Basketball | BBL Teamcheck SYNTAINICS MBC - neuer Name und neues Ziel

In ihre dritte Bundesliga-Saison in Folge gehen die MBC-Basketballer aus Weißenfels mit einem neuen Namen, einem neuen Trainer und neuen Ambitionen. Vieles ist neu - geblieben sind fast alle wichtigen Spieler.

Jubel beim Mitteldeutscher BC Syntainics MBC nach dem Spiel waehrend der Begegnung in der 1. Bundesliga (Herren) Saison 2018-2019 zwischen Syntainics MBC - Mitteldeutscher BC und Eisbären Bremerhaven in der Stadthalle Weissenfels
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So lief die vergangene Saison

In der zweiten Saison nach dem Wiederaufstieg 2017 stand der MBC schnell mit dem Rücken zur Wand. Die ersten fünf Partien gingen alle verloren, unter anderem gab es eine klare 64:81-Pleite im Ost-Derby bei Science City Jena. Erst bei den Eisbären Bremerhaven gelang der erste Sieg (81:76). Ein Brustlöser war das nicht, es folgten weitere vier Niederlagen. Neue Hoffnung machte ein Doppelschlag zum Jahresende: Crailsheim (89:70/A) und Bonn (80:67/H) wurden bezwungen - plötzlich fand man sich beim Jahreswechsel sogar auf einem Nichtabstiegsplatz wieder.

Das neue Jahr begann bescheiden: Fünf Pleiten im Januar führten zur Rückkehr des MBC-Intimkenners Silvano Poropat. Der bisherige Cheftrainer Aleksandar Scepanovic rückte ins zweite Glied. Poropat wurde zum Architekten des Klassenerhalts. Fünf Siege aus den letzten sechs Heimpartien brachten die notwendigen Punkte. Schon am drittletzten Spieltag war dann nach einem 84:81 gegen die Löwen Braunschweig alles so gut wie klar. Ein paar Tage später nannte sich der Mitteldeutsche BC in SYNTAINICS MBC um. Durch das erweiterte Engagement von Hauptsponsor "PURAGLOBE", dessen Marke "Syntainics" für technologisch und ökologisch modernes Öl-Recycling steht, konnte die Hürde des von der Liga geforderten Drei-Millionen-Etats genommen werden - ein Meilenstein für die BBL-Zukunft des Klubs. Ganz nebenbei ist Weißenfels nach dem Abstieg von Jena auch wieder die unangefochtene Nummer 1 im Osten.

Sergio Kerusch jubelt.
Am Ende einer nervenaufreibenden Saison konnte in Weißenfels der Klassenerhalt gefeiert werden. Bildrechte: imago images / Hartmut Bösener

Wer kommt, wer geht

Fünf von sechs Wunsch-Spielern konnten die SYNTAINICS halten. Das gab es in Weißenfels noch nie. Nur der international äußerst erfahrene Veteran Tremmell Darden (u.a. Real Madrid und Olympiakos Piräus) konnte nicht gehalten werden. Dagegen blieben Kapitän Andrew Warren, Coach Wojciech Kaminski sieht in ihm einen echten "Leader", Publikumsliebling Sergio Kerusch sowie Jovan Novak, Benedikt Turudic und A2-Nationalspieler Ferdinand Zylka.

Acht Neue kamen nach Weißenfels: Als Guards holte man Marko Krstanovic (scanplus baskets Elchingen), Sheldon Eberhardt (Elon University/North Carolina/USA) und Kaza Kajami-Keane (Landstede Zwolle). Besonders auf Kajami-Keane setzt der Klub große Hoffnungen, er könnte ein wichtiger Faktor in der Saison werden.

Strahinja Micovic (Mornar Basket Bar/Montenegro), Cameron Jackson (Wofford College/South Carolina/USA) und Anthony Okao (MTV Wolfenbüttel) wurden als Center und Power Forward verpflichtet. Micovec zeigte in der Vorbereitung gute Leistungen, Jackson besticht durch Präsenz unter dem Korb. Für die Flügel gingen Daniel Baslyk (BC Lietuvos rytas Vilnius/Litauen) und Michael Gbinije (Santa Cruz Warriors/USA/NBA-G-League) zum MBC. Gbinije scheint mental stark zu sein. Trainer Wojciech Kaminski spricht von einer "guten Mischung".

Der Trainer - Wojciech Kaminski

Auf der Trainerposition mussten die Weißenfelser umdisponieren: Erfolgscoach Silvano Poropat verließ den Klub. Er hatte den MBC einst in die Bundesliga geführt, dort auch etabliert und nach seiner Rückkehr im Januar 2019 die Mission Klassenerhalt erfüllt.

Sein Nachfolger ist Wojciech Kaminski. Für den Polen ist es das erste Engagement im Ausland. In seinem Heimatland hat er einen sehr guten Ruf, steht für Erfolg und Kontinuität. Internationale Erfahrung sammelte er als Assistenz-Trainer der polnischen Nationalmannschaft von 2014 an und in der Champions League. Auf die WM 2019 in China verzichtete wegen des Jobs in Sachsen-Anhalt nun schweren Herzens. Für ihn persönlich ist es ein "großer Schritt", die BBL sei auf "dem besten Weg zu einer der stärksten Ligen Europa zu werden", der Basketball sei besser, die deutschen Teams seien "physisch stärker". Seine eigene Mannschaft soll sich zunächst einmal "über die Verteidigung definieren".

Erwartungen an die neue Saison

Lange galt es für den MBC, sich unter den deutschen Top-20-Teams zu halten. Seit 2008 gelang dies auch. Mit dem neuen Namensgeber und dem aufgestockten Etat von drei Millionen Euro wurde ein neues Ziel ausgerufen: Nun soll die Top 15 gesichert werden. Das bedeutet in der BBL mit 18 Teams der Klassenerhalt. Endlich sagt Geschäftsführer Martin Geissler sei man "mit vier, fünf anderen Clubs wirtschaftlich auf Augenhöhe" und könne in ähnlichen Spielergewässern fischen.

Martin Geissler sichtlich erleichtert und freudig nach dem Spiel mit Fans.
SYNTAINICS-MBC-Geschäftsführer Martin Geissler Bildrechte: imago images / Hartmut Bösener

Bislang bestand unser Ziel darin, zu den besten 20 Teams in Deutschland zu gehören. Das haben wir seit der Saison 2008/2009 auch erreicht. Nun ist unser Selbstverständnis gewachsen, wir wollen zu den 15 besten Mannschaften gehören. Das Ziel können wir uns stellen, weil wir erstmals mit vier, fünf anderen Clubs wirtschaftlich auf Augenhöhe stehen.

Martin Geissler, Geschäftsführer SYNTAINICS MBC Pressemitteilung des Klubs

Stadthalle Weissenfels waehrend der Begegnung in der 1. Bundesliga (Herren) Saison 2018-2019 zwischen Syntainics MBC - Mitteldeutscher BC und Eisbären Bremerhaven in der Stadthalle Weissenfels
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 25. Juli 2019 | 21:45 Uhr

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