Fußball | Bundesliga RB Leipzig verliert verdient bei Union

14. Spieltag

RB Leipzigs traurige Hinrunde setzt sich fort. Die Leipziger haben verdient bei Union Berlin verloren. Trotz 64 Prozent Ballbesitz erspielten sich die Sachsen kaum zwingende Chancen. Weil gleichzeitig die Defensive sehr wacklig verteidigte, waren die Messestädter mit der knappen Niederlage noch gut bedient.

Union Berlin vs. RB Leipzig
Baumgartl jubelt nach seinem Treffer zum 2:1. Bildrechte: MDR/Hofmeister, Dirk

Schlechter Start für RBL

Wenn die RB-Stars nicht schon vorher wussten, wie unangenehm Auswärtsspiele in der Alten Försterei sind, war es ihnen spätestens nach sechs Minuten klar. Nach einer flachen Ecke in den Rückraum flankte Unions Julian Ryerson in den Strafraum, wo Timo Baumgartl verlängerte. Am langen Pfosten lauerte Taiwo Awoniyi und markierte aus kurzer Distanz das 1:0 für die Gastgeber. Eine verdiente Führung, denn allein in den ersten zwei Minuten war es Union schon drei Mal gelungen, sich in Leipzigs Strafraum zu spielen.

Leipzigs Abwehr rückt zu weit auf

Auch nach dem Tor spielten nur die Unioner und profitierten dabei von Leipziger Leichtsinnigkeiten. Immer wieder eröffneten die weit aufrückenden Gäste Union Räume auf den Außenbahnen und hinter der Abwehrkette. Der schnelle Becker nutzte das in der zwölften Minute aus, entwischte auf der rechten Seite und flankte auf den freistehenden Max Kruse. Zu Leipzigs Glück schob der freistehende Offensivkünstler die Kugel aus kurzer Distanz am Tor vorbei.

Union Berlin vs. RB Leipzig
Kruse hadert nach seiner vergebenen Chance. Bildrechte: MDR/Hofmeister, Dirk

Nkunku bringt RB ins Spiel

Im direkten Gegenzug gelang es den Leipzigern dann erstmals ihren Offensivstar Christopher Nkunku in Szene zu setzen. Der Franzose nahm sich ein Herz und schoss aus der Distanz aufs Tore. Sein eigentlich haltbarer Schuss hoppelte über den zu früh fallenden Torwart Andreas Luthe in die Maschen (13.) Der schnelle Ausgleich für RBL war zwar ein Geschenk des Hüters, sorgte aber in Folge dafür, dass die Gäste endlich besser ins Spiel fanden. Im weiteren Verlauf der ersten Halbzeit hatten sie die klareren Chancen und verpassten nach einem Distanzsschuss von Dominik Szoboszlai (19.) und einen Kopfball von Andre Silva (40.) nur knapp die Führung. Trotz der verbesserten Leistung nach der Auszeit gelang es RB aber nicht, das Spiel zu beruhigen.

Andre Silva, RB Leipzig, ärgert sich nach einer vergebenen Torchance.
Leipzigs Andre Silva ärgert sich nach einer vergebenen Torchance. Bildrechte: imago images/opokupix

Nach der Pause stürmt wieder Union

Nach verhaltenen fünf Minuten zu Beginn des zweiten Durchgangs dominierten ab der 50. Minute die Köpenicker. Eingesetzt von Max Kruse gelang es Awoniyi und Becker wieder und wieder in die Lücken hinter der Leipziger Räume zu stoßen. Zu Leipzigs Glück spielte Union die meisten dieser Situationen zu ungenau aus. So half den Berlinern erneut eine Ecke, als Timo Baumgartl sie mit 2:1 in Führung brachte (59.). Den schlecht gestaffelten Leipzigern gelang es dabei nicht, Nico Gießelmanns flache Hereingabe an die Strafraumgrenze zu verteidigen. Nach einem abgefälschten Schuss von Kruse musste Baumgartl nur noch einschieben.

Union Berlin vs. RB Leipzig
Unions Baumgartl erzielt den Siegtreffer. Bildrechte: MDR/Hofmeister, Dirk

Keine Leipziger Schlussoffensive

Obwohl RB danach die Fünferkette auflöste und den offensiven Emil Forsberg für Verteidiger Benjamin Henrichs brachte, kamen weiter nur die Eisernen zu klaren Chancen. Die konfuse Leipziger Abwehr rannte gefühlt jede Minute einem neuen Union-Konter hinterher. So war es in der Schlussphase einzig und allein den Reflexen von Peter Gulacsi zu verdanken, dass Berlin kein drittes Tor erzielen konnte (87./89.). Der eingewechselte Brian Brobbey vergab in der 90. Minute Leipzigs einzige Chance in der Schlussphase.

