Fußball | Bundesliga 1. FC Union knockt Chancentod RB Leipzig aus

34. Spieltag

Wahnsinn in Berlin: Der 1. FC Union hat RB Leipzig durch einen Treffer in der Nachspielzeit mit 2:1 (0:0) besiegt und damit das Ticket für die Playoffs zur europäischen Conference League gelöst. Die Berliner können sich aber auch bei den Leipzigern bedanken, die ihre "Chancen-versieben-Statistik" wieder ordentlich "aufgehübscht" haben. Matchwinner war übrigens Max Kruse.

Max Kruse (10, Union) trifft gegen Torwart Josep Martinez (28, RB Leipzig) zum Sieg.
Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche

In der ersten Halbzeit sah man, dass bei RB die Luft raus ist, oder es um nichts mehr ging (wenn man es positiv interpretieren will). Wie schon zuletzt spielten die Leipziger mit 64 Prozent Ballbesitz sehr uninspiriert und ungenau. Union bot nur wenig Raum zum Kombinieren, versuchte selbst gelegentlich und dann überfallartig zu kontern. Ein Konter führte auch zur ersten Großchance des Spiels, aber Berlins Petar Musa traf aus 13 m nur den linken Außenpfosten (34.). Leipzigs erstes und dann gleich dreifaches "dickes Ding" gab es erst kurz vor dem Pausenpfiff: Emil Forsbergs Schuss wurde von Keeper Andreas Luthe pariert, Hee-Chan Hwangs wurde Schuss geblockt, und Marcel Sabitzer zielte beim Nachwaschen nicht gut genug.

Union holt Rückstand auf

In der zweiten Halbzeit nahm das Spiel dann richtig an Fahrt auf und legte auch in Sachen Dramatik zu. Vor allem die Leipziger kamen nun zu klaren Möglichkeiten. Die erste richtig gute verwertete Justin Kluivert, der nach einem langen Pass des gerade eingewechselten Christopher Nkunku zum 1:0 einschoss (55.). Aber Union gab sich nicht auf und glich mit einem Eckball aus. Marvin Friedrichs Direktschuss zum 1:1 (67.) war absolut sehenswert. Danach drängte wieder Leipzig. Aber Sabitzer, Marcel Halstenberg und Konrad Laimer scheiterten ebenso am glänzenden Keeper Luthe (81.) wie etwas später Alexander Sörloth (86.). Nkunku traf noch den Pfosten (90.+1). Quasi im Gegenzug dann gab es für RB den K.o.-Schlag: Max Kruse köpfte zum dann wild umjubelten Sieg ein (90.+2).

