Leichathletik Diskuswerfen: Wierig und Wrobel wollen das Olympia-Ticket

2019 hatten Martin Wierig und David Wrobel bei der Deutschen Meisterschaft einen Doppelsieg gefeiert. Am Sonntag wäre das die halbe Miete für das Olympia-Ticket. Doch die Voraussetzungen bei beiden sind unterschiedlich.

SpiO Talk mit Martin Wierig (Diskuswerfer) und David Wrobel (Diskuswerfer) 36 min
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Sport im Osten Do 03.06.2021 11:30Uhr 35:49 min

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Wer fährt zu den Olympischen Spielen nach Tokio? Drei deutsche Diskuswerfen dürfen starten, aber es gibt gleich sechs Anwärter. Darunter auch zwei Magdeburger mit dem Deutschen Meister von 2019, Martin Wierig, und dem Vize-Meister David Wrobel. Vor den Titelkämpfen in Braunschweig am kommenden Wochenende sprachen die beiden starken Männer im Talk von "Sport im Osten" über Startchancen, Verletzungen und den erkrankten Heimtrainer Armin Lemme.

Unterschiedliche Ausgangslagen

Für Wierig ist der Weg zu seinen dritten Olympischen Spielen noch ein weiter. Der 33-Jährige konnte wegen einer hartnäckigen Brustmuskelverletzung einige Wochen nicht trainieren, darum fehlt ihm auch noch die Olympia-Norm von 66 Metern. Bei den Meisterschaften am Sonntag würde ihm der Sieg für das Ticket nach Tokio nicht reichen. "Es gibt eine Sonderregelung. Die Norm wird vorrangig bewertet. Meine Norm von 2019 zählt nicht mehr. Ich müsste Meister mit Norm werden, über 66 Meter werfen“, sagte Wierig. Drei Werfer haben bereits die 66 Meter geknackt, Daniel Jasinski (TV Wattenscheid 67,47 m), Clemens Prüfer (SC Potsdam/67,41 Meter) und Wierigs Teamkollege David Wrobel (67,30 Meter). Für Wierig kommen die Meisterschaften eigentlich noch zu früh. Sollte der Wind aber in Braunschweig gut stehen, wären die 66 auch machbar. "Meine Verfassung ist auf alle Fälle besser als letzte Woche in Schönebeck", so Wierig über die mäßigen 62,94 Meter am 26. Mai.

Bestweite bei Werfertagen in Halle

Sein Magdeburger Trainingspartner Wrobel hatte bei den Werfertagen in Halle jene 67,30 Meter geworfen. "Die Weite kam überraschend. Das war ein Freudentaumel, ich kam mit einem Grinsen nach Magdeburg", so Wrobel, der zuvor im Trainingslager mit technischen Problemen zu kämpfen hatte. Und jetzt mit einem Sieg am Sonntag das Ticket für seine erste Teilnahme an Olympischen Spielen buchen könnte.

Heimattrainer Armin Lemme fehlt sehr

Doch leider müssen beide Magdeburger auf ihren langjährigen Heimattrainer Armin Lemme weiter verzichten. Der 65-Jährige liegt nach wie vor im Krankenhaus und wird die Athleten wohl auch in den nächsten Wochen vor den Spielen nicht unterstützen können. "Er ist gesundheitlich angeschlagen, ist im Krankenhaus. Den Umständen entsprechend geht es ihm gut. Wir versuchen, hier die Stellung zu halten und unsere Leistung zu bringen. Er hat sich über die Bestleistungen sehr gefreut. Wir stehen im Kontakt und hoffen, dass es ihm bald besser geht", sagte Martin Wierig. Aktuell werden die Magdeburg von Bundestrainer Jürgen Schult trainiert.

Großer Traum Olympia

Und auch wenn die Atmosphäre bei den Sommerspielen in Tokio wegen der Corona-Pandemie nicht annähern so sein wird wie 2016 in London, bleibt Olympia für die beiden Diskuswerfer natürlich das Ziel. Auch wenn Wierig wegen der Skepsis bei den Tokioer Bürgerinnen und Bürgern zugibt: "Man befindet sich in einem Zwiespalt. Den Menschen würde aber ein wenig Normalität gut tun. Da könnten die Spiele auch ihren Beitrag leisten." Den ersten Schritt können Wierig und Wrobel am Sonntag mit einem starken Ergebnis bei der DM machen.  

rei

Dieses Thema im Programm: MDR+ | Sport im Osten | 03. Juni 2021 | 11:30 Uhr

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