Im Bild von links:  Niklas Moisander (18, Bremen), Stefan Ilsanker (13, RB Leipzig), Dominik Kaiser (24, RB Leipzig), Thomas Delaney (6, Bremen) und Max Kruse (10, Bremen)
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Fußball | Bundesliga RB Leipzig punktet in Bremen

30. Spieltag

RB Leipzig hat sich nach einer klaren Leistungssteigerung einen Zähler bei Werder Bremen erkämpft. Vor der Pause wirkte RB im dritten Wochenspiel müde. Im Champions-League-Rennen ist es mehr ein Punkt für die Moral.

von Christian Kerber und Marcus Teichmann (Bremen)

Im Bild von links:  Niklas Moisander (18, Bremen), Stefan Ilsanker (13, RB Leipzig), Dominik Kaiser (24, RB Leipzig), Thomas Delaney (6, Bremen) und Max Kruse (10, Bremen)
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Nach zwei deftigen Pleiten hat RB Leipzig zum Abschluss der Woche einen Punkt geholt. Das 1:1 bei Werder Bremen verdienten sich die Leipziger durch eine starke Vorstellung nach der Pause. Im Rennen um die Champions Leauge war der Punkt aber möglicherweise zu wenig. Vier Zähler beträgt aktuell der Rückstand auf Rang vier. Trainer Hasenhüttl hatte vor der Partie gesagt, er wolle erst nach einem Sieg wieder über die CL-Quali sprechen.

Nur ein Torschuss der Leipziger

Eine halbe Stunde lang war es keine besonders prickelnde Begegnung. Bremen schlug RB zunächst mit deren ureigenen Mitteln und ließ mit häufigem Anlaufen den Motor der Sachsen stottern. Nach einem Junuzovic-Freistoß aus 18 Metern ans Außennetz (6.) neutralisierten sich beide Mannschaften lange. Viele Zweikämpfe, aber wenig Fußball sahen die 42.700 im ausverkauften Weser-Stadion. Offensiv konnte Leipzig fast keine Akzente setzen. Das 1:0 für Werder geschah in dieser Phase fast aus dem Nichts: Nach einem Kruse-Lattenknaller staubte Moisander mit etwas Glück aus 15 Metern ab (28.). Vier Minuten später der einzige Torschuss von RB in den ersten 45 Minuten: Kaisers 18-m-Freistoß blieb an der Mauer hängen. Danach lag das 2:0 mehrmals in der Luft, Bremen drehte nun auf: Die Gelegenheiten von Veljkovic (36.) und Rashica (40.) führten ebenso wenig zum Erfolg wie die doppelte Schussgelegenheit von Rashica und Junuzovic (41.), bei denen Gulacsi hellwach war. Mit dem 0:1 konnte die Hasenhüttl-Elf noch gut leben.

Freistoß von Dominik Kaiser (24, RB Leipzig)
Der Freistoß von Kaiser war Leipzigs einziger Torschuss vor der Pause. Bildrechte: Picture Point

Packende Schlussphase

In der zweiten Halbzeit waren die Rasenballer dann plötzlich präsent. Hasenhüttl stellte auf 4-3-3 um, und sein Team machte nun die Musik. 62 Prozent Ballbesitz notierten die Statistiker bis zur 78. Minute. Nur ein Beleg für die Überlegenheit. Das 1:1 fiel schnell: Der eingewechselte Engländer Lookman setzte sich nach Ilsanker-Pass von rechts gegen zwei Bremer durch und traf von halblinks (50.). Werner hätte schnell nachlegen können (52./54.). Die Bremer Fans reagierten in der Phase mit "Werder-Werder"-Rufen. Der nun starke Forsberg hatte gleich vier Mal Gelegenheiten zur RB-Führung (69./70./72./76.). 8:2-Torschüsse hieß es bis dahin nach der Pause. Leipzig verdiente sich in dieser Phase den Punkt.

