Boxen Krasniqi-Team will weiter gegen Kampfrichterurteil vorgehen

Das WM-Duell zwischen Dominic Bösel und Robin Krasniqi steht kurz vor einer Fortsetzung - jedoch außerhalb des Rings. Die Seite des unterlegenen Ex-Champs will auf Verbandsebene gegen das Urteil vorgehen und notfalls vor ein Gericht ziehen. Der Hauptsponsor von Krasniqi stellt für den Rechtsweg eine Millionen Euro zur Verfügung.

Robin Krasniqi GER mit Promoter Ulf Steinforth - IBO Weltmeisterschaft im Halbschwergewicht
Noch vor der Verkündung des Urteils diskutieren Robin Krasniqi (mi.) und Promoter Ulf Steinforth (2.v.r.) über den Punktrichterentscheid. Bildrechte: imago images/Christian Schroedter

Das Team von Robin Krasniqi will weiter gegen das aus ihrer Sicht "Skandalurteil" im Kampf gegen Dominic Bösel vorgehen. Herausforderer Bösel hatte am vergangenen Samstag (09.10.2021) das Gefecht durch ein geteiltes Urteil gewonnen. Zwei Kampfrichter sahen den Freyburger nach zwölf intensiven Runden vorne, einer den Titelverteidiger. 115:114, 116:112 und 114:115 lautete das Urteil.

Krasniqi sieht sich als den Sieger

"Ich habe nicht verloren, ich habe geführt. Aber Gratulation an Dominic, dass er so stark zurückgekommen ist. Ich muss das nochmal anschauen, aber ich habe niemals verloren. Und ich finde das einfach schade von den Punktrichtern, dass sie nicht korrekt waren. Das ist einfach nicht fair. Ich war der Bessere", erklärte Krasniqi noch im Ring.

Am Morgen danach richtet der 34-Jährige zudem deutliche Worte an seinen Promoter Ulf Steinforth: "Ich habe mich in elf Jahren immer bei Ulf bedankt. Aber das möchte ich jetzt klären lassen, was das für ein Geschäft ist. Das gibt es mit Anwalt. Ich möchte Gerechtigkeit." Auch auf Facebook richtete sich der Deutsch-Albaner noch einmal an seine Fans und schrieb unter anderem von "Fakten, die bezeugen, dass die Entscheidung zweier Kampfrichter und des Ringrichters weder objektiv und neutral noch fair war und damit in unserem Sport keinen Platz haben sollte".

Rechtanwalt will Unregelmäßigkeiten überprüfen lassen

Nun macht das Team hinter Krasniqi ernst. Manager Luan Dreshaj, der bereits in der ARD-Liveübertragung zu Wort kam, dort die Zusammensetzung des Kampfgerichts bemängelte und das Verhalten des Ringrichters kritisierte, kündigte in einer Pressemitteilung weitere Schritte an. Dafür wurde mit René-Dirk Hundertmark ein Rechtsanwalt beauftragt, der auch findet, "dass die Rechte des Sportlers Robin Krasniqi ganz eindeutig verletzt worden sind".

Der Rechtsanwalt wolle nun nicht nur das "nicht nachvollziehbares Ergebnis in sportlicher Hinsicht" überprüfen lassen, sondern "insbesondere auch Unregelmäßigkeiten die im Vorfeld, während und auch nach dem Kampf aufgetreten sind und die offensichtlich auf die Entscheidung des Kampfgerichts unmittelbar Einfluss hatten, aufzuklären".

Dominic Bösel - Robin Krasniqi 62 min
Bildrechte: Uwe Koch/Eibner-Pressefoto

Sehen Sie hier noch einmal den WM-Fight im Halbschwergewicht aus Magdeburg zwischen Robin Krasniqi und Dominic Bösel in voller Länge im Re-Live.

So 10.10.2021 09:52Uhr 62:10 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-boxen-wm-magdeburg-dominic-boesel-robin-krasniqi-volle-laenge-100.html

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Hauptsponsor stellt eine Millionen Euro für Gerichtsprozesse zur Verfügung

Deshalb wurde bereits bei den ausrichtenden Verbänden Protest eingelegt. Rechtsanwalt Hundertmark wolle nun Krasniqis Rechte "national und gegebenenfalls international auf Verbandsebene sowie soweit notwendig gerichtlich durchsetzen bis die Unregelmäßigkeiten abschließend aufgeklärt werden".

Um den Rechtsweg voll gehen zu können, will der Hauptsponsor von Krasniqi eine Million Euro in Form einer "unbedingten Übernahmeverpflichtung für entstehende Verfolgungskosten rechtlicher und sonstiger Art" zur Verfügung stellen. "So eine ungerechte und unsportliche Entscheidung kann nicht aufrechterhalten bleiben, deshalb werden wir alles daransetzen, um das Urteil richtig zu stellen", erklärte Burim Hazrolli.

Keine Reaktion von SES

Promoter Ulf Steinforth nimmt den Vorgang zunächst gelassen zur Kenntnis. Da SES in der Pressemitteilung nicht adressiert wird, will sich der Magdeburger Boxstall zunächst nicht dazu äußern.

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red

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Dominic Bösel
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Dominic Bösel - Robin Krasniqi
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Sehen Sie hier noch einmal den WM-Fight im Halbschwergewicht aus Magdeburg zwischen Robin Krasniqi und Dominic Bösel in voller Länge im Re-Live.

So 10.10.2021 09:52Uhr 62:10 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-boxen-wm-magdeburg-dominic-boesel-robin-krasniqi-volle-laenge-100.html

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 16. Oktober 2021 | 16:00 Uhr

5 Kommentare

Tor vor 2 Tagen

Um den Rechtsweg voll gehen zu können, will der Hauptsponsor von Krasniqi eine Million Euro in Form einer "unbedingten Übernahmeverpflichtung für entstehende Verfolgungskosten rechtlicher und sonstiger Art" zur Verfügung stellen.
Möchte der Sponsor die Richter mit dieser Summe bestechen wollen, dass ist so viel Geld, dafür muss ich jahrelang Arbeiten, dass ist nicht mehr realistisch in Euro gesehen. Da muss der Boxsport abgeschafft werden, da sind vielleicht noch Steuergelder des kleinen dabei. Ungerechter verlierer, aber werde es demnächst auch so beim Fußball hinterlegen und die Tatsachenentscheidungen widerrufen, da kann sich der Profisport abmelden. Es ist schade für so einer Entscheidung, aber da sollte mann den ganzen Sport auf Manupilation und sonstiges umformieren. Dort sieht man immer Skandale und schlechte Verlierer. Das hat nichts mehr mit Sport zu tun. Reiche Leute haben nur die Macht und was ist mit den kleinen Leuten.

Breakpoint vor 3 Tagen

@Andy Krisst --- Krasniqi hat dreimal so viel geschlagen und doppelt so viele Treffer erzielt. --- Wenn man dann noch Klammer-Bösels illegale Hinterkopf- und Nackenschläge abzieht, wird das Ergebnis völlig klar! --- Aber, @Andy, es gilt natürlich auch hier der Spruch: Niemand ist so blind wie der, der nicht sehen will. 😎

Ignatz Wrobel vor 3 Tagen

volles Verständnis ABER warscheinlich sinnlos - Profi Boxen hatte schon immer Tatsch von mafiösen Geldeintreibern und skandalöse Ringrichter-Abstimmungen. erinnere da gerne an asiatische Entscheidungen wie: Skandalurteil bei Olympia 1988 als in Seoul Roy Jones Junior (USA) seinen koreanischen Gegner Si-Hun Park nach allen Regeln der Kunst besiegte. Die Kampfrichter werten jedoch für Park, der die Goldmedaille gewinnt. Noch heute gilt die Entscheidung als eines der größten Fehlurteile der Boxgeschichte.