Fußball | Bundesliga 1. FC Union Berlin - RB Leipzig in Bildern

Bis 2000 Fans durften nach den aktuellen Corona-Richtlinien im Stadion sein.
1. FC Union gegen RB Leipzig: 2.000 Berliner Fans dürfen dabei sein. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Spielerkreis RB Leipzig
RB Leipzig will seine beste Bundesliga-Saison spielen, aber dafür muss ein Sieg her. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Petar Musa 24, Union, Enttäuschung nach vergebener Torchance.
Die erste dicke Chance hat Berlins Musa, der nur den Pfosten trifft. Bildrechte: imago images/Picture Point LE
Justin Kluivert und Torwart Andreas Luthe
2. Halbzeit: RB spielt nun mit Nkunku, der Kluivert losschickt - 1:0 für die Leipziger. Bildrechte: IMAGO / Picture Point LE
Torschütze Marvin Friedrich, Cedric Teuchert, Max Kruse und Robin Knoche bei Torjubel
Die Berliner brauchen einen Sieg bzw. erst mal den Ausgleich, um im Europapokal mitmischen zu können. Marvin Friedrich erledigt das. Bildrechte: Picture Point
Max Kruse (10, Union) trifft gegen Torwart Josep Martinez (28, RB Leipzig) zum Sieg.
Dann die Nachspielzeit: Kruse trifft zum etwas überraschenden Sieg für Union - köpft die Berliner in den Europapokal. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Bis 2000 Fans durften nach den aktuellen Corona-Richtlinien im Stadion sein.
1. FC Union gegen RB Leipzig: 2.000 Berliner Fans dürfen dabei sein. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Torwart Josep Martinez
Bei RB steht Josep Martinez im Kasten. Er ersetzt Peter Gulacsi, der schon Urlaub machen durfte. Bis hier hin hat Gulacsi alle 47 Pflichtspiele bestritten. Bildrechte: Picture Point
v.l.: Petar Musa (24, Union) und Willi Orban (4, RB Leipzig)
In der 1. Halbzeit stehen sich beide Teams lange auf den Füßen. Chancen sind selten, Unions Stürmer Max Kruse ist abgemeldet. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Marcel Sabitzer, Julian Ryerson, Christopher Trimmel
RB wird erst unmittelbar vor dem Pausenpfiff gefährlich, vergibt aber auch seine Dreifach-Chance. Bildrechte: Picture Point
Marvin Friedrich (nicht im Bild) trifft gegen Torwart Josep Martinez
Der Berliner nimmt den Ball nach einer Ecke direkt und erzielt so das sehenswerte 1:1. Bildrechte: Picture Point
Torschütze Marvin Friedrich bei Torjubel
Der Ausgleich gibt Union neues Selbstvertrauen. Bildrechte: Picture Point
Trainer Julian Nagelsmann
RB-Trainer Nagelsmann bringt nun auch noch Sörloth - der Sieg soll her. Bildrechte: Picture Point
Amadou Haidara, Justin Kluivert und Marvin Friedrich
Leipzig erarbeitet sich zahlreiche Großchancen, scheitert aber immer wieder an Keeper Luthe - und auch am Pfosten, den Nkunku trifft. Bildrechte: Picture Point
Die Fans von Union jubeln nach nach dem Endstand von 2:1.
Der Jubel im Stadion war grenzenlos. Bildrechte: dpa
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Das sagten die Trainer

Julian Nagelsmann (Leipzig): "Wir waren in der ersten Halbzeit nicht gut genug. In der zweiten Halbzeit sind wir in Führung gegangen und haben es gut gelöst. Es war ein bisschen ein Abbild der Saison. Mit ein bisschen Abstand werden wir da drüber hinwegsehen können. Wir hätten gerne unsere punktbeste Saison gespielt."

Urs Fischer (Berlin): "Die Jungs auf dem Feld haben bis zum Schluss daran geglaubt. Unsere Fans haben uns toll unterstützt. Dass es am Schluss so ausgeht, ist ein Drehbuch für Hollywood. Ich würde sogar sagen: ein Thriller."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 22. Mai 2021 | 16:00 Uhr

78 Kommentare

Thommi Tulpe vor 10 Wochen

Ich denke: Einzig mit "Sportsfreund" Nagelsmann wird es bergab gehen - so er sich mit seinem "Traumverein" dann übernommen hat. Ohne den großen Erfolg hat kein Trainer der Welt ein langes "Haltbarkeitsdatum" beim deutschen Rekordmeister.

MDR-Team vor 10 Wochen

Hallo Dreibeiner! In den MDR-Einstellungen kann keine Autokorrektur angewählt werden. Womöglich liegt es am Endgerät, das vielleicht ein Handy ist. Schöne Pfingsten und viele Grüße aus der MDR.de-Redaktion

Quentin aus Mondragies vor 10 Wochen

Frag doch mal die Maus, Alexa, Wikipedia.... Die Frage ist doch, wer ist bei soviel Potential im MDR-Raum überhaupt bereit für einen Ex-VEB Verein im hinteren dritte Liga Feld mit halbleeren Stadion und nicht endenden Kreisverkehr zu spielen. Und dann ist da noch der große 1.FC Magdeburg mit so großer Tradition und Fanpotential in der Nähe. Wird schwierig für den HFC die nächsten Jahre. Aber vielleicht kommt ja mal ein reicher Onkel vorbei und bleibt im Kreisverkehr hängen.