Turnen Vereinschef lehnt Entlassung von Trainerin Frehse ab

Der Präsident des Turnvereins Chemnitz-Altendorf wehrt sich gegen die Entlassung von Trainerin Gabriele Frehse und sieht sie als Bauernopfer. Der Deutsche Turnerbund fordert nach einem Gutachten eine Trennung.

Die Deutsche Frauen-Trainerin Gabriele Frehse.
Gabriele Frehse Bildrechte: dpa

Der Vereinspräsident der TuS Chemnitz-Altendorf, Franz Munzer, hat den Deutschen Turner-Bund für seine Aufarbeitung der Vorkommnisse am Olympiastützpunkt Sachsen kritisiert. Zudem wehrt er sich gegen die vom DTB geforderte Entlassung der Chemnitzer Trainerin Gabriele Frehse. "Ein völlig überforderter Deutscher Turner-Bund, der glaubt, mit einem Bauernopfer Frehse wieder für Ruhe im Laden zu sorgen! Dies wird so nicht passieren", sagte Munzer dem Turn-Portal "gymmedia.de".

Verein behält sich gerichtliche Schritte vor

Gabi Frehse und Pauline Schäfer
Gabriele Frehse (li.) und Pauline Schäfer Bildrechte: imago images / HärtelPRESS

Danach hätten Chemnitzer Vertreter im Gespräch mit dem DTB am vergangenen Freitag deutlich gemacht, dass sie das Ergebnis der vom DTB beauftragten Untersuchung "nicht anerkennen, weitere, notfalls auch gerichtliche Schritte gehen werden". Zudem werde der Verein nicht zulassen, dass Frehse "wie eine Aussätzige vom Hof gejagt wird", sagte Munzer. Die Untersuchung durch eine Frankfurter Kanzlei bezeichnete er als "zweifelhaft". Er betonte auch: "Ohne Frau Gabriele Frehse wird es kein hochqualitatives Spitzenturnen mehr in Chemnitz geben".

"Schwerwiegende Pflichtverletzungen"

Der DTB hatte am Freitag mitgeteilt, er halte nach dem Bericht einer unabhängigen Kanzlei "schwerwiegende Pflichtverletzungen" von Frehse für erwiesen. In einer Stellungnahme hatte der Verband die Beendigung des Arbeitsverhältnisses der Trainerin durch den Olympiastützpunkt Sachsen gefordert. Ex-Weltmeisterin Pauline Schäfer und weitere Turnerinnen hatten Frehse vorgeworfen, sie im Training schikaniert, Medikamente ohne ärztliche Verordnung verabreicht und keinen Widerspruch zugelassen zu haben. Frehse bestritt dies.

dpa

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 25. Januar 2021 | 14:40 Uhr

16 Kommentare

Dreiecker vor 20 Wochen

Es ähnelt der Nachwendezeit als die DHFK zugunsten der Kölner Sporthochschule rasiert wurde. Wer weiß wer davon provietieren wird wenn der Chemitzer Stützpunkt kleiner gehalten wird.

skydiver-sr vor 20 Wochen

Sie hat doch bis jetzt gute Arbeit geleistet.
Und jetzt kommen zwei und beschweren sich...
Wieviele hat sie denn trainiert ,die sich nicht beschwerten?
Goldmedaillen gibt es nun mal nicht im Sanatorium,die Konkurrenz trainiert auch-viel härter.
Ich weiß so ein bisschen wovon ich rede

Kaputtke vor 20 Wochen

In meiner Brust schlagen beim/nach dem Lesen 2 Herzen.
Erstens, könnte es sein, dass hier ein sehr erfolgreicher Ost - Verein um eine Fachkraft gebracht und damit Konkurrenz ausgeschaltet werden soll?
Zweitens, wie in einigen Kommentaren zu lesen muss man sich quälen sonst wird nichts. Richtig, aber es gibt auch Grenzen und die beginnen nicht erst, wenn es um die Unversehrtheit des Körpers und der Seele geht. Wenn Grenzen überschritten wurden, dann muss darauf reagiert werden. Dazu ist ein Verband verpflichtet! Es täte gut, wenn Frau Frehse etwas Einsicht zeigen würde, das könnte die Situation etwas entschärfen. Zumal Kinder/Sportler heute (leider) beim Punkt "sich für etwas quälen" nicht mehr die sind, die sie früher waren, kann man gut finden oder das Gegenteil.