Fußball | Bundesliga RB Leipzig jubelt in der Nachspielzeit zu früh

29. Spieltag

Torschrei von RB Leipzig in der Nachspielzeit – aber der Jubel kam zu früh: Per Videobeweis wurde Sabitzer & Co. der späte Siegtreffer wieder aberkannt. Das Team von Julian Nagelsmann kam gegen die TSG Hoffenheim deshalb nicht über ein 0:0 hinaus. Der Meisterschaftszug scheint nun wirklich abgefahren zu sein.

Yussuf Poulsen (9, RB Leipzig) jubelt.
Bildrechte: Picture Point

Die torlose erste Halbzeit war nicht unbedingt langweilig. Das Tempo stimmte, beide Teams attackierten früh, waren bemüht und weitgehend gleichwertig. Aber um von einer guten ersten Hälfte zu sprechen, hätte es wenigstens ein paar Großchancen geben müssen. Gab es jedoch nicht, was, um es positiv zu sagen, an den fehlerfreien Defensivreihen lag.

Futter für Chancen-vergeben-Statistik

Nach dem Wechsel erhöhte RB deutlich den Druck, zog phasenweise fast schon ein Powerplay auf. Das führte dann auch endlich zu Großchancen: Christopher Nkunku schoss aber nur auf Keeper Oliver Baumann (59.), Tyler Adams köpfte aus 2 m daneben (61.), und Marcel Sabitzer schoss aus 19 m knapp am Kasten vorbei (66.). Danach befreite sich Hoffenheim etwas, wurde durchaus selbst gefährlich. Es ging nun hin und her.

RB gegen Hoffenheim in Bildern

RB Leipzig
Freitagabend, 29. Spieltag der Fußball-Bundesliga. Bildrechte: MDR/Kups, Sven
RB Leipzig
Freitagabend, 29. Spieltag der Fußball-Bundesliga. Bildrechte: MDR/Kups, Sven
Trainer Julian Nagelsmann, RB Leipzig, Trainer Sebastian Hoeneß / Hoeness (Hoffenheim)
Die beiden Trainer kennen sich und den Gegner. Funfact: Beide coachten schon den Gegner. Sebsatian Hoeneß war mal Nachwuchs-Trainer bei RB, Julian Nagelsmann war Coach von Hoffenheim. Bildrechte: PICTURE POINT/Roger Petzsche
Angeliño / Angelino (3, RB Leipzig)
RB-Linksverteidiger Angelino darf nach seiner (von ihm dementierten) Verletzung mal wieder spielen. Bildrechte: PICTURE POINT/Roger Petzsche
Emil Forsberg und Willi Orban (Leipzig) gegen Torwart Oliver Baumann (Hoffenheim)
Eine von diversen Halbchancen gibt es in der 13. Minute: Flanke von Angelino - TSG-Keeper Baumann steigt hoch, kann den Ball aber nicht festhalten. Kein Leipziger nutzt das. Bildrechte: Karina Hessland-Wissel
:Schiedsrichter Manuel Gräfe / Graefe entscheidet durch Videobeweis; Kein Tor in den Schlusssekunden der Nachspielzeit durch Yussuf Poulsen (9, RB Leipzig).
... aber Manuel Gräfe schaut sich das noch mal an, sieht, dass Poulsen sich leicht an den Arm geköpft hat, und nimmt den Treffer zurück. Bildrechte: Picture Point
Erwärmung RB Leipzig. Dani Olmo (25, RB Leipzig), Angeliño / Angelino (3, RB Leipzig), Tyler Adams (14, RB Leipzig).
RB Leipzig muss gegen die auf Rang 12 stehende TSG Hoffenheim ran. Bildrechte: PICTURE POINT/Roger Petzsche
Diadie Samassekou (18, Hoffenheim), Emil Forsberg (10, RB Leipzig)
Die erste Halbzeit ist temporeich, aber chancenarm. Bildrechte: Picture Point
Trainer Sebastian Hoeneß
TSG-Trainer Sebastian Hoeneß lässt sein Team zeitweise sehr hoch und aggressiv pressen. Man sieht: Hoffenheim ist besser als nur Rang 12. Bildrechte: Picture Point
Chris Richards (28, Hoffenheim), Willi Orban (4, RB Leipzig)
In der zweiten Halbzeit geht es hin und her, wobei RB Leipzig mehr und vor allem die besseren Chancen hat. Bildrechte: Picture Point
Alexander Sörloth (19, RB Leipzig) nach vergebener Torchance
Nach einer Stunde wird Alexander Sörloth eingewechselt - nun spielt RB mit etatmäßigem Stürmer. Bildrechte: PICTURE POINT/Roger Petzsche
Ryan Sessegnon (17, Hoffenheim), Alexander Sörloth / Soerloth (19, RB Leipzig).
Der Norweger hat zwei Chancen: Ein Kopfball verfehlt das Tor, ein Schuss wird geblockt. Bildrechte: PICTURE POINT/Roger Petzsche
Yussuf Poulsen (9, RB Leipzig) jubelt, aber vergeblich.
Dann die sechste Nachspiel-Minute: Yussuf Poulsen köpft nach einem Eckball zum umjubelten 1:0 ein ... Bildrechte: Picture Point
 Schiedsrichter Manuel Gräfe / Graefe und Trainer Julian Nagelsmann, RB Leipzig, nach dem Spiel
Julian Nagelsmann ist bedient und sauer. Aber nicht auf den Schiedsrichter, sondern über die Handspielregel. Bildrechte: PICTURE POINT/Roger Petzsche
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Zu früh gejubelt

So richtig dramatisch wurde es aber erst in der Nachspielzeit, als der eingewechselte Yussuf Poulsen nach einem Eckball das vermeintliche Siegtor erzielte. Weil er jedoch seinen eigenen Arm leicht angeköpft hatte, wurde der Treffer wieder aberkannt. Danach schrien und jubelten nur die Hoffenheimer. Über einen glücklichen, aber nicht unverdienten Punkt.

Die Stimmen zum Spiel:

Sebastian Hoeneß (Hoffenheim): "Wir haben schon gewusst, je länger es 0:0 steht, kann sich hier was ergeben. Leipzig musste ja gewinnen. Bei Florian Grillitsch war die Schulter kurzfristig mal draußen. Da müssen wir mal sehen - aber wir hatten andere Jungs auf dem