Themengrätsche #8 Die Lage bei den mitteldeutschen Basketball-Klubs

Das Corona-Virus hat weltweit den Sport fest im Griff – und macht also auch vor Mitteldeutschland nicht halt. So kämpft Basketball-Bundesligist SYNTAINICS MBC um die Existenz. Manager Martin Geissler spricht im Sport-im-Osten-Podcast darüber, wie dramatisch die Situation bei den Wölfen ist – kann es auch in Zukunft hochklassigen Basketball in Weißenfels geben? Auch die Zweitligisten NINERS Chemnitz und Science City Jena äußern sich zu wirtschaftlichen Sorgen und zum Abbruch ihrer Saison.

Martin Geissler in der Arena Leipzig.
Bildrechte: imago images/Hartmut Boesener

Martin Geissler glaubt nicht, dass schon bald wieder so etwas wie Normalität einkehren wird. Die Fortsetzung des Spielbetriebs in der Basketball-Bundesliga hält der MBC-Geschäftsführer deshalb nicht für realistisch. Zu einem Abbruch der Saison gibt es wohl keine Alternative. Sollte aber doch – wie durch ein Wunder – gespielt werden, hält Geissler eine verkürzte Play-off-Serie für sinnvoll.

Logo MDR 44 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

MDR FERNSEHEN Do 19.03.2020 16:00Uhr 44:29 min

Audio herunterladen [MP3 | 40,7 MB | 128 kbit/s] Audio herunterladen [MP4 | 81,1 MB | AAC | 256 kbit/s] https://www.mdr.de/nachrichten/podcast/themengraetsche/audio-1346638.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Audio

Kosten senken und Geld eintreiben

Aber hier steht eine endgültige Entscheidung noch aus – die Basketball-Bundesliga will kommende Woche entscheiden, wie es weitergehen soll. Bis dahin geht Geissler die Arbeit sowieso nicht aus. Er muss den MBC am Leben erhalten: Kosten senken, wo es nur geht. Und Geld eintreiben, wo es nur geht. Sponsoren haben dem Verein "große Unterstützung" zugesagt, berichtet Geissler, aber auch er fragt sich: Wie lange können die Geldgeber noch Geld geben, wenn auch deren Existenz bedroht ist?

NINERS Chemnitz: Aufsteiger ohne "richtige Freude"

Geissler verspricht "alles zu tun", damit in Weißenfels auch künftig Bundesliga-Basketball gespielt werden kann. Genauso wie die NINERS Chemnitz versuchen, alles dafür zu tun. Das sportliche Recht dazu hätte man bereits, denn die zweite Liga hat sich dazu entschlossen die Saison abzubrechen – die Chemnitzer stehen damit als Aufsteiger fest. Doch NINERS-Geschäftsführer Steffen Herhold kann sich darüber nicht "so richtig freuen". Denn wer garantiert ihm, dass Chemnitz im Spätsommer tatsächlich zur neuen Erstliga-Saison dabei ist? Diese erste Liga weiß ja grade selber nicht, wie sich die Corona-Situation über die nächsten Monate entwickelt – und wann wieder an professionellen Kontaktsport zu denken ist. Planungen sind quasi unmöglich, zu viel Ungewissheit ist im Spiel.

Jena mit schmerzlichen Verlusten

Ein Abbruch der Zweitliga-Saison sei jedenfalls "alternativlos" gewesen – diese Meinung gilt in Chemnitz genauso wie in Jena. Obwohl für Science City, als Tabellendritten der ProA, damit das Thema Aufstieg vom Tisch ist. Und auch sonst gibt es Verluste: Manager Lars Eberlein beklagt fehlende Einnahmen von 200.000 bis 300.000 Euro, weil Play-off-Spiele wegfallen. "Das tut weh", sagt Eberlein. Ein schmerzendes Gefühl, das aber grade alle mitteldeutschen Basketball-Vereine kennen. Denn keiner weiß ja, wie es weitergeht.