Stimmen zum Spiel

Marco Kurth (Co-Trainer RB): "Wir wussten, dass es herausfordernd wird und Union unangenehm bei Standards ist. Da hat es uns dann auch zweimal erwischt. Unsere Ansprüche sind, dass wir mehr Spiele gewinnen wollen und deshalb sind wir alle sehr enttäuscht. Wir haben auch gewusst, dass Union sehr leidenschaftlich verteidigt, sie haben sich in alles reingeworfen, wir selbst waren nicht so gefährlich bei Standards. Es war ungenügend, was wir gezeigt haben. Es gibt jetzt ein bisschen was zu tun. Unsere Ambitionen sind groß, die vergangenen Jahre waren total erfolgreich und momentan machen wir eine Phase durch, die wir so nicht kennen, aber an der wir auch wachsen können."

Oliver Mintzlaff (Geschäftsführer RB): "Es war nicht das, was wir nach zwei Niederlagen erwartet haben. Wir sind angereist, um einiges wieder gut zu machen und deshalb bin ich sehr enttäuscht. Es ist uns nicht viel eingefallen. Wir haben nach der schwachen Anfangsphase eigentlich wieder gut ins Spiel gefunden. Dann sind wir aber nicht gut aus der Pause gekommen, verlieren fast jeden zweiten Ball und haben keine Lösungen im Abschluss gefunden. Für unseren Anspruch sind 13 Punkte zu wenig und das ist nicht das, was wir mit diesem tollen Kader erwarten können. Heute war die Mannschaft in der Pflicht und das, was sie gezeigt hat, war zu wenig. So werden wir unsere Ziele nicht erreichen und die wollen wir nicht schon in der Hinrunde korrigieren. Der Verein hat bisher nur Erfolg erlebt und dementsprechend sind wir alle erfolgsverwöhnt. Aber jeder, der im Leistungssport arbeitet weiß, dass es nicht immer nur nach oben geht. Das ist aber keine Entschuldigung für die aktuelle Situation. Es ist eine schwierige Phase, aber wir werden den Kopf nicht in den Sand stecken."

Videos und Audios zur Fußball-Bundesliga

Domenico Tedesco auf der Pressekonferenz nach dem Spiel beim VfB Stuttgart
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Trainer Domenico Tedesco von RB Leipzig
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Lukas Klostermann im Interview mit Sport im Osten
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Anfang Dezember löste Domenico Tedesco den damaligen Trainer Jesse Marsch ab. Im Interview spricht Nationalspieler Lukas Klostermann über die Fortschritte, die die Mannschaft seitdem gemacht hat.

Mi 12.01.2022 17:48Uhr 03:22 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/video-rb-leipzig-luklas-klostermann-interview-100.html

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 04. Dezember 2021 | 14:00 Uhr

68 Kommentare

Bogensee vor 6 Wochen

Da macht Leipzig das selbe durch, was einst dem BVB widerfahren ist. Der FCB kauft den Zweiten der Vorsaison und vielleicht mal ernsthaften Rivalen rechtzeitig die Spieler weg. Nun auch den Trainer bei Euch. Früher war es der BFC Dynamo mit der Stasi heute ist es der FCB mit Zwayer und Katar-Millionen. Ekelhaft !!!

Gerd Mueller vor 6 Wochen

"seit den 70gern keine Glaubewürdigkeit mehr, für mich gibt es diesen Verein nicht, outet sich"

bemerkenswert, nach so langer Zeit; willst Gewissen rein haben?

Ignatz Wrobel vor 6 Wochen

total überbewertet, waren nur Spiele, nichts lebenswichtiges
Impfen ist wichtiger, Impfen rettet Leben und Corona bedroht weltweit Menschenleben
OK Bayern hat gewonnen, wie so oft schon und die letzten 6 Spiele mit den Dortmundern; Lewandowski schoss zwei, Haaland ein Tor
was gab es noch, ah ja 7 Tore von Leverkusen davon 4 durch Patrick Schick im Robert-Lewandowski-Style
ergo spielerisch erlebnisreich aber wie o.g. Impfen ist wichtiger als Spielen