Fußball | Bundesliga Abbruch-Regelung vertagt - Saisonfinale notfalls im Juli

Wie wird gewertet, wenn die Bundesliga-Saison abgebrochen wird? Diese heikle Frage wurde am Donnerstag noch einmal vertagt. Dennoch legte die DFL teils weitreichende Entscheidungen fest. Zudem gab die DFL bekannt, dass über das Dresden-Spiel in Bielefeld in der kommenden Woche entschieden wird.

Logo der DFL vor der Zentrale in der Innenstadt von Frankfurt am Main.
Bildrechte: imago images/Ralph Peters

"Für den Fall, dass eine Fortführung des Spielbetriebs durch künftige Entwicklungen nicht mehr möglich sein sollte und die Saison vorzeitig abgebrochen werden muss, soll innerhalb der nächsten beiden Wochen eine Regelung hinsichtlich der sportlichen Wertung entwickelt werden", hieß es in der DFL-Mitteilung vom Donnerstag. Das Thema sei bei der Mitgliederversammlung "nicht vertiefend erörtert" worden.

Die DFL hält weiter an ihrem Plan fest, die laufende Saison trotz der derzeitigen Coronavirus-Pandemie vollständig und inklusive Relegation beenden zu wollen. Dies sei "einstimmig mit einer Enthaltung" bekräftigt worden, hieß es vom Ligaverband. Geplant ist die Beendigung bis zum 30. Juni. Falls es notwendig sei, soll dies, sofern rechtlich möglich, auch im Juli noch geschehen.

Fortsetzung nach 30. Juni möglich - Fünf Auswechslungen erlaubt

Beschlossen wurde hingegen, dass die Saison auch nach dem 30. Juni fortgesetzt werden kann, sofern bis zu diesem Datum die verbliebenen Spiele nicht stattfinden können. Auch Relegationsspiele sollen wie geplant stattfinden. Außerdem stehen den Mannschaften fortan fünf statt drei Auswechslungen zur Verfügung - einem taktisches Zeitspiel wurde aber ein Riegel vorgeschoben. Für die fünf Auswechslungen sollen die Mannschaften nämlich nur «drei Gelegenheiten» erhalten. Die "Kommission Fußball" der DFL empfiehlt zudem, dass maximal zwei Spieler gleichzeitig eingewechselt werden.

Stadionwechsel als Option

Zudem kann ein Spiel aus "übergeordneten zwingenden rechtlichen, organisatorischen und/oder sicherheitstechnischen Gründen kurzfristig in einem anderen Stadion" ausgetragen werden. Außerdem wurden das Hygienekonzept in die DFL-Spielordnung aufgenommen und dem DFL-Präsidium gestattet, die Wechselperioden der kommenden Saison im Rahmen der FIFA-Vorgaben zu verändern.

DFL zahlt bis zu 1,5 Millionen Euro an Regional- und Landesverbände

Des Weiteren unterstützt die DFL die Regional- und Landesverbände des Deutschen Fußball-Bundes (DFB) mit einer Zahlung von bis zu 1,5 Millionen Euro. Dabei sollen 750.000 Euro zeitnah gezahlt und weitere 750.000 Euro anteilig für jeden weiteren durchgeführten Bundesliga-Spieltag ausbezahlt werden. Die DFL kompensiert mit der freiwilligen Aktion einen prozentualen Anteil der Ticketerlöse bei den Proficlubs, von denen die Regional- und Landesverbände normalerweise profitieren und die nun wegen der Geisterspiele entfallen. Für die Verteilung und Ausschüttung des Geldes ist der DFB zuständig, hieß es von der DFL.

Bielefeld vs. Dynamo: DFL entscheidet kommende Woche

Die Entscheidung über eine Verlegung des Zweitliga-Spiels von Dynamo Dresden bei Arminia Bielefeld soll in der kommenden Woche fallen. Das teilte die DFL bei der Veröffentlichung der zeitgenauen Ansetzungen für die Spieltage 27 bis 29 mit. "Hierzu befindet sich die DFL in Gesprächen mit den Verantwortlichen der SG Dynamo", hieß es am Donnerstag. Provisorisch wurde das Spiel für den 27. Mai um 18:30 Uhr angesetzt. Damit blieben Dresden allerdings nur vier Tage Mannschaftstraining vor dem scharfen Start. Der gesamte Kader befindet sich wegen zweier Corona-Fälle noch bis einschließlich 22. Mai unter häuslicher Quarantäne. Bereits am Mittwoch hatte sich Dresdens Finanzchef Michael Born für eine Verlegung stark gemacht. "Unter einem fairen Wettbewerb verstehe ich nicht, wenn man drei Tage nach der Quarantäne wieder in ein Meisterschaftsspiel gehen muss. Man muss schon einige Tage Mannschaftstraining haben", sagte Born.


sid/dpa/red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 14. Mai 2020 | 17:45 Uhr

10 Kommentare

jochen vor 3 Wochen

Manche Beiträge sind schockierend-"Schlachtfeld Bundesliga"-was sind das nur für "Menschen"? Und was eine Verzerrung betrifft ,die haben die Elbtaler selbst indiziert

SGDHarzer66 vor 3 Wochen

Hier geht es ganz klar und für jeden offensichtlich um eine Verzerrung des Wettbewerbs. Selbstverständlich braucht auch Dynamo eine angemessene Vorlaufzeit bis zum Wiedereinstieg.
Und ich meine, dies wird auch so kommen.
Alles andere wird dann sportlich entschieden, wenn man unter den gegebenen Umständen von "sportlich" überhaupt sprechen darf.
Gruß an wolle010, Du hast vollkommen Recht mit Deiner Einschätzung.

A.d.R ist Back vor 3 Wochen

Vor 4 Wochen wäre ein Abbruch aller Ligen kein Problem gewesen aber da wurde noch um den Ausgang der Pandemie gezockt, jetzt ist es zu spät und ich möchte nicht wissen was der DFB für Versprechungen gemacht hat. Mir scheint dieses geld Gebilde ist kurz vorm Kollaps und das heißt für alle durchhalten und es wird bald keine Gebilde mehr geben.