Schiedsrichter Basketball
Bildrechte: IMAGO

Basketball | Bundesliga Abpfiff für mitteldeutsche Basketball-Bundesligisten?

Drei mitteldeutsche Basketball-Bundesligisten spielen trotz kleinen Etats in der höchsten Liga. Doch das könnte bald der Vergangenheit angehören. Die Liga will den Saison-Mindestetat ab 2019 um eine Million Euro anheben.

Schiedsrichter Basketball
Bildrechte: IMAGO

Gehen beim Mitteldeutschen BC, den Rockets Gotha/Erfurt und Science City Jena bald die Bundesliga-Lichter aus? Nachdem die Mehrheit der Erstligisten bei einer AG-Sitzung beschlossen hat, dass der Pflichtetat für die Bundesliga ab der Saison 2019/20 von zwei auf drei Millionen Euro erhöht wird, müssten die drei mitteldeutschen Erstligisten ihr Budget deutlich erhöhen. Bekommt man die drei Millionen nicht zusammen, wird keine Spielgenehmigung erteilt.

Reil: Für manche eine hohe Hürde

"Das Gros unserer Klubs liegt bereits jetzt über den drei Millionen Euro», sagte AG-Präsident Alexander Reil.  "Dass dies für den einen oder anderen Klub eine hohe Hürde darstellt, ist mir bewusst. Ich bin aber der festen Überzeugung, dass die Etat-Steigerung mit den handelnden Personen vor Ort realisiert wird." Das sehen die drei mitteldeutschen Vertreter anders. Der Mitteldeusche BC, Science City Jena und die Rockets Gotha/Erfurt stimmten gegen die Etaterhöhung.

MBC muss 800.000 Euro finden

Der MBC fährt in der laufenden Spielzeit mit zwei Millionen Euro und will für die kommende Saison auf 2,2 Millionen Euro aufstocken. Woher danach noch einmal 800.000 Euro kommen sollen, weiß Geschäftsführer Martin Geissler auch noch nicht: "Die Vereine sind von der Schnelligkeit der Entscheidung überrascht worden. Zehn haben dafür gestimmt. Die drei Millionen sind ja 50 Prozent mehr in einer Saison. Wir waren immer wettbewerbsfähig, auch mit einem kleinen Etat. Wir werden jetzt hart arbeiten."

Wir hoffen, dass die kommende Saison für den MBC  nicht die letzte Saison in der ersten Bundesliga sein wird.

Martin Geißler (Geschäftsführer MBC)

Eberlein: Rückschlag für den ganzen Osten

Science City Jena Geschäftsführer Lars Eberlein im Gespräch mit Jena Trainer Björn Harmsen
Jenas Erfolgduo: Geschäftsführer Eberlein und Trainer Hamrsen (v.l.) Bildrechte: IMAGO

Science City Jena leistet bei einem Etat von 2,5 Millionen Euro ebenfalls bemerkenswertes. Doch auch die Thüringer müssen jetzt sehen, wie weitere 500.000 Euro aufgetrieben werden können. "Das ist für alle drei Ostvereine ein herber Rückschlag, für den gesamten Osten. Für mich ist es ein Rückschritt für die Liga, eine einschneidende Reglementierung", sagte Jenas Geschäftsführer Lars Eberlein. Und der nächste Hammer könnte bereit in der Saison 2021/22 kommen, wenn der Mindestetat auf 3,5 Millionen Euro angehobenwerden sollte. Das ist aber noch nicht beschlossen worden. "Die drei Millionen schaffen wir vielleicht noch irgendwie, es wird aber ganz schwer", sagte Eberlein.

Fleddermann: Das ist ein dickes Brett

Thomas Fleddermann (Oettinger Rockets, Geschäftsführer)
Thomas Fleddermann Bildrechte: IMAGO

Neuling Rockets Gotha/Erfurt war mit 3,5 Millonen in die Spielzeit gestartet, nach dem Verlust des Hauptsponsors hatten die Thüringer nur mit Mühe den Spielbetrieb aufrecht erhalten können. "Wir hoffen zunächst, dass wir die Klasse halten. Unser Budget für die kommende Saison liegt unter den drei Millionen Euro. Das wird dann natürlich ein dickes Brett. Das wird ab 2019 richtig schwer", erklärte Rockets-Geschäftsführer Thomas Fleddermann.

Ausnahmeregelungen soll es übrigens nicht geben. Der Mindest-Etat gilt auch für Vereine, die in die Bundesliga aufsteigen.

rei

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 28. April 2018 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 24. April 2018, 23:30 Uhr

Die Kommentierungsdauer ist abgelaufen. Der Beitrag kann deshalb nicht mehr kommentiert werden.

15 Kommentare

26.04.2018 10:40 Laudrup68 15

Wo gibt's denn so was? Es muss doch eine Satzung geben? Solche Entscheidungen entsprechen der Gutherrenart- die Klubs gefallen mir nicht- dann erfinden wir mal was damit die lästigen Ossis raus sind.
Einfach nur zum kotzen

25.04.2018 12:53 Martin 14

@MacLeod
Hast du verstanden das Hans das sarkastisch meinte?

25.04.2018 12:42 Sr.Raul 13

Ach, mir wären die "Sechzger" in der BuLi allemal lieber als so manch Anderer, @11 (McLeod). Ansonsten kann man nur feststellen, dass sich die ohnehin bereits amerikanisierte Liga immer mehr dem großen Vorbild anpasst. Erst die meist lächerlich verfirmten Clubnamen, dann der Liganame selbst. Fehlt jetzt als Krönchen nur noch das wenn der Clubbesitzer umsiedelt, er seinen Verein gleich mitnimmt. So "Made in USA"-mäßig.

25.04.2018 10:55 Hans 12

Ich meinte, dass "wir" uns die Welt so zudammenbasteln können, wie sie "uns" gefällt. Lästige Vereine aus dem ... können "wir" uns vom Halse halten. Egal in welcher Sportart. Das könnte mit den Zerbster Keglern auch klappen, Mindestetat und Ende.

25.04.2018 09:04 MacLeod 11

Hans, du bist wohl ein ganz Schlauer? 1860 gehört in die Bayernliga und mehr nicht, denn die will keiner im Profifußball sehen!

25.04.2018 08:25 Schappio5 10

Das war's dann wohl für die drei Vereine! Auch eine Art die Liga frei von ostvereinen zu bekommen! Schämt euch wenn ihr noch könnt!

24.04.2018 21:38 colditzer 9

Geld regiert die Welt.
Geld regiert den Sport.
Keine weiteren Fragen.

24.04.2018 19:59 Hans 8

Mindestetats sollten auch im Fussball eingeführt werden. Dann wäre man DD, Aue und den FCM endlich los. Und 1860 könnte man gleich in die 2. BL durchwinken.

24.04.2018 19:15 pkeszler 7

Wir wollen und brauchen keine amerikanischen Verhältnisse bei uns in Deutschland, wo nur noch das Geld regiert. Der Sport soll Sport bleiben. Die Zuschauer sind am Zuge.

24.04.2018 17:39 Karl-Josef Dietz 6

Diese Regelung ist für mich unverständlich. Die Vereine in Mitteldeutschland haben es schwer, passende und finanzstarke Sponsoren zu finden, so wie die Telekom Baskets Bonn, Bayern München,die Oldenburger u.s.w. Eine klare Benachteiligung der mitteldeutschen Vereine, die für ihre sparsame Wirtschaftsführung bestraft werden.