Sport | Corona-Pandemie Sachsen-Anhalt für Lockdown im Amateursport - Thüringen und Sachsen dagegen

Am Mittwoch werden die 16 Bundesländer mit Bundeskanzlerin Angela Merkel auch über Corona-Maßnahmen im Sport beraten. Vorab gibt es Diskussionen in Mitteldeutschland über einen Lockdown im Amateursport. Einer ist dafür.

3D-Modell Coronavirus und Training des 1.FC Magdeburg.
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Die Corona-Pandemie hat den Sport immer mehr im Griff. Nach Absagen und der Reduzierung von Zuschauern im Profi-Sport könnten nun der gesamte Amateursport zum Erliegen kommen. Vor dem Treffen der 16 Bundesländer mit Bundeskanzlerin Angela Merkel am Mittwoch hat Sachsen-Anhalt einen so genannten Lockdown im Amateursport ins Gespräch gebracht.

Amateursport Thema am Mittwoch bei Merkel

Sachsen-Anhalts Ministerpräsident Haseloff bei der Landespressekonferenz
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Ministerpräsident Reiner Haseloff sagte auf einer Pressekonferenz am Montag: "Sportveranstaltungen über Stadtgrenzen hinaus sind nicht einfach zu handhaben." Das Thema Stillstand im "kleinen Sport" werde am Mittwoch beim Treffen mit Angela Merkel auf der Liste stehen: "Wir werden das auf Bundesebene besprechen". Er warb für ein "einheitliches Vorgehen von den Profis bis zu den Amateuren", d.h. auch dem Profi-Sport droht der Lockdown.

Halles OB Wiegand: Dringende Empfehlung für Stillstand

OB Bernd Wiegand auf einer Pressekonferenz
Halles OB Bernd Wiegand Bildrechte: Stadt Halle

Halles Oberbürgermeister Bernd Wiegand sagte auf der städtischen Pressekonferenz am Dienstag: "Bei einer Inzidenz von 50 ist es äußerst fahrlässig, wenn Reisen von Amateurmannschaften in andere Risikogebiete durchgeführt werden. Deshalb ist es unsere dringende Empfehlung davon abzusehen. Eine dringende Empfehlung, aber noch keine Anordnung, etwas zu untersagen."

Ein Beispiel aus dem Galoppsport hatte er noch in petto: "Wenn die Jockeys aus aller Herren Länder nach Halle kommen, dann haben wir auch Gesprächsbedarf mit dem Veranstalter angemeldet. Es gilt die Bevölkerung zu schützen. Unter den derzeitigen Bedingungen ist es ein grob fahrlässiges Verhalten." Fällt also der Amateursport in Halle am Wochenende aus? "Das entscheide nicht nicht. Bleibt es bei einem Wert von über 50, dann kann man das aber in keinster Weise verantworten". so der Politiker.

Sachsen: Gegen Lockdown im Amateursport - für Bundesregeln im Profisport

Petra Köpping
Petra Köpping Bildrechte: dpa

Die sächsische Gesundheitsministerin Petra Köpping sagte auf einer Pressekonferenz der sächsischen Landesregierung am Dienstagnachmittag: "Wir arbeiten gerade Rahmenbedingungen heraus. Für den Profisport wünschen wir uns bundeseinheitliche Regelungen. Für den Amateursport soll es andere Regelungen geben. Das hat auch etwas mit dem öffentlichen Leben zu tun - das ist uns wichtig." Ministerpräsident Michael Kretschmer hatte zuvor die Wichtigkeit des öffentlichen Lebens betont: Entsprechende Hygienekonzepten seien ohnehin besser zu kontrollieren als Veranstaltungen im rein privaten Bereich.

Thüringen: Kein Lockdown im Amateursport geplant

Helmut Holter Bildungsminister Thüringen
Bildungs- und Sportminister Heinz Holter Bildrechte: imago/Jacob Schröter

Der andere Freistaat aus Thüringen schrieb dem MDR am Dienstag, dass Sportminister Heinz Holter die große Bedeutung des Sports in der Pandemie betont. Sport könne auch dazu beitragen kann, das Vertrauen der Bevölkerung in die Politik zu stärken und sollte daher so weit wie möglich unter Pandemiebedingungen ermöglicht werden sollte. "Wir in Thüringen wollen so viel Normalität wie möglich und das natürlich auch im Sport", so Holter. "Wir müssen sehen, dass den Menschen die Dinge, an denen sie Spaß haben, nicht ganz genommen werden. Sport ist hier ganz wichtig. Er hat nicht nur eine Symbolkraft. Hier kann man seine Emotionen und seine Begeisterung ausleben."

Der Fuß einer Tennisspielerin
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Sollte die Lage erneute Einschränkungen bei Sportarten mit großem Kontaktpotenzial erfordern, bleibt Thüringen bei seiner Position. Wir wollen den Berufs- und Breitensport gleichberechtigt behandeln. Denn gesund müssen alle bleiben. Ein Lockdown im Amateur-Sport ist in Thüringen derzeit nicht geplant. Thüringen verfolgt auch im Sport eine regionale, abgestufte Reaktionsstrategie nach dem Stufenkonzept.

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cke

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 27. Oktober 2020 | 19:30 Uhr

10 Kommentare

Normalbuerger vor 11 Wochen

Deutschland ist momentan keine Demokratie mehr , diktatorische Maßnahmen von 16 Landesfürsten und einer Kanzlerin, die nach 16 Jahren Leben im Glaskasten jeden Bezug zur Realität verloren hat. Ich kann nur hoffen , dass es Klagewellen der Betroffenen in Hülle und Fülle gibt, damit Gerichte diesen Unsinn auch für die Zukunft beenden !!! Wollen wir jetzt uns alle 2 Monate abwürgen!! Es ist Grippezeit , die Zahlen gehen nicht runter !! Mal sehn was dann Ende November vom Establishment beschlossen wird !! Die Herren Politiker allen voran Lauterbach und Söder sollten mal 2 Monate ohne Gehalt auskommen müssen !!! Vielleicht kapieren die dann was Existenzangst bedeutet, aber die Menschen werden unruhiger . Das Thema wird zum sozialen Sprengstoff, wenn die Herren nicht aufwachen!!

Lilli_70 vor 11 Wochen

Mit was für einem Recht darf weiterhin
Fußball und Handball trainiert werden und
alle anderen Sportarten werden auf Eis gelegt?
Was ist das für eine Logik!!

ickes vor 11 Wochen

Wo kommst du denn her, diese Meinung hast du aber exklusiv.🙄
Wenn unser FCC kein Profiverein ist wer dann....Achso, weil Wir in der Regio spielen gehen unsere Kicker ja alle arbeiten.
Dann wären da noch die Frauen des FCC - 2.Bl.....ach ja, sind ja auch keine Profis 🤣