Olympische Winterspiele 2022 Störgeräusche ausblenden - Francesco Friedrich und Co. im Olympia-Fieber

In drei Tagen geht es los für die 38 Bob- und Schlitten Athleten. Vom Flughafen direkt ins Olympische Dorf. So wenig Kontakte wie möglich ist die Vorgabe. An den Erfolgen von den letzten Spielen möchte man sich orientieren. Allerdings werden die Erwartungen merklich defensiver formuliert. Die Gesundheit aller steht an erster Stelle. Auch die Eisbahn in Peking kann zur Herausforderung werden. Der Bob- und Schlittenverband hofft auf sportlich faire Spiele, auch mit Blick auf die Corona-Situation.

Mitarbeiter schieben einen mit Ausrüstung beladenen Wagen im Olympischen Winterdorf.
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Kurz vor Abflug haben sich die deutschen Bob -und Schlittensportler und ihre Trainer nochmal zu ihren Erwartungen an die Olympischen Spiele 2022 in China geäußert. Zusammen bereiten sich Rennrodler, Bobfahrer und Skeletoni in Kienbaum auf das Abenteuer Olympia vor. In kleinen Gruppen und mit täglichen Tests versucht man einen Coronaausbruch kurz vor den Spielen zu verhindern. Die zwei positiven Fälle von Axel Jungk und Hanna Neise im Skeleton-Team haben so kurz vor dem Start zusätzlich für Verunsicherung gesorgt. Im deutschen Lager vertraut man auf die Corona-Strategie und geht mit vollem Fokus in die Wettkämpfe. Mögliche gefälschte PCR-Testergebnisse möchte man soweit es geht ausblenden und appelliert an das Gute im Sport, erklärt der Vorstandsvorsitzende des BSD Thomas Schwab.

Sportliche Erwartungen

"Dieses Jahr wird es sicherlich kein Schneller, Höher, Weiter geben.", so die Vorgabe von BSD-Chef Thomas Schwab. Vor vier Jahren gab es noch einen Medaillenrekord. Dieses Jahr wäre es ein Erfolg, wenn man ein ähnliches Ergebnis erreichen würde. Ein Grundtenor, den alle Trainer unterschreiben. Es sind komplizierte Bedingungen mit denen man vorsichtig umgehen muss, dennoch möchte man gern um Medaillen mitfahren. Für Bob-Nationaltrainer Rene Spieß ist vor allem die Nacht zwischen den Wettkampftagen die Hauptherausforderung. "Es wäre super, wenn wir in jeder Disziplin bis zum vierten Lauf um Medaillen mitkämpfen.", so seine Wunschvorstellung. Auch Skeleton-Nationaltrainer Christian Baude möchte so lange wie möglich mit im Rennen um die Medaillen bleiben. Außerdem würde er sehr gern der erste Herrentrainer sein, der mit seinen Schützlingen eine Medaille gewinnen kann.

Friedrich: "Fahnenträger zu sein wäre ein Ritterschlag"

Bei den letzten olympischen Spielen hat er schon alles gewonnen und nun soll eine weitere große Ehre hinzukommen. Rekord-Bobfahrer Francesco Friedrich ist als Fahnenträger nominiert. Für ihn wäre das mit die größte Ehre die man haben kann. "Das ist quasi der Ritterschlag, wenn man die deutsche Mannschaft ins Stadion führen darf.", sagt der zweimalige Olympiasieger von 2018. Auch Rennrodler Tobias Wendl wurde nominiert. Die Fahne zu tragen, wäre auch für ihn neben dem Olympia-Sieg, eines der größten Erlebnisse in seiner Karriere.

Lage vor Ort

Zuletzt wurde wieder viel diskutiert über die Bedingungen vor Ort und den Umgang mit möglichen Corona-Fällen. Vor allem das Lager der Rennrodler musste das letzte Mal schlechte Erfahrungen mit den Quarantänehotels machen. Rodel-Nationaltrainer Norbert Loch habe seine Lehren aus der Reise nach China gezogen. Man werde noch vorsichtiger und genauer sein und zur Not auch Fotos machen zur Dokumentation, erklärt er. Doppelsitzer Tobias Wendl und Tobias Arlt hoffen auch mit Blick auf die Wettkampfstärke, dass es alle Konkurrenten gesund und fit zu den Spielen schaffen. "Wir möchten, dass auch intern ein richtig gutes Flair aufkommt, wenn wir schon keine Zuschauer haben.", wünschen sie sich. Unabhängig von politischer Kritik möchten sich alle Sportler in Peking nur auf den Sport konzentrieren und Nebengeräusche ausblenden.

Unberechenbarkeit der Bahn

Neben der Angst sich auf den letzten Metern anzustecken, spielt auch Respekt vor einer schwierigen Bahn mit. "Jede Kurve ist anders, ein Lauf kann das ganze Rennen verändern." gibt Friedrich zu Bedenken. Auch sein Trainer sieht eine anspruchsvolle Bahn, wo sich gerade von Kurve 1 bis 9 das Rennen entscheiden wird. Skeletoni Christopher Grotheer freut sich auf eine "mega Bahn". Wie sich die Bahn aber im Vergleich zum letzten Mal nochmal verändert hat, wird man erst vor Ort sehen.

Martin Czura

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