Präsidiumswahl im Dezember HFC-Vorstand: Rauschenbach ist noch nicht fertig

Oliver Leiste
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Im Dezember wählen die HFC-Mitglieder einen neuen Vorstand. Präsident Rauschenbach tritt wieder an – genau wie zwei seiner Mitstreiter. Für den HFC ist das ein gutes Zeichen, auch wenn es zuletzt einige Reibereien gab. Eine Einschätzung.

Jens Rauschenbach (Vorstand HFC)
HFC-Präsident Jens Rauschenbach hat den Mitgliedern Satzungsänderungen vorgeschlagen. Bildrechte: IMAGO / VIADATA

Das Projekt Hallescher FC ist noch nicht abgeschlossen: Dieses klare Signal sendet Präsident Jens Rauschenbach mit seiner Kandidatur für eine weitere Amtszeit beim HFC. Neben ihm kandidieren auch die bisherigen Vorstände Jürgen Fox und Oliver Kühr. Zudem bewirbt sich mit Simone Heinemann-Meerz die frühere Präsidentin der Landesärztekammer Sachsen-Anhalt um ein Amt im Vorstand. Bei der Wahl vor drei Jahren war sie knapp gescheitert.

Am 9. Dezember wählt die Mitgliederversammlung des Vereins den neuen Vorstand. Steffen Kluge und Lutz Preußler, die bisher ebenfalls zum Vorstandsteam gehörten, treten nicht wieder an.

Es deutet einiges daraufhin, dass Rauschenbach und seine beiden Mitstreiter den Verein für weitere drei Jahre führen werden. Für den HFC und seine Fans ist das, sollte es so kommen, in der Summe positiv zu bewerten. Doch auch für Sponsoren oder die Stadt ist die Kandidatur ein wichtiges Zeichen. Der Verein setzt auf Kontinuität und damit auf Verlässlichkeit.

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MDR SACHSEN-ANHALT Mo 08.11.2021 13:00Uhr 25:57 min

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Beachtliche Verdienste

Die Verdienste der bisherigen Vorstände sind durchaus beachtlich. Nach der Beinah-Pleite 2018 haben sie den Verein wirtschaftlich wieder auf Kurs gebracht und bislang auch sicher durch die Coronazeit gesteuert. Der Sponsorenpool wurde stetig ausgebaut, und der HFC ist mittlerweile auch für überregionale Unternehmen interessant, die dem Club lange die kalte Schulter zeigten.

Sportlich hat der Hallesche FC in der Zeit einen Schritt nach vorne gemacht. In den vergangenen Jahren standen zwei Mal Platzierungen in der oberen Tabellenhälfte zu Buche. Aus dem drohenden Absturz 2020 zog der Verein die richtigen Schlüsse. Und auch aktuell geht der Blick vorsichtig nach oben. Das Fernziel 2. Bundesliga, das Rauschenbach zu Beginn seiner Amtszeit ausgerufen hat, es kommt in kleinen Schritten näher.

HFC Präsident Jens Rauschenbach Podcast 81 min
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MDR SACHSEN-ANHALT Do 27.05.2021 19:11Uhr 80:44 min

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Wichtige Projekte noch nicht abgeschlossen

Auch abseits des Platzes wurden viele Dinge auf den Weg gebracht – etwa die bessere Sichtbarkeit in der Stadt, der Bau des Nachwuchsleistungszentrums oder die Modernisierung der Strukturen im Verein.

Abgeschlossen sind diese Aufgaben noch nicht. Für die bessere Sichtbarkeit wurde mit einem Verkaufscontainer auf dem Marktplatz in Halle gerade erst der nächste Schritt gemacht. Der Bau des Nachwuchsleistungszentrums wurde immer wieder durch Bombenfunde auf dem Gelände behindert. Aktuell gibt es Sorgen, dass die zusagten Fördermittel aus der Fluthilfe nicht ausreichen könnten, um die Bauarbeiten zu beenden.

Mitgliederversammlung vorzeitig abgebrochen

Und bei der Veränderung der Vereinsstrukturen gab es zuletzt Unstimmigkeiten. Eine Mitgliederversammlung, auf der genau darüber abgestimmt werden sollten, wurde im September vorzeitig abgebrochen. Als Projektsteuerer ist Jens Rauschenbach jemand, der gern Ergebnisse präsentiert. Auch deswegen dürfte es ihn reizen, seine Arbeit fortzusetzen und auch die genannten Themen zum Abschluss zu bringen.