Fußball | 1. Bundesliga Werder Bremen gegen RB Leipzig in Bildern

Trainer Ralph Hasenhüttl, RB Leipzig.
Trainer Ralph Hasenhüttl steht schon etwas unter Druck, lässt sich die gute Laune aber zunächst nicht nehmen. Fünf Spieltage vor Saisonende ist noch immer die Champions League möglich. Bildrechte: Picture Point
Timo Werner (11, RB Leipzig)
RB-Torjäger Timo Werner darf in Bremen von Beginn an ran. Gelingt ihm sein zwölfter Saisontreffer in der Bundesliga? Bildrechte: Picture Point
Im Bild von links: Yussuf Poulsen (9, RB Leipzig) und Torwart Jiri Pavlenka (1, Bremen).
Die erste nennenswerte Aktion hat RB Leipzigs Offensivspieler Yussuf Poulsen. Nach einem Kampl-Steilpass verspringt dem Dänen in aussichtsreicher Position die Kugel. Bildrechte: Picture Point
 Tor für Werder Bremen. Niklas Moisander (18, Bremen) erzielt den Treffer zum 1:0
Wie schon am Donnerstag in Marseille hat die RB-Abwehr auch in Bremen Probleme. Nach einem Lattentreffer von Max Kruse ist der Ball auf einmal im Tor. Bildrechte: Picture Point
Tor für Werder Bremen. Niklas Moisander (18, Bremen) erzielt den Treffer zum 1:0 und jubelt mit Milot Rashica (11, Bremen)
Niklas Moisander (li.) hat für Werder Bremen getroffen. Für den Finnen, eigentlich ein Abwehrspieler, ist es das zweite Saisontor in der Bundesliga. Bildrechte: Picture Point
Tor für RB Leipzig.  Ademola Lookman (18, RB Leipzig) erzielt den Treffer zum 1:1.
Und Lookman erweist sich gleich als ein Joker, der sticht: Nach einem Pass von Stefan Ilsanker von rechts trifft die Leihgabe des FC Everton zum 1:1. Bildrechte: Picture Point
Trainer Ralph Hasenhüttl, RB Leipzig.
Trainer Ralph Hasenhüttl steht schon etwas unter Druck, lässt sich die gute Laune aber zunächst nicht nehmen. Fünf Spieltage vor Saisonende ist noch immer die Champions League möglich. Bildrechte: Picture Point
Im Bild von links:  Niklas Moisander (18, Bremen), Stefan Ilsanker (13, RB Leipzig), Dominik Kaiser (24, RB Leipzig), Thomas Delaney (6, Bremen) und Max Kruse (10, Bremen)
Ex-RB-Kapitän Dominik Kaiser steht erst zum zweiten Mal in dieser Bundesliga-Saison in der Startelf. Ihm fehlt etwas der Spielrhythmus. Bildrechte: Picture Point
Bremens Pfostenknaller vor dm 1:0.
Und auch nach dem Rückstand hat RB-Torwart Péter Gulácsi alle Hände voll zu tun. Seine Vordermänner betteln fast um ein weiteres Gegentor. Bildrechte: Picture Point
Freistoß von Dominik Kaiser (24, RB Leipzig)
Kaiser übernimmt bei den Gästen die Freistöße, doch der Ausgleich gelingt bis zur Pause nicht. Danach kommt Ademola Lookman für den 29-Jährigen. Bildrechte: Picture Point
Tor für RB Leipzig.  Ademola Lookman (18, RB Leipzig) erzielt den Treffer zum 1:1 und jubelt.
Für den 20 Jahre jungen Offensivspieler ist es das zweite Bundesliga-Tor für RB Leipzig. Er hat schon Anfang Februar in Mönchengladbach getroffen, dort in der 89. Minute das 1:0-Siegtor erzielt. Bildrechte: Picture Point
Fans von RB Leipzig
Bremens Offensive ist nach dem Wechsel kaum noch vorhanden. Somit können die mitgereisten RB-Fans noch auf einen Auswärtsdreier hoffen. Bildrechte: Picture Point
Timo Werner (11, RB Leipzig) scheitert kurz vor Schluss an Torwart Jiri Pavlenka (1, Bremen).
Timo Werner scheitert in der Schlussphase noch an Torwart Jiri Pavlenka. Somit bleibt es beim 1:1. Bildrechte: Picture Point
Tor für RB Leipzig.  Ademola Lookman (18, RB Leipzig) erzielt den Treffer zum 1:1 und jubelt mit Ibrahima Konate (6, RB Leipzig).
Damit hat RB Leipzig nun 47 Punkte und ist Tabellenfünfter. [Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 15. April 2018 | 19:30 Uhr] - mkö Bildrechte: Picture Point
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In der Schlussphase nahm die Partie dann noch einmal richtig Fahrt auf. Werner war nach Lookman-Zuspiel alleine vor Werder-Schlussmann Pavlenka, scheiterte aber am Tschechen (85.). Auf der Gegenseite verpassten Joker Belfodil (87/90.+2) und Moisander (87.) das 2:1. Das hätten sich die Bremer nach der zweiten Halbzeit aber auch nicht mehr verdient gehabt.

Tor für RB Leipzig.  Ademola Lookman (18, RB Leipzig) erzielt den Treffer zum 1:1.
Joker Ademola Lookman trifft zum 1:1. Bildrechte: Picture Point

Stimmen nach dem Spiel:

Trainer Ralph Hasenhüttl, RB Leipzig.
RB-Coach Ralph Hasenhüttl Bildrechte: Picture Point

Ralph Hasenhüttl (Leipzig): "Es waren zwei unterschiedliche Halbzeiten. Wir haben anfangs eine Art Fußball gespielt, der nicht auf unseren Leib geschnitten ist. Wir wollten passiver spielen, den Jungs so Stabilität geben. Wir hatten nicht die Kräfte für 90 Minuten, wollten deswegen Kräfte sparen. Ich habe dann in der Pause eingefordert, wofür wir stehen. Weniger abwartend, mehr aggressiv. Wir haben in der zweiten Hälfte auf 4-3-3 umgestellt und sind mit Lookman torgefährlicher geworden. Insgesamt sind wir aggressiver und besser aus der Kabine gekommen. Beide Teams hätten zum Schluss gewinnen können. Die zweite Hälfte war spektakulär. Es war ein verdientes Remis."

Florian Kohfeldt (Bremen): "Die erste Halbzeit war sehr gut, hatten Ruhe im Ballbesitz und haben das gut ausgespielt. Wir haben gut verteidigt und Konter ordentlich abgesichert. Wir müssen eventuell höher führen zur Pause. RB war nach der Pause spielbestimmend, wir waren nicht mehr aggressiv in der Ordnung. In den letzten 20 Minuten war es ein komplett offenes Spiel. Ich bin stolz auf meine Mannschaft über Art und Weise, wie wir gespielt haben. Wollten bis zum Schluss gewinnen."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 15. April 2018 | 16:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. April 2018, 21:06 Uhr

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7 Kommentare

16.04.2018 09:13 Sr.Raul 7

Da haste wenigsten auch Was vom Sonntag gehabt, @5 (Quentin), freut mich.

15.04.2018 22:13 Klatschpappe 6

Ganz starke Leistung in der zweiten Halbzeit von RB. Bin auch sehr gespannt, wie Frankfurt und Dortmund die Saison weiter spielen. Es bleibt spannend. Freue mich auf Hoffenheim. Da ist noch eine Rechnung offen.

15.04.2018 22:00 Quentin aus Mondragies 5

Also ich habe Schalke gegen Dortmund und Werder gegen RB gesehen. Eindeutig war Werder gegen RB besser. Dortmund muss sich noch bessern, um RB auf Abstand zu halten.

15.04.2018 21:30 Nöli 4

Mehrere Dinge, die mir aufgefallen sind:
1. Konatè hat die Lufthoheit im Strafraum, köpft aber wiederholt zentral 20 Meter vor dem Strafraum zum Gegner
2. Ilsanker vor dem Strafraum mit seltsamen Stellungsspiel
3. Bernardo umspielt technisch stark die Gegenspieler um dann doch zum Gegner zu passen
4. RB kann nicht passiv spielen
5. Paulsen ackert, kommt aber nicht mehr durch
6. Kaiser ist nicht mehr eingebunden
Kann dies in Ordnung gebracht werden bis gegen Hoffenheim?

15.04.2018 21:28 Hellmuuht 3

Obwohl, ich sehe gerade die Tabelle; der eine Punkt war schon zu viel! Ansonsten wäre Platz 7 drin gewesen. Aber so...
Man kann eben nicht alles haben.
Ich bin mir aber ziemlich sicher, daß ein Platz lediglich in der europäischen Verlierer-League Onkel Matte enorm mißvergnügen wird. <102.>

15.04.2018 20:21 Bernd 2

Ja was soll man sagen. In der ersten Hälfte kaum auf dem Platz, in der zweiten dann aufgedreht. Ein Werner in Topform hätte wohl ein Tor gemacht bei den Chancen. Egal jetzt an die zweite Halbzeit in den kommenden Spielen anknüpfen, dann sollte die EL drin sein.

15.04.2018 20:16 Hellmuuht 1

Na, ja, besser als gar nichts...