Eishockey | DEL2 Dresden und Crimmitschau wollen DEL2-Titel, Weißwasser greift nach dem letzten Strohhalm

Ab Mittwoch kämpfen die Dresdner Eislöwen und die Eispiraten Crimmitschau um den Meistertitel in der DEL2. Der sportliche Sprung ins Oberhaus kann allerdings nur einem Team gelingen. Derweil geht es für die Lausitzer Füchse um den Verbleib in der zweithöchsten deutschen Eishockey-Liga.

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Auch wenn der Vorrunden-Titel knapp verpasst wurde, blicken die Dresdner Eislöwen auf eine bisher mehr als gelungene Spielzeit in der DEL2 zurück. Nachdem die Sachsen im vergangenen Jahr als Tabellen-Vorletzer nur aufgrund des vorzeitigen Saisonabbruchs die Klasse hielten, gab es in dieser Spielzeit regelmäßig Grund zum Jubeln. Der Lohn: 110 Punkte aus 52 Partien und der zweite Tabellenplatz zum Abschluss der Vorrunde. Wenig verwunderlich, dass die Eislöwen auf der Trainerposition für Klarheit gesorgt haben und den Vertrag mit Erfolgscoach Andreas Brockmann zum Wochenbeginn verlängerten. "Mir macht es Spaß, mit jungen Leuten zu arbeiten. Mir gefällt die Stadt, mir gefällt das Umfeld, es ist alles top hier" begründete Brockmann seine Bereitschaft, trotz der Angebote von anderen Vereinen, weiter bei den Blau-Weißen zu arbeiten.

Sportlicher Aufstieg vom Tisch

Andreas Brockmann
Trainer Andreas Brockmann verlängert kurz vor dem Start in die Playoffs seinen Vertrag in Dresden. Bildrechte: IMAGO / Hentschel

Dass der DEL2-Trainer des Jahres sein Team in der kommenden Saison im Oberhaus betreut, ist dagegen unwahrscheinlich. Da die nötigen Unterlagen für die Lizenz nicht fristgerecht eingereicht wurden, ist ein sportlicher Aufstieg der Dresdner, im Falle der Meisterschaft, nicht möglich. Eine nachträgliche Verhandlung vor einem Schiedsgericht fiel zu Ungunsten der Eislöwen aus. So bleibt nur die Hoffnung, als wirtschaftlicher Nachrücker den Sprung in die DEL zu schaffen.

Mit dem Meistertitel in der DEL2 haben die Eislöwen dennoch ein großes Ziel vor Augen. Am Mittwoch (14.03.2022) steht im Viertelfinale der erste von sieben Vergleichen gegen die Heilbronner Falken an. "Dass wir am Ende nach der Vorrunde so weit oben stehen, damit hat keiner gerechnet", betonte Brockmann: "Jetzt wollen wir, wenn es darauf ankommt, noch eine Schippe drauflegen. Playoffs zu spielen, ist das Schönste, und das muss man genießen."

Die Hauptrunde schloss Dresdens Gegner auf Platz sieben ab. Die Qualifikation für die Endrunde erfolgte erst über die Pre-Playoffs. Die Bilanz spricht in jedem Fall für Dresden. Der erste Vergleich ging am 3. Spieltag zwar deutlich verloren, die drei folgenden Partien konnten die Eislöwen dann aber für sich entscheiden (4:3, 4:1, 5:2).

Eispiraten erstmals seit 2008 wieder dabei

Mit den Eispiraten Crimmitschau hat es ein weiterer Vertreter aus Sachsen in die "heiße Phase" der Saison geschafft. Mit einem 2:0 gegen Landshut schaffte der ETC vorzeitig und erstmals seit 2008 wieder den direkten Sprung in die Playoffs. Selbst eine deutliche 1:4-Niederlage zum Vorrunden-Abschluss gegen Bayreuth konnte die Eispiraten nicht mehr von Rang sechs und der damit einhergehenden direkten Qualifikation für die Runde der besten acht verdrängen.

Mit Ravensburg wartet allerdings ein dickes Brett auf das Team von Marian Bazany. Die Towerstars schlossen die Vorrunde als Dritter nur drei Punkte hinter den Eislöwen ab und zeigten Crimmitschau in drei Vorrundenpartien (1:5, 0:3, 0:4) - ein Spiel wurde abgesagt - deutlich die Grenzen auf. Kein Grund für Bazany, ängstlich zu sein: "Ravensburg ist eine gute Mannschaft, sie sind sehr gut von der ersten bis zur letzten Position besetzt. Nichtsdestotrotz, in den Playoffs ist alles möglich. Wir sind physisch und mental bereit, Ravensburg einen guten Kampf zu liefern."    