HFC Satzung Podcast 88 min
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MDR SACHSEN-ANHALT Mo 13.09.2021 12:00Uhr 88:17 min

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Dämpfer nach Streit um Satzungsänderungen

Gerade bei der angedachten Änderung der Satzung zeigte sich wieder die größte Schwäche Rauschenbachs. Immer wieder wurden ihm, mal lauter, mal leiser, Alleingänge vorgeworfen. Die neue Satzung sollte die Weichen stellen, dass das ehrenamtliche Vorstand entlastet wird und zwei hauptamtliche Geschäftsführer mehr Verantwortung übernehmen können.

Fans protestieren gegen neue Wahlordnung

Das dies notwendig ist, ist bei allen Beteiligten unstrittig. Zugleich wurde im Änderungsvorschlag aber eine neue Wahlordnung präsentiert, die die Mitbestimmung der Mitglieder zumindest erschwert hätte. Die Fans gingen – zumindest virtuell – auf die Barrikaden. Und auf der Mitgliederversammlung wurde das Thema dann kurzerhand von der Tagesordnung gestrichen.

Es war ein Dämpfer für die Ambitionen Rauschenbachs, aber kein Schlag ins Gesicht. Eher eine Erinnerung, dass "Nur zusammen", das Motto des Vereins, von allen Beteiligten auch gelebt und immer wieder neu erarbeitet werden muss. Doch dem Vernehmen nach nähern sich Vorstand und Mitglieder beim Thema Satzung gerade wieder an und könnten schon bald einen gemeinsamen Entwurf für die geplante Änderung präsentieren.

Für den HFC wäre das wichtig. Genauso wichtig ist es aktuell, dass Rauschenbach und Co. ihren Weg bei der Entwicklung des Vereins in den kommenden Jahren weitergehen werden. Denn so könnte das Fernziel 2. Bundesliga vielleicht schon in näherer Zukunft erreicht werden. Dass Rauschenbach und der Vorstand diesen Weg nicht alleine meistern können, dürfte mittlerweile hinlänglich klar sein.   

Oliver Leiste
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Über den Autor Oliver Leiste arbeitet seit Anfang 2015 bei MDR SACHSEN-ANHALT - mit dem Schwerpunkt Sport. Dabei begleitet er den Halleschen FC, den 1. FC Magdeburg und den SC Magdeburg durch alle Höhen und Tiefen. Zudem ist er immer auf der Suche nach spannenden Geschichten aus dem Süden Sachsen-Anhalts. Während seines Anglistikstudiums in Leipzig und auch danach war er für die Mitteldeutsche Zeitung in Halle und Radio Mephisto 97,6 am Ball. Als gebürtiger Bernburger hat er in Sachsen-Anhalt schon vieles gesehen und noch lange nicht genug davon.

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MDR/Oliver Leiste, Daniel George

Dieses Thema im Programm: MDR SACHSEN-ANHALT HEUTE | 06. November 2021 | 19:00 Uhr

6 Kommentare

matze0762 vor 28 Wochen

Ein solch sachlichen Kommentar zum Thema HFC habe ich nicht von Dir erwartet - Respekt! Vieles von dem, was Du schreibst stimmt und da bin ich der gleichen Meinung. Erfurt steht da wirklich für den Totalzusammenbruch und als warnendes Beispiel. Das Ziel muss einfach die 2. Liga sein, aber eben so solide, dass man dann die Klasse auch halten kann - das ist die noch größere Hürde. Bei euch scheint ja im Augenblick alles darauf hinzuweisen, dass es mit dem Aufstieg klappt. Vielleicht benötigen wir noch etwas länger, aber der Aufstieg in Liga 2 muss mittelfristig kommen, um nicht finanziell in die Knie zu gehen. Rot/weiße Grüße aus Halle

Maza vor 28 Wochen

Ich bin aber auch der Meinung, dass man nach zehn Jahren
3. Liga mal eine Etage höher
" schielen " sollte. Bis jetzt sind wir finanziell gut über die Runden gekommen. Aber das Beispiel mit Erfurt sollte wirklich nicht außer acht gelassen werden. Bin mir eigentlich sicher,dass bei uns solide gewirtschaftet wird, aber die
2.Liga bietet doch ganz andere finanziellen Möglichkeiten.

revolvere vor 28 Wochen

hfc-er, ich gebe dir recht.
ein abstieg aus liga zwei wäre fataler als alles, was wir in liga drei meistern können. es wird zeit, dass man das erkennt.
ausruhen darf man sich nicht. denn gefestigt ist die sportliche qualifikation und leistung lange nicht.