Skispringen | Vierschanzentournee Eisenbichler schrammt am Sieg im Neujahrsspringen vorbei

Markus Eisenbichler hat den ersten deutschen Tagessieg bei der Vierschanzentournee nur hauchdünn verpasst. Der Siegsdorfer musste sich am Neujahrstag nur dem einmal mehr überragenden Japaner Ryoyu Kobayashi geschlagen geben.

Markus Eisenbichler 2 min
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Einen Tag nach seinem Sieg in der Qualifikation stellte Markus Eisenbichler mit Sprüngen auf 141 und 143,5 Meter seine stark aufsteigende Formkurve unter Beweis. Nur Ryoyu Kobayashi war wieder nicht zu schlagen. Nach seinem Auftaktsieg in Oberstdorf gewann der Japaner erneut und nimmt damit Kurs auf seinen zweiten Titel bei der Vierschanzentournee. Der 25-Jährige flog am Samstag 143 und 135,5 Meter und lag am Ende 0,2 Punkte hauchdünn vor Eisenbichler. Das Podium komplettierte Lovro Kos aus Slowenien.

"Ich bin zufrieden, voll geil"

Markus Eisenbichler in Aktion
"Voll geil". Markus Eisenbichler konnte mit seinem Auftritt mehr als zufrieden sein. Bildrechte: dpa

"Telemark habe ich mich nicht getraut, da unten habe ich keine Linie mehr gesehen", sagte Eisenbichler im ZDF: "Aber ich bin zufrieden, voll geil." Im zweiten Durchgang blieb der Siegsdorfer nur einen halben Meter hinter dem Schanzenrekord. "Gratulation, das war ein toller Wettkampf von ihm", lobte Bundestrainer Stefan Horngacher.

Geiger nur auf Platz sieben

Karl Geiger beim Skisprung.
Karl Geiger musste das Gelbe Trkot an Ryoyu Kobayashi abgeben. Bildrechte: IMAGO / opokupix

Deutschlands Tournee-Hoffnung Karl Geiger (130 und 127,5 Meter) belegte den siebten Platz und verlor damit erstmals in diesem Winter das Gelbe Trikot des Gesamtweltcupführenden. Bei der Tournee ist der Rückstand auf Kobayashi weiter gewachsen. "Ich bin ehrlich gesagt stinkesauer", sagte Geiger, der mit dem reichlich Rückenwind haderte, enttäuscht: "Grundstimmung: sauer."

Wellinger verbessert

Stephan Leyhe, in Oberstdorf Neunter, durfte als Zehnter wieder zufrieden sein. Constantin Schmid belegte nach einem schwachen zweiten Sprung Rang 20. Andreas Wellinger startete derweil mit einem kleinen Erfolgserlebnis ins neue Jahr. Nachdem der Olympiasieger die Qualifikation beim Tournee-Auftakt noch verpasst hatte, landete der Oberbayer auf dem 22. Platz. Ex-Weltmeister Severin Freund sammelte als 28. noch Weltcup-Punkte.

Hamann scheitert in Qualifikation

Nicht in den zweiten Durchgang kamen indes Pius Paschke (30.), der sein Duell verlor, sowie Justin Lisso (43.) und Felix Hoffmann (46.), die sich über die Nationale Gruppe qualifiziert hatten. Der Auer Martin Hamann war bereits in der Qualifikation gescheitert, sein Teamkollege Richard Freitag wurde für das Neujahrsspringen nicht berücksichtigt.

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red/sid/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR AKTUELL | 01. Januar 2022 | 19:30 Uhr

4 Kommentare

W.Merseburger vor 31 Wochen

Ich glaube schon, dass die Sache (Anlaufverkürzung) nach Eichenbichlers 2. Sprung vielleicht richtig aber extrem unfair war. Da gab es einmal einen Dieter Thoma aus dem Schwarzwald, mit dem ist man ähnlich verfahren. Was mir aber an dem ZDF sehr gefällt, ist die unglauglich sachliche Berwertung der Leistungen aller Springer durch Toni Innauer!

hansfriederleistner vor 31 Wochen

Die deutschen Springer sind in hervorragender Form. Das zeigt das Ergebnis der ganzen Mannschaft. Die anderen Länder haben aber auch gute Springer. Und die Sprüche kommen von den Medien.
Ich würde ihnen raten mal auf den Sprungturm zu steigen um die Höhe und Weite zu sehen. Anschließend (ohne Stöcke) den Aufsprunghang runterfahren.

megaboss vor 31 Wochen

Der Krebsschaden bei uns ist, daß die Medien im Vorfeld schon wieder den Sieg prophezeien und damit einen Druck auf die Springer ausüben.
Laßt die Springer doch mal in Ruhe sich auf den Wettkampf vorbereiten ohne diese Stimmungsmache.