Olympische Winterspiele Thüringer Olympia-Teilnehmer offiziell verabschiedet

17 Sportlerinnen und Sportler aus Thüringen reisen in den kommenden Tagen nach China zu den Olympischen Winterspielen. Vor dem Abflug gab es noch eine Verabschiedung durch den Thüringer Ministerpräsidenten Bodo Ramelow.

Das Emblem der Olympischen Winterspiele Peking 2022 wird während der Eröffnungsfeier enthüllt.
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Statt mit einer feierlichen Zeremonie im verschneiten Oberhof sind die Thüringer Aktiven der Winterspiele in Peking in einer digitalen Runde verabschiedet worden - Corona lässt es nicht anders zu. Zu groß ist die Gefahr vor einer möglichen Ansteckung für die Sportlerinnen und Sportler, die damit ihre Teilnahme am Großereignis gefährden würden.

Wintersport ist Markenzeichen von Thüringen

In der Videoschalte waren sie fast alle da, um sie die warmen Grußworte von Bodo Ramelow abzuholen. "Dass wir mit 17 Sportlern und Sportlerinnen, die aus Thüringen kommen oder hier trainieren, dabei sind, lässt mich als Ministerpräsident sehr stolz sein. Mein Dank geht auch an die Trainer, Mediziner und vielen Helfer, die dafür sorgen, das sich Thüringen immer wieder als Wintersportland neu in Szene setzen kann", erklärte Ramelow. Schließlich sei Wintersportland das Markenzeichen vom 'Grünen Herz Deutschlands'.

Bodo Ramelow
Bodo Ramelow Bildrechte: dpa

Vorfreude und Anspannung bei den Aktiven

Die Sportlerinnen und Sportler freuen sich auf die Reise, aber auch die Anspannung ist noch da - gerade was die Corona-Thematik betrifft. Entsprechend werde das Risiko minimiert, denn fast alle Teilnehmer hatten in ihrem sportlichen Umfeld zuletzt positive Fälle.

So auch bei den Biathleten um Erik Lesser: "Wir haben die Teamblase nach Oberhof noch einmal verstärkt und alles auf den Prüfstand gestellt. Ich bin eigentlich guter Dinge, dass wir das bis zur Anreise und danach im Griff haben. Die Vorfreude ist 50:50." Sportlich freue er sich sehr auf seine dritten Olympischen Spiele. Er reist mit großen Ambitionen ins Reich der Mitte und würde gerne mit einer Medaille nach Hause fahren.

"Auf der anderen Seite ist die politische Debatte vorneweg. Die war am Anfang noch ganz interessant, inzwischen aber nervt sie und hat die Vorfreude geschmälert. Wenn dann aber die Akkreditierung um den Hals hängt, man im Olympischen Dorf ist und die Strecken das erste Mal besichtigen konnte, dann kommt die Anspannung automatisch", so Lesser.

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Die sportliche Vorfreude auf die Olympischen Winterspiele ist groß bei Biathlet Erik Lesser. Aber es gibt da auch noch Thematiken, die ihn nerven.

Mi 26.01.2022 16:45Uhr 01:52 min

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Jamanka will wieder vorne mitmischen

Ähnlich ist es auch bei Rodler Max Langenhan. "Bevor ich nicht in China angekommen und negativ getestet bin, ist das für mich alles noch auf der Kippe", erklärt der 22-Jährige. Der Rodler aus Friedrichroda ist erstmals bei den Winterspielen dabei, möchte alles Mögliche aufsaugen und seine bestmögliche Leistung abrufen.

Als Titelverteidiger fährt Bobpilotin Mariama Jamanka nach Peking. Sie holte 2018 in Südkorea die Goldmedaille und würde diesen Coup nun gerne wiederholen. Auch wenn sie die Abläufe nun kennt, sei die Aufregung die gleiche, erklärte sie. "Wir haben das Ziel, vorne mitzumischen. Aber wir haben keine konkrete Erwartungshaltung", so frischgebackene Monobob-Europameisterin. Aber auch sie treibt die Angst um, im letzten Moment noch von Corona ausgebremst zu werden.

Mit den Erfolgen kommt auch der Nachwuchs

Viele der Athletinnen und Athleten haben in dieser Saison einmal mehr unter Beweis gestellt, wozu sie in der Loipe, im Eiskanal, auf der Eisbahn oder der Schanze fähig sind. Für Ministerpräsident Ramelow sind die Aktiven nicht nur als Einzelkämpfer oder Teamplayer vor Ort, sondern auch als Botschafter für das Bundesland Thüringen. Schließlich können sie mit ihren Leistungen und Auftreten Visitenkarten für die anstehenden Weltmeisterschaften im Biathlon und Rodeln in Oberhof im kommenden Jahr abgeben.

Und die hoffentlich zahlreichen sportlichen Erfolge seien nicht nur für die Aktiven selbst etwas Schönes, auch die Vereine in Thüringen würden davon profitieren, wie Andreas Minsche, der Präsident des Thüringer Schlitten- und Bobsportverbandes, erklärte: "Hochleistungssport und Nachwuchssport sind zwei Seiten einer Medaille, die nicht ohne einander funktionieren. Wir wünschen uns tolle Erfolge in Peking und viele Mädchen und Jungs, die euch im Fernsehen sehen und dann zu uns in die Vereine drängen, um euch nachzueifern. Hochleistungssport und Kinder- und Jugendsport haben in Thüringen ein gutes Zuhause."

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rho

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 26. Januar 2022 | 19:30 Uhr

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