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Bildrechte: IMAGO / Köhn

Badkurvenversteher | Folge 4Lok-Trainer Almedin Civa: "Vom Profifußball hab ich die Nase voll"

von Oliver Leiste, MDR SACHSEN-ANHALT

Stand: 03. August 2022, 17:21 Uhr

Almedin Civa spielte einst für den HFC und den VfB Leipzig. Seit zwei Jahren ist er zurück in Probstheida – und hat auch den Nachbarn aus Halle stets im Blick. Im Podcast spricht er über Glücksmomente, bittere Erfahrungen als Spieler und das Privileg des Fußballs.

"Lok und Halle, nur Kaputte", so schallt es bei den Spielen des Halleschen FC und von Lok Leipzig häufig von den Rängen. Die Fans beider Vereine verbindet eine Freundschaft. Am vergangenen Freitag waren die Rufe noch ein wenig lauter als sonst zu hören. Denn da standen sich beide Vereine in einem Testspiel gegenüber und die Fans feierten gemeinsam. Lok-Trainer Almedin Civa hat einst für den VfB Leipzig, Loks Vorgängerverein, und den HFC gespielt. Nun ist er seit zwei Jahren zurück in Probstheida und auch deshalb einen guten Blick auf beide Vereine.

Folge 4 des Badkurvenverstehers in in der Übersicht:

Auf Sand gebaut – ab Minute 12:00

Almedin Civa hat als Spieler und als Trainer schon viel erlebt. Und musste dabei fast immer mit sehr begrenzten Mitteln auskommen. “In den Neunzigern und frühen 2000ern war es eigentlich normal, dass du als Spieler in der 3. oder 4. Liga mehrere Monate im Jahr kein Geld bekommen hast. Das war schon fast einkalkuliert", sagt er etwa. Auch als Trainer bei Babelsberg und nun bei Lok Leipzig war Geld bislang in der Regel vor allem eins: nicht vorhanden. Trotzdem versuchen er und seine Mitstreiter – häufig sehr erfolgreich – aus minimalen Möglichkeiten das Maximale heraus zu holen. 

"Leipzig und Halle? Das war meine schlimmste Zeit als Spieler" – ab Minute 17:15 

Almedin Civa bewies in seiner Karriere immer wieder große Loyalität zu seinen Vereinen. Insbesondere bei TeBe Berlin und beim SV Babelsberg. Zwischen Sommer 2003 und Januar 2005 wechselte er in anderthalb Jahren jedoch gleich vier Mal den Verein. Stationen in dieser Zeit waren der VfB Leipzig, Sachsen Leipzig, der Hallesche FC und schließlich der SV Yesilyurt in Berlin. “Das war meine schlimmste Zeit als Spieler", gibt Civa unumwunden zu. Weil Versprechungen nicht eingehalten wurden, weil er sich mit Fans anlegte und weil der damalige Mittelfeldspieler auch privat mit einigen Problemen zu kämpfen hatte.

Im Podcast beschreibt Civa, welches Verhältnis er zu Hermann Andreev hat, dem er von Babelsberg nach Leipzig und Halle folgte. Und er spricht sehr offen darüber, wie der Tod des jungen HFC-Torwarts Mirko Egert im Spätsommer 2004 die Mannschaft geschockt hat. Womöglich war das der Hauptgrund für den Misserfolg des HFC zu jener Zeit – auch wenn das damals kaum jemand wahrhaben wollte. Trotz allem blickt Civa aber versöhnlich auf seine Zeit in Halle zurück.

Almedin Civa arbeitet seit zwei Jahren wieder in Probstheida. Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister

"Im Fußball zu arbeiten ist ein Privileg" – ab Minute 55:00

Civa wurde im heutigen Bosnien und Herzegowina geboren. Der Jugoslawienkrieg in seiner Heimat hat ihn geprägt, auch wenn er da längst in Deutschland lebte. Umso mehr schmerzt es ihn, heutzutage identische Bilder aus der Ukraine zu sehen. Fußball wird da zur Nebensache, ist er sich sicher. "Wir sitzen hier und unterhalten uns. Zur gleichen Zeit ist dort jede Minute Überlebenskampf. Das ist das Erschreckende an der heutigen Zeit. Wir haben den 2. August 2022. Und nicht 1822." 

Anschließend erklärt Almedin Civa, warum er keinerlei Ambitionen mehr hat, noch mal im Profifußball zu arbeiten.

Wo der Podcast zu hören ist

Bildrechte: Mitteldeutscher Rundfunk

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MDR (Oliver Leiste)

Dieses Thema im Programm:MDR SACHSEN-ANHALT – Das Radio wie wir | 30. Juli 2022 | 13:50 Uhr

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