Fußball | Frauen Mittag will Frauenfußball bei RB Leipzig mit vorantreiben: "Wir streben nach dem Höchstmöglichen"

Nach etlichen nationalen sowie internationalen Titeln wird Anja Mittag ihre Fußballschuhe endgültig an den Nagel hängen. Als Individualtrainerin bei RB Leipzig verfolgt sie aber weiterhin große Ziele – und will die Entwicklung im Frauenfußball voranzutreiben.

Anja Mittag im SpiO-Talk 13 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sport im Osten Do 16.07.2020 13:30Uhr 13:20 min

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Die Zahlen sind beeindruckend: Olympisches Gold, ein Welt- und drei Europameistertitel, sechs deutsche Meisterschaften sowie drei DFB-Pokalsiege. Anja Mittag stand in ihrer Karriere mehr als nur einmal ganz oben auf dem Podest. Nun hat die 35-jährige Ausnahmeathletin nach 18 Jahren ihr Karriereende verkündet.

Abschied mit Wehmut

Auch wenn ihre Entscheidung bereits länger feststand, ging der Abschied nicht ganz ohne Wehmut über die Bühne. "Ich wurde gestern schon von meinen Emotionen übermannt", berichtete Mittag im "SpiO"-Talk am Donnerstag (16. Juli): "Ich habe viele Nachrichten bekommen. Man ist schon ein Stück traurig, dass es zu Ende geht. Jetzt kann man aber einen Haken machen und den nächsten Schritt gehen."

"Olympiasieg ein absolutes Highlight"

Große Titel hat die in Chemnitz aufgewachsene Angreiferin in ihrer Laufbahn zur Genüge gewonnen. Einige waren aber ganz besonders. "Zum Beispiel der Champions-League-Sieg 2010 mit Turbine Potsdam. Auch der Olympiasieg 2016 in Brasilien war ein absolutes Highlight", meinte Mittag. Darüber hinaus hinterließ vor allem ihre Zeit im Ausland bleibende Eindrücke - gerade abseits des Rasens. Die Stationen in Schweden (QBIK Karlstad und FC Rosengard) und Frankreich (Paris Saint-Germain) waren "eine der besten Erfahrungen", so Mittag: "Du lernst, absolut selbstständig zu sein und kannst gleichzeitig andere Kulturen kennenlernen. Das würde ich jedem empfehlen."

Anja Mittag
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Erfahrungsschatz soll RB-Frauen helfen

Mit 158 A-Länderspielen rangiert Mittag auf dem vierten Platz der Rekordspielerinnen im DFB-Dress. Neben 50 Treffern für die Nationalelf netzte sie auch in der Bundesliga fleißig ein (121 Treffer in 180 Partien). In der letzten Saison hatte sie dann als Spielerin und Trainerin für den Offensivbereich bei RB Leipzig mit 17 Toren maßgeblichen Anteil am Gewinn der Regionalliga-Meisterschaft und dem Aufstieg in die 2. Bundesliga. Ihren geballten Erfahrungsschatz wird sie als Individualtrainerin bei den Messestädtern auch künftig einbringen. "Wir streben nach dem Höchstmöglichen und das ist die Bundesliga. Langfristig wollen wir an der Spitze angreifen."

Differenzen zum Herrenbereich weiterhin groß

Auch wenn der Frauenfußball in den letzten Jahren "professioneller" geworden ist, sind die Differenzen zum Herrenbereich weiterhin groß. Von einer Gleichstellung sei man noch weit entfernt, unterstrich Mittag: "Wir sind froh, wenn wir von unserem Hobby leben und es zu unserem Beruf machen können." Aktuell trainiert einzig Imke Wübbenhorst mit dem Regionalligisten Sportfreunde Lotte einen höherklassigen Verein. "Es gibt zu wenig Frauen, die den Mut dazu haben", ist sich Mittag sicher. Auch für sie persönlich sei ein solcher Schritt noch in weiter Entfernung, "aber wer weiß, was kommt."

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jsc

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | MDR Aktuell | 16. Juli 2020 | 17:45 Uhr

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