DDR-Oberliga - Die Wendesaison Remis im "Supercup 2" – FCM jetzt allein vorn

28. Oktober 1989 | 9. Spieltag

Der 9. Oberliga-Spieltag war ein Tag der Unentschieden. Vier Partien endeten ohne Sieger. So auch im Dynamo-Duell BFC gegen Dresden. Von der Punkteteilung profitierte der FCM, der jetzt wieder allein die Tabelle anführt. Ein ordentliches Remis gab es auch zwischen Erfurt und Cottbus. Letztere sind jetzt seit sechs Spieltagen ungeschlagen (drei Siege, drei Remis) und bleiben auf Rang drei.

Thomas Doll (BFC) bejubelt sein 1:1
Thomas Doll bejubelt den Ausgleich beim Dynamo-Klassiker Bildrechte: MDR/DRA

BFC Dynamo – Dynamo Dresden 1:1 (0:1)

In der ersten Hälfte dieser Neuauflage des Supercups mit 18.500 Zuschauern (!), dominierte Dresden klar. Die Sachsen waren variabler und kombinierten passsicher. Und sie erzielten ein wundervolles Tor: Nach einem weiten Einwurf und Kopfballverlängerung wuchtete Kirsten den Ball aus der Drehung und 16 m Entfernung ins rechte Dreiangel.

Kurz vor der Pause vergab Sammer die Chance zu erhöhen. Ein 2:0 wäre hier vielleicht auch vorentscheidend gewesen. Jedenfalls besann sich der BFC zur Pause, spielte nun druckvoller und glich mit einem scharfen 15-m-Schuss des starken Doll zum insgesamt gerechten 1:1 aus.

Stahl Brandenburg – 1. FC Magdeburg 0:1 (0:0)

Der 1. FC  Magdeburg bejubelt das Siegtor gegen Stahl Brandenburg 1 min
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Der 1. FC Magdeburg war in Brandenburg das klar bessere Team. Schütze des Goldenen Tores war Wolfgang "Maxe" Steinbach.

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Von der Punkteteilung der Dynamos profitierte der FCM, der in Brandenburg die klar bessere Mannschaft stellte. Dreh- und Angelpunkt des blau-weißen Spiels war einmal mehr Oldie „Maxe“ Steinbach. Der 35-Jährige erzielte auch das Tor des Tages. Vorbereiter waren die in der Offensive ebenfalls sehr agilen Rösler und Minkwitz. Magdeburgs Sieg hätte noch höher ausfallen können bzw. müssen, aber dafür wurden die Konter zu schlecht ausgespielt.

Rot-Weiß Erfurt – Energie Cottbus 2:2 (2:2)

Eine der aufregendsten Halbzeiten dieser Oberliga-Saison gab es im Erfurter Georgi-Dimitroff-Stadion zu sehen, wo es von Beginn an ordentlich zur Sache ging: Bereits nach knapp zwei Minuten nagelte Erfurts Hewun den Ball an die Latte. Zwei weitere Minuten später köpfte der Cottbusser Irrgang das Leder auf der anderen Seite an die Lattenunterkante. Es folgten zwei Kopfballtore von Sander, der nun die Torschützenliste mit sieben Toren in sechs Spielen anführt, sowie Treffer von Schmidt und Heun. In der zweiten Halbzeit ging es etwas ruhiger zu. Die größte Chance zum möglichen Siegtreffer hatte der eingewechselte Merkel, der aber nur den Pfosten traf (74.).

1. FC Lok Leipzig – FC Carl Zeiss Jena 1:0 (1:0)

Das 51. Duell der beiden Teams war wahrscheinlich das langweiligste und schlechteste überhaupt. Einziger Höhepunkt war Marschalls früher Kopfballtreffer nach einem Freistoß von Scholz. Gegen Ende besaß Lok noch ein paar Chancen zu erhöhen. Von Jena kam noch viel weniger. Das Gegurke auf dem Rasen hat der für drei Spiele gesperrte Lok-Trainer Thomale übrigens von der Tribüne aus betrachtet. Für ihn sah die Partie, so erklärte er hinterher, "ebenso unattraktiv, als hätte ich sie von unten verfolgt".

Wismut Aue – HFC Chemie 1:1 (0:0)

Aues Steffen Kraus im Kopfballduell mit Halles Rene Tretschok
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Wenig ansehnlich war auch die Partie in Aue, zu der sich immerhin 10.500 Zuschauer eingefunden hatten. Etwas mehr als eine Halbzeit lang war Aue besser, scheiterte aber immer wieder an HFC-Keeper Adler. Nach etwa 50 Minuten wurde Aue immer hektischer. Der HFC übernahm nun die Initiative und ging durch Penneke in Führung, der den Ball sehenswert volley einschoss. Es sollte nicht das Siegtor sein, denn in der Schlussminute erhielt Aue einen schmeichelhaften Foulelfmeter.

Bischofswerda – FC Karl-Marx-Stadt 1:2 (0:0)

Der Aufsteiger spielte wieder wie ein Absteiger - Bischofswerda bleibt das Schlusslicht der Oberliga. Dabei war gegen den erstaunlich zurückhaltenden EC-Vertreter FCK einiges drin. Aber nach vorn ging bei Fortschritt mal wieder nicht viel. Beim 1:1 der Gastgeber musste dann auch der FCK ordentlich mithelfen: Illings Rückpass landete vor den Füßen von Schwarz, der Keeper Schmidt umspielte und einnetzte. Das Siegtor erzielte Wienhold nach einem Steinmann-Freistoß per Kopf.

Eisenhüttenstadt – Hansa Rostock 1:1 (0:0)

Die Remis-Könige haben wieder zugeschlagen. Das 1:1 gegen Hansa war bereits das siebte der Stahl-Elf in dieser Saison. In der ersten Halbzeit hatten die Gäste leichte Chancenvorteile, das 0:0 zur Pause ging aber trotzdem in Ordnung. Nach dem Wechsel gingen die weiterhin mit erheblichen Personalproblemen belasteten Eisenhüttenstädter in Führung. Dowe glich für Hansa nach einem heißen Laufduell mit Kluge aus.

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 02. November 2019 | 16:30 Uhr

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