Eishockey | Oberliga IceFighters und Saale Bulls planen virtuelles Derby vor 30.000 Fans

In der Corona-Krise ist vor allem eines gefragt: Solidarität. Das haben nun auch die beiden Eishockey-Oberliga-Klubs Saale Bulls Halle und EXA IceFighters Leipzig bewiesen, die mit einer kuriosen Aktion nicht nur ihre Existenz sichern wollen, sondern dafür auch ihre jahrelange Rivalität vorerst ruhen lassen.

Lukas Valasek MEC Halle 04 gegen Dimitri Komnik Leipzig
Szene aus dem vergangenen November: Leipzigs Dimitri Komnik (re.) versucht, dem Hallenser Lukas Valasek zu entkommen. Bildrechte: imago images/VIADATA

Dass sich die beiden Eishockeyvereine der Städte Leipzig und Halle nichts schenken, ist allgemein bekannt. Doch in Zeiten der Corona-Pandemie muss die Rivalität erst einmal hinten anstehen. Schließlich bedroht die aktuelle Krise auch die Saale Bulls und die IceFighters in ihrer Existenz.

Um den wirtschaftlichen Folgen entgegenzuwirken, haben sich die beiden Klubs nun eine besondere Idee einfallen lassen: Ein virtuelles Derby, genannt "Summergame". Dieses soll am Ostermontag (13. April) ausgetragen werden und Geld in die Kassen spülen. Dafür bieten die beiden Oberligisten ab sofort virtuelle Tickets für ein virtuelles Freiluftstadion zum Preis von sechs Euro an.

Wer mehr Tickets verkauft, gewinnt das Derby

Daniel Mischner, Geschäftsführer der Saale Bulls Halle.
Daniel Mischer, Geschäftsführer der Saale Bulls Halle. Bildrechte: imago images/VIADATA

Das Stadion, welches aktuell programmiert wird, soll insgesamt 30.000 Zuschauern Platz bieten, teilten die beiden Vereine am Mittwoch (25. März) auf ihrer Homepage mit. Dabei bekommt jeder Klub 50 Prozent der Kapazität zur Verfügung gestellt. Die Challenge ist denkbar einfach: Wer mehr Tickets verkauft, gewinnt auch das Derby.

Da die Partie nur virtuell ausgetragen werden kann, spielen beide Klubs online Eishockey gegeneinander. Die Ticketverkäufer können das Ganze dann im Livestream per Splitscreen verfolgen, inklusive Trash Talk unter den Sportlern, versteht sich. Es handelt sich schließlich um ein Derby.

Ausgefallene Wetteinsätze

Nick Miglio
Die Hallenser hoffen darauf, bald wieder jubeln zu können. Bildrechte: imago images / VIADATA

Dazu haben sich die beiden Geschäftsführer, André Krüll (IceFighters) und Daniel Mischner (Saale Bulls), folgenden Wetteinsatz überlegt: Der Chef des Klubs, der weniger Tickets verkauft, steht beim nächsten Derby in der Saison 2020/2021 während des gesamten Spiels im gegnerischen Fanblock.

Doch damit nicht genug. Nebenbei haben die beiden Vereins-Bosse eine zusätzliche Wette am Laufen – und die hat es in sich. Schließlich benötigt jedes anständige Eishockey-Spiel auch einen "Game Day Presenter" (Sponsor), so auch das "Summergame". Findet also Krüll den höher bietenden Sponsor, begrüßt Bulls-Präsident Mischner beim nächsten Derby im Leipziger Kohlrabizirkus die Zuschauer auf dem Eis im Maskottchen-Outfit der IceFighters. Gewinnt Mischner die Wette, darf sich Krüll im Sparkassen-Eisdom in den Farben der Saale Bulls in Schale werfen.

Einnahmen fangen finanziellen Verlust auf

Der Ticketverkauf für das "Summergame" läuft bis zum 13. April. Beide Klubs können die Einnahmen momentan mehr als gut brauchen. Schaffen es beispielsweise die Saale Bulls, alle Karten zu verkaufen, würden die Einnahmen von 75.000 Euro dem vom Verein errechneten Verlust aufgrund des vorzeitigen Saisonabbruchs von mindestens 60.000 Euro auffangen.

Auch wenn sie die beiden Vereine in der nächsten Saison mit Sicherheit wieder heiße Duelle auf dem Eis liefern werden. In der aktuellen Situation ist der Zusammenhalt zwischen den beiden Rivalen beispielhaft. In diesem Sinne – it’s Derby-Time!

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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR aktuell | 26. März 2020 | 12:40 Uhr

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