DDR-Oberliga - Die Wendesaison BFC-Blamage und FCM-Wende in der Hitze

19. August 1989 - 2. Spieltag

Ist das schon der Trend für die Saison? Nach zwei Spieltagen stehen nur noch drei Mannschaften ohne Minuspunkt da: Lok, FCM und DDR-Meister Dynamo Dresden. Für den höchsten Sieg sorgte derweil der HFC. Wieder nur ein Remis erreichte dagegen der BFC Dynamo. Das Ende der Tabelle "ziert" der immer noch torlose FC Carl Zeiss Jena.

Stahl Brandenburg - BFC Dynamo 1:1 (0:0)

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DDR-Oberliga 1989/90 - Die Wendesaison

Brandenburg knöpft BFC Punkt ab

2. Spieltag. Überraschung in Brandenburg: Die Stahl-Elf erkämpft gegen den BFC ein umjubeltes Unentschieden.

03:25 min

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Nach dem überraschenden 2:2 zum Auftakt gegen Erfurt kam der BFC wieder nur zu einem Punkt - diesmal in Brandenburg. Anders als zu erwarten war, igelten sich die Gastgeber nicht ein, sondern suchten ihr Heil bei über 30°C erstaunlich oft in der Offensive. Nichtsdestotrotz hatten die Berliner die etwas besseren Chancen, von denen Andreas Thom jedoch nur eine nutzte. Das rächte sich in der Schlussphase, in der Jens Pfahl zum umjubelten Ausgleich für den leidenschaftlich kämpfenden Außenseiter traf.

1. FC Magdeburg – Hansa Rostock 2:1 (0:1)

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FCM gewinnt Spitzenspiel gegen Hansa

2. Spieltag: Der FCM gewinnt das Topspiel.

01:25 min

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Das Topspiel des zweiten Spieltags fand in Magdeburg statt. Dabei waren die Gäste aus Rostock in der ersten Halbzeit das bessere Team, kombinierten gut, sorgten mit schnellen Gegenstößen immer wieder für Gefahr. Die 1:0-Führung durch Hilmar Weilandt war entsprechend verdient. Zur Pause brachte FCM-Trainer Joachim Streich mit Heiko Laeßig einen dritten Stürmer. Hansa wurde auch dadurch immer defensiver und machte dabei zunehmend mehr Fehler. Der größte war, den 1,93-m-Riesen Dirk Stahman bei Eckbällen nicht gut genug zu decken.

Wismut Aue – 1. FC Lok Leipzig 0:1 (0:0)

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Foul-Festival bei Aue gegen Lok

2. Spieltag: Fußball für Feinschmecker war die Partie Aue gegen Lok nun wahrlich nicht. Statt vieler Tore gab es viele Fouls und am Ende den Zweikampf der Trainer.

02:07 min

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Nach der 1:5-Pleite in der Vorsaison setzte Wismut-Coach Ulrich Schulze auf eisenharte Manndeckung. Vor allem der dreifache Torschütze vom letzten Mal, Damian Halata, bekam das zu spüren. Darunter litt das Spielerische. Es dominierten verbissen geführte Zweikämpfe und Fouls. Das entscheidende Tor für den insgesamt besseren FCL erzielte Bernd Hobsch kurz nach der Pause per Kopf. Aue hatte seine einzige richtig gute Chance erst kurz vor Schluss durch Holger Koch, aber René Müller war da auf dem Posten und hielt Loks Tabellenführung fest.

Fortschritt Bischofswerda – Dynamo Dresden 0:1 (0:0)

Zu einem knappen Auswärtssieg kam auch Dynamo Dresden im ausverkauften „Stadion der Jugend“, wo Aufsteiger Bischofswerda eine couragierte Leistung zeigte. In der ersten Halbzeit waren die Gastgeber sogar klar besser, schafften trotz guter Chancen aber nur einen Lattentreffer (Jürgen Schwarz/38.). In der Pause prach Dynamo-Trainer offenbar Klartext, brachte Stürmer Uwe Jähnig und zog Matthias Sammer zurück ins Mittelfeld. Zudem musste Fortschritt seinem Tempo in Hälfte eins Tribut zollen. Das alles mündete im Siegtreffer durch Joker Torsten Gütschow.

Hallescher FC – FC Karl-Marx-Stadt 4:0 (2:0)

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Hoher HFC-Sieg gegen FCK

2. Spieltag: Der FCK schluderte bei seinen Chancen - und bekam dafür die schmerzhafte Quittung.

02:13 min

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Die Partie in Halle war ein gutes Beispiel dafür, wie krass ein Spiel kippen kann. Hier dominierte nämlich in den ersten 30 Minuten der FCK. Vor allem Rico Steinmann versorgte seine Angreifer immer wieder mit guten Zuspielen, doch die konnten keine ihrer zahlreichen Möglichkeiten nutzen. Ganz anders der HFC: Die Gastgeber nutzten gleich ihren ersten guten Angriff zum 1:0. Mit dem Tor kippte das Spiel. Dem FCK gelang nun fast gar nichts mehr. Der stark konternde HFC wurde dagegen immer sicherer und fuhr letztlich den höchsten Sieg des Tages ein.

Energie Cottbus – Carl Zeiss Jena 1:0 (0:0)

Fußball zum Abgewöhnen gab es im Cottbusser "Stadion der Freundschaft" zu sehen. 45 Minuten lang wurde getreten, das Spiel verzögert, der Ball in der hinteren Reihe hin- und hergeschoben. Jena konnte in der ersten Halbzeit keinen einzigen Torschuss vorweisen. Der zweite Durchgang war dann etwas besser. Hier hielt FCC-Torwart Perry Bräutigam sein Team mit mehreren Glanzparaden im Spiel. Bei Jörg Burows schönem Freistoß-Schlenzer war er machtlos. 

Rot-Weiß Erfurt – Stahl Eisenhüttenstadt 0:0

Magere Fußballkost gab es auch in der Erfurter Hitze. In den ersten 30 Minuten wirkte Eisenhüttenstadt noch bemüht, konzentrierten sich dann jedoch vornehmlich auf die Abwehr. Erfurt wiederum spielte oft hektisch. Da war es nicht verwunderlich, dass die beste Chance ein 20-m-Freistoß-Lattentreffer durch Steffen Dünger war. Mehr sprang - trotz Dauerdrucks - auch in der zweiten Halbzeit nicht heraus. Das hätte sich beinahe gerächt, aber der in der Schlussminute eingewechselte Stahl-Angreifer Timo Löhnert Köpfte auch nur an den Querbalken.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 24. August 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 19. August 2019, 16:45 Uhr

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9 Kommentare

21.08.2019 21:24 Holger (Teutonen 9

Das waren Zeiten.Der BFC und Lok Leipzig spielten richtig guten Fußball.
Schade das der DDR Fußball dann so ausverkauft und ausgeliefert war und wird!
Nicht Red Bull sondern Lok gehört in die 1.Liga ,genauso Magdeburg statt Wolfsburg und Rostock statt Paderborn und Dresden statt Leverkusen.

20.08.2019 20:19 Eisenschwein 8

In dieser Saison war ich zu fast jedem Spiel des FCM zu Hause , sowie auswärts. Gegen Hansa hab ich Uwe aus Halle kennengelernt. Ich saß im Zug und sah einen kaputten Typen mitten in Halle mit vollgepackter FCM jeansweste in den Zug einsteigen. Mensch Uwe. Solange isses her. Und wie toll war diese Saison. Was für ein Mittelfeld hatten wir..... Unvergesslich auch der letzte Spieltag in Kalle Malle. Da waren wir zur Halbzeit Meister. Danke MDR für diesen tollen Rückblick.

19.08.2019 22:50 Thomas 7

Eine tolle Idee! Mit den Videos eine schöne Zeitreise, die Erinnerungen weckt, die man ja teils gar nicht hatte

19.08.2019 22:18 Oldschool 6

@1: Was für ein Schmarrn.

19.08.2019 21:35 JS 5

Danke MDR für die tollen Videos!

19.08.2019 21:08 Klaus 4

Stahmanns trockene Kommentare im Interview - herrlich. Und bei dem Pfostenkracher von Enge denkste, der bricht sich das Bein beim Schuss ...

19.08.2019 19:38 Anhalter 3

Ich würde gerne noch mal von 1988 die HFC Tore sehen, als der HFC gleich zweimal in einem Jahr auswärts in Berlin beim BFC antreten mußte. Ein sensationeller 2:1 Sieg beim BFC und dann nochmal ein 2:2 unentschieden am historischen 13. August 1988 waren die Ausbeute. Ich war beide Spiele live dabei und die werden für immer in Erinnerung bleiben.

19.08.2019 18:04 Egal 2

Traditionalist kommt von traditionell dumm, oder?

19.08.2019 17:10 Traditionalist 1

Heutzutage hätte der Schiri dafür gesorgt, dass Jena einen zweifelhaften Elfer bekommen und Cottbus nicht gewonnen hätte. Ansonsten gewohntes Bild am Tabellenende.

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