mediation mit dem Verweis auf das laufende Verfahren ab. Sophie Scheder bezeichnete es in dem Sky-Magazin "#TeamTokio" als "Härteschlag", dass sie die Vorbereitung auf die Olympia-Qualifikation ohne ihre Trainerin absolvieren musste.

Karrierefortgang abhängig von Situation in Chemnitz

Eine professionelle Vorbereitung sei so "meiner Meinung nach unmöglich". Im Interview sagte die gebürtige Wolfsburgerin: "Das war der große Knackpunkt, warum es neben den Verletzungen nicht für Tokio gereicht hat." Wegen der Unsicherheit über die künftigen Bedingungen in Chemnitz könne sie derzeit noch keine Aussagen zu ihrer Zukunft treffen. Sie liebe das Turnen und wolle super gerne weitermachen. "Was ein großes Thema ist, wie es hier in Chemnitz weitergeht. Danach richte ich tatsächlich meine Entscheidung", sagte die Stufenbarren-Spezialistin.

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dpa

2 Kommentare

MeyerZwo vor 22 Wochen

Was für ein trauriges Ende einer sportlichen Karriere wäre es, wenn Frau Scheder unter diesen beschämenden Umständen ihre Laufbahn beenden müsste? Frau Scheder nicht nur aus sportlichen Gründen ziehe ich den Hut vor ihnen. Sie haben auch als viele Menschen genau wussten, wer gut oder böse in Chemnitz ist, eine klare Haltung gezeigt, sich nicht dem öffentlichen Druck gebeugt, sondern ihre Position deutlich gemacht. Eine Tugend, die in den Reihen des DTB, von Außenstehenden häufig schmerzlich vermisst wird. Ihnen alles Gute !

cherry1966 vor 22 Wochen

Schade - aber mit Ansage: Wie auch immer die Entscheidung ausfällt, alles Gute für die Zukunft Sophie.
Der DTB scheint super aufgestellt, wenn er sich sich einen solchen Abgang von Spitzenturnerinnen leisten kann!