Basketball | Bundesliga Offiziell: Halle Lions Basketball GmbH trennt sich von Chefcoach Kortmann - Rosanke übernimmt

Es hatte sich bereits angedeutet – nun ist es offiziell: Peter Kortmann ist nicht mehr Chefcoach der Gisa Lions. Die sportliche Leitung übernimmt interimsmäßig Sandra Rosanke, die von Rachael Vanderwal unterstützt wird. Das Duo soll in den verbleibenden sechs Bundesligaspielen helfen, die Klasse zu sichern. Das teilte der Verein am Dienstag mit.

Rosanke, die bisher als Kortmanns Co-Trainerin fungierte, verfügt über eine 20-jährige Erfahrung als Coach. "Wir werden nicht viel ändern und nehmen uns nur kleine Dinge vor. Wir haben am Wochenende das Spiel gegen Wasserburg, haben dann noch zwei Heimspiele gegen Osnabrück und Heidelberg, die machbar sind. Jedes Spiel kann man gewinnen, wenn man gut arbeitet", sagte Rosanke.

Peter Kortmann Head Coach, GISA Lions SV Halle und Sandra Rosanke Co-Trainerin.
Einstiges Trainergespann: Peter Kortmann (l.) und Sandra Rosanke (r.) Bildrechte: imago images/VIADATA

Vanderwal assistiert Rosanke

In Anbetracht der Herkulesaufgabe wird Rosanke von Vanderwal unterstützt. Die 37 Jahre gebürtige Kanadierin, die auch die englische Staatsbürgerschaft besitzt und 116 Mal für das Basketballteam Großbritanniens aktiv war, kuriert eine schwere Knieverletzung aus. Dazu verweilt sie bei ihrer Verlobten und Lions-Spielerin Eilidh Simpson in Halle.

Rachael Vanderwal
Rachael Vanderwal wird Sandra Rosanke an der Seitenlinie unterstützen. Bildrechte: imago images/VIADATA

"Erwartungen nicht erfüllt"

Kortmann, der den SV Halle bereits von 2008 bis 2011 betreut hatte, war erst im Sommer 2020 als Trainer zurückgekehrt. Obwohl er ein überzeugendes Konzept vorgelegt hatte und dabei vor allem auf den Nachwuchs setzte, kam es zum Bruch. Mit acht Punkten nach 16 Spielen stehen die Lions auf dem vorletzten Tabellenplatz. "Im Leistungssport ist es immer eine Frage von Erwartungen, ob die erfüllt werden oder eben nicht und auf welche Weise diese erfüllt werden. Wenn es nicht passt, muss man handeln, was soll man sonst machen. Es müssen Spieler gehen, es müssen Trainer gehen, es müssen auch mal Manager gehen. Irgendwas muss man tun, um das ganze dynamisch zu halten und nach vorne zu bringen", erklärt Geschäftsführerin Lysann Kairies die Entscheidung.

"Missverständnisse in der Kommunikation"

Welche konkreten Gründe für die vorzeitige Beendigung des Traineramtes ausschlaggebend waren, nannte Kairies jedoch nicht. Kortmann war als leidenschaftlicher und emotionaler Trainer bekannt. Allerdings soll es vermutlich Probleme mit dem Team bei der zwischenmenschlichen Kommunikation gegeben haben.

"Kommunikation ist immer zweiseitig und da gab es einige Missverständnisse. Wenn man es mit der Kommunikation nicht schafft, passieren einfach Dinge die schwierig sind“, analysierte Kapitänin Klaudia Grudzien die Zusammenarbeit mit Kortmann.

"Es sind so viele unterschiedliche Dinge passiert, dass wir Schwierigkeiten hatten, generell einen Rhythmus oder sich selbst auf dem Spielfeld zu finden und die letzte Woche mit Sandra tat uns super gut, weil wir Struktur haben, weil wir miteinander spielen und  jeder sich selbst gerade ein bisschen findet. Daher glaube ich, dass es jetzt nur besser wird", so Grudzien weiter.

red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 09. Februar 2021 | 17:45 Uhr

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