Marian Bazany, Co-Trainer Eisbären Berlin
Marian Bazany tritt mit den Eispiraten in den Playoffs gegen die Bayreuth Tigers an. Bildrechte: imago/foto2press

Und Bazany brachte das Aufeinandertreffen mit Ravensburg auf den Punkt. "Playoffs? Das ist wie in der Savanne! Da werden die Schwachen und Langsamen zuerst gefressen", blickte der 46-Jähre auf den Social-Media-Kanälen der Eispiraten voraus.

Füchse kämpfen gegen Bad Tölz um den Liga-Verbleib

Während man in Dresden und Crimmitschau vom großen Wurf träumt, geht es für Weißwasser um den DEL2-Verbleib. Die Konsequenz aus 30 Niederlagen in 52 Vorrunden-Partien ist der vorletzte Tabellenplatz für die Lausitzer Füchse. Dabei wurde zu Beginn der Saison noch das Erreichen der Meisterrunde als Ziel ausgerufen. Die dafür notwendigen Punkte blieben aber auch unter Petteri Väkiparta aus, der Chris Straube auf der Trainerbank beerbte. Die deftige 1:5-Abreibung gegen Ravensburg stellte den traurigen Abschluss einer schon jetzt völlig verkorksten Saison für Weißwasser dar.

Gegen die Tölzer Löwen heißt es nun: Retten, was zu retten ist. Für Geschäftsführer Dirk Rohrbach spielt alles, was bis dahin gewesen ist, keine Rolle mehr: "Jetzt geht es in die Playdowns und da müssen wir uns konzentrieren, dass wir die Klasse halten. Und das schnellstmöglich, da wir Planungssicherheit für die neue Saison brauchen."

Die Oberbayern schlossen die Vorrunde knapp vor den Füchsen auf Rang zwölf ab und haben in den Playdowns zunächst Heimrecht. Im direkten Vergleich hatte Weißwassers Gegner in dieser Saison meist die Nase vorn. Während sich die Füchse in der Hinrunde für die Auftaktpleite mit einem 4:1 revanchieren konnten, setzte es in der Rückrunde zwei weitere Niederlagen (0:4, 1:3). Jetzt werden die Karten neu gemischt: "Wir kennen Bad Tölz, wir kennen den Trainer und wir kennen das System. Wir haben viele Videos gesehen und haben die Schwächen ausgelotet. Das erste Spiel ist richtungsweisend", meinte Rohrbach.   

Weißwassers Trainer Dirk Rohrbach
Weißwassers Geschäftsführer Dirk Rohrbach. Bildrechte: imago/Robert Michael

Modus

Für die Playoffs haben sich die acht besten Teams der Vorrunde qualifiziert. Mit dem Start der Viertelfinals duellieren sich die Teams im Modus Best-Of-Seven - wer zuerst vier Partien gewinnt, zieht in die nächste Runde ein.

Die vier schlechtesten Teams treten in den Playdowns ebenfalls in einer Best-Of-Seven-Serie an. Die beiden siegreichen Teams der ersten Runde halten die Klasse, die Verlierer bekommen im Anschluss im direkten Duell die letzte Chance auf den Liga-Verbleib.

Viertelfinal-Termine Playoffs/Playdowns
  Playoffs Playoffs Playdowns
16.03. Dresdner Eislöwen - Heilbronner Falken Ravensburg Towerstars - Eispiraten Crimmitschau Tölzer Löwen - Lausitzer Füchse
18.03. Heilbronner Falken - Dresdner Eislöwen Eispiraten Crimmitschau - Ravensburg Towerstars Lausitzer Füchse - Tölzer Löwen
20.03. Dresdner Eislöwen - Heilbronner Falken Ravensburg Towerstars - Eispiraten Crimmitschau Tölzer Löwen - Lausitzer Füchse
22.03. Heilbronner Falken - Dresdner Eislöwen Eispiraten Crimmitschau - Ravensburg Towerstars Lausitzer Füchse - Tölzer Löwen
25.03. Dresdner Eislöwen - Heilbronner Falken Ravensburg Towerstars - Eispiraten Crimmitschau Tölzer Löwen - Lausitzer Füchse
27.03. Heilbronner Falken - Dresdner Eislöwen Eispiraten Crimmitschau - Ravensburg Towerstars Lausitzer Füchse - Tölzer Löwen
29.03. Dresdner Eislöwen - Heilbronner Falken Ravensburg Towerstars - Eispiraten Crimmitschau Tölzer Löwen - Lausitzer Füchse

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jmd/jsc

Dieses Thema im Programm: MDR+ | "SpiO"-Talk | 15. März 2022 | 09:20 Uhr

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