Basketball | 2. Bundesliga Niners-Geschäftsführer Herhold: Aufstieg ohne Emotionen

Souveräner Tabellenführer in der ProA – die Niners Chemnitz sind im Basketball-Oberhaus angekommen. Allerdings durften sie den Playoffs aus dem Wege gehen. Geschäftsführer Steffen Herhold sieht das Ganze mit einem lachenden und einem weinenden Auge. "Sport im Osten" sprach mit ihm.


Steffen Herhold
Steffen Herhold, Geschäftsführer der Niners Chemnitz. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

In der 2. Basketball-Bundesliga wird es zunächst keine Korbjagden mehr geben, die Saison ist vorzeitig beendet. Mit dem Beschluss sind die Niners Chemnitz als Tabellenführer der ProA defacto ins Oberhaus aufgestiegen. Freude oder Bedenken? Geschäftsführer Steffen Herhold äußerte sich bei "Sport im Osten" zur Situation.

Playoff-Kampf und Emotionen werden fehlen

"Als die Nachricht in die Geschäftsstelle flatterte, hat das so einen Sonnenstrahl reingebracht", konnte Steffen Herhold seine Genugtuung nicht verbergen. Ein Lichtblick und Etappensieg. Gerade nach dem dramatischen Ausscheiden letzte Saison, als die Chemnitzer in der Halbfinalserie an Hamburg scheiterten und den Bundesliga-Aufstieg haarscharf verpassten.

Allerdings gibt es auch eine negative Seite, denn ein spannender Playoff-Kampf wird den Spielern und Anhängern verloren gehen. "Wir wollten eine volle Halle. Wir wollten, dass alle Dämme brechen. Wir hatten gehofft, dass die Fans auf das Parkett strömen." All diese Emotionen wird es nicht geben, stellte Herhold mit Bedauern fest.

Niners Chemnitz können wohl für BBL planen 4 min
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Lizenzanträge für die erste und zweite Liga

Nach der tollen Saison und jetzigen Planungssicherheit bleibe der wirtschaftliche Schaden überschaubar, so Herhold. "Eine drohende Insolvenz ist nicht das Thema bei uns. Oberste Maxime ist jetzt, eine Überlebensfähigkeit für die nächsten Monate herzustellen. Wir werden zum 15. April sowohl für die 2. Liga als auch für die 1. Basketball-Bundesliga die Lizenzanträge stellen."

Ob die BBL in der momentan schwierigen Lage für viele Klubs an ihrer Forderung festhält, dass jeder Verein in der höchsten Liga mindestens drei Millionen Euro Mindestbudget und eine Viertelmillion Euro an Eigenkapital haben muss, konnte Herhold nicht sagen.

Blick in die Messe Chemnitz während des Spiels Niners Chemnitz - Tigers Tübingen
Blick in die Messehalle während des Spiels der Niners Chemnitz gegen die Tigers Tübingen. (Archiv) Bildrechte: imago images / Christoph Worsch

Niners Chemnitz "hochattraktiv"

Zumindest ist sich Herold sicher, dass die Niners Chemnitz eine Bereicherung für die BBL sein werden: "Wir haben einen Schnitt von 3.600 Zuschauern pro Spiel. Damit liegen wir in Basketball-Deutschland unter den Top Ten. Von diesen Kennzahlen her sind wir hochattraktiv."

jmd

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sachsenspiegel | 18. März 2020 | 19:00 Uhr