Boxen Weltmeister der Herzen - Robin Krasniqi

Mit dem 33-Jährigen hatte niemand gerechnet: Robin Krasniqi heißt der neue Halbschwergewichts-Weltmeister. Und der sympathische 33-Jährige konnte auch am Tag nach dem Sieg gegen Dominic Bösel sein Glück kaum fassen.

Was für eine Geschichte: Robin Krasniqi, eigentlich als Ersatzgegner von Weltmeister Dominic Bösel eingekauft, krönt seine lange Karriere und sich selbst zum Champion. Krachende rechte Hände sorgten bereits in der dritten Runde für den sensationellen Sieg des 33-Jährigen, der es auch am Tag danach noch nicht richtig fassen konnte. 40 Minuten habe er in der Nacht geschlafen, sagte Krasniqi im "SpiO"-Talk von Sport im Osten. Neben sich die beiden WM-Gürtel der WBA und IBO: "Ich sagte, ich mache und riskiere alles. Ich wollte alles geben. Im Kopf war, ich schaffe es. Andere sagten, es ist der letzte Kampf. Aber es ist der Anfang. Was jetzt kommt, ist mir egal."

Stolz und glücklich

Diesen Abend, so Krasniqi weiter, werde er nie vergessen. "Es war der schönste Moment meines Lebens. Dieses Ziel ohne Amateurkampf zu erreichen – ich bin stolz und glücklich." Wahnsinn sei vor allem, dass er bei der WM so einen Kampf ablieferte. Zuvor hatte Krasniqi, der 2004 aus dem Kosovo nach Deutschland gekommen war, die WM-Kämpfe gegen Nathan Cleverly (2013) und Jürgen Brähmer (2015) verloren. Aber diesmal hatte sich das Krasniqi-Team eine ausgezeichnete Taktik zurechtgelegt. "Ich hatte viele Pläne, habe Lücken bei Dominic gesehen. Ich wollte es erst mit Aufwärtshaken machen. Erst dann ein linker Haken, dann die rechte Gerade. Die hat voll gesessen."

Sport

Dominic Bösel vs. Robin Krasniqi 1 min
Bildrechte: Bernd Wende/Fotowende

So 11.10.2020 01:49Uhr 00:36 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-dominic-boesel-robin-krasniqi-der-knockout-100.html

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video

Für Krasniqi schließt sich mit diesem großen Erfolg ein Kreis. "Wir hatten nichts, mein Vater hat die Familie 2004 hierher geholt. Ich wollte in Deutschland mit Boxen anfangen. Seit ich in Deutschland bin, habe ich immer an diesen Traum geglaubt. Seit 10 Jahren bin ich bei SES, jetzt die WM - Wahnsinn."

Rückkampf wird kommen

An Urlaub denkt Krasniqi trotz seines großen Sieges aber nicht. "Auch ein Urlaub macht mich nicht glücklicher. Vielleicht wird das langweilig. Ich will die Zeit mit meinen Freunden genießen." Der Rückkampf ist vertraglich geregelt, wird kommen. Doch aktuell will Robin Krasniqi einfach nur seine Gürtel bewundern und genießen.

Dominic Bösel vs. Robin Krasniqi
Bildrechte: Bernd Wende/Fotowende

rei

Dieses Thema im Programm: MDR+ | "SpiO"-Talk | 11. Oktober 2020 | 12:10 Uhr

1 Kommentar

nasowasaberauch vor 50 Wochen

Krasniqi stand mit dem Rücken zur Wand und hat den Titel mehr gewollt.
Gegen den Cross hatte Bösel, obwohl vorgewarnt kein Mittel gefunden. Bösel hatte den Mund vor dem Kampf ziemlich voll genommen.