DDR-Oberliga - Die Wendesaison Klatsche für Jena - Chaos in Erfurt

2. Dezember 1989 | 13. Spieltag

Der kleine Höhenflug des FC Carl Zeiss wurde an der Havel jäh und böse beendet. Neue Hoffnungen keimen dagegen in Bischofswerda: Die Fortschritt-Elf gewann dank des "Rau-Effekts" das Aufsteiger-Duell. Chaos herrscht derweil beim FC Rot-Weiß Erfurt.

Bischofswerda – Eisenhüttenstadt 2:0 (0:0)

Wer beim Aufsteiger-Duell ein Remis erwartet hatte (es wäre das neunte in Folge für Eisenhüttenstadt gewesen), lag daneben.

Szenen aus dem Spiel Fortschritt Bischofswerda gegen Stahl Eisenhüttenstadt am 2.12.1989 2 min
Bildrechte: MDR/DRA

Das hatte zwei Gründe. Zum einen kamen die Gastgeber mit dem schwer bespielbaren harten und glatten Boden am besten zurecht. Zum anderen war da der "Rau-Effekt". Der alte neue Trainer Horst Rau macht dem abgeschlagenen Oberliga-Schlusslicht offenbar ordentlich Feuer unterm Hintern. Das Ergebnis: ein verdienter Sieg und wieder aufkeimende Hoffnung auf den Klassenerhalt.

Stahl Brandenburg – FC Carl Zeiss Jena 4:0 (1:0)

Zuschauer in Bischofswerda 1 min
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Nach zwei Heimsiegen und einem Remis in Aue war beim FC Carl Zeiss fast schon wieder Euphorie eingekehrt. Die Klatsche in Brandenburg beendete die Höhegefühle rabiat. Mann des Spiels war Stahl-Stürmer Jeske, der sich nach einer Denkpause im Nachwuchsteam geläutert gab und sofort lieferte: Jeske leitete das 2:0 mit einem Doppelpass ein und besorgte die zwei Tore danach gleich selbst. Bei seinem 3:0 war er in der eigenen Hälfte gestartet.

Rot-Weiß Erfurt – Hansa Rostock 0:1 (0:0)

Chaos in Erfurt: Nach internen Querelen war Klubchef Rainer Döling zurückgetreten. Doch Karl-Heinz Friedrich, der sich schon vor dem Rücktritt selbst in Spiel gebracht hatte, schwänzte den Wahlabend – weil er lieber ein Angebot aus Karl-Marx-Stadt angenommen hatte. Das RWE-Team griff das Niveau auf und zeigte eine ganz schwache Leistung. Hansa zeigte in der mäßigen Partie zumindest ein paar ansehnliche Kombinationen, traf Latte und Pfosten (33.). Das Goldene Tor im Smog von Erfurt erzielte Weichert.

Szene aus Rot-Weiß Erfurt - Hansa Rostock am 2.12.1989
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Energie Cottbus – HFC Chemie 1:1 (1:0)

Vor 8.300 Zuschauern (klarer Bestwert an diesem 13. Spieltag) wirkten die Gastgeber agiler und wacher. Folgerichtig gelang auch die Führung. Mit der Zeit wurde der HFC aber immer stärker. Die beste Chance auf den Ausgleich wurde allerdings vergeben: Schülbe scheiterte bei seinem Strafstoß an Energie-Keeper Opitz. Es folgten weitere dicke Chancen. Das verdiente 1:1 erzielte Neitzel unter Mithilfe der Cottbusser.

Energie Cottbus gegen HFC Chemie am 2.12.1989.
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1. FC Lok Leipzig – Dynamo Dresden

Die noch ausstehende Partie war wegen Smog-Einsatzstufe 2 abgesagt worden und findet am 5.12.1989 statt.

Die anderen Spiele des 13. Spieltags

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 07. Dezember 2019 | 16:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 02. Dezember 2019, 13:36 Uhr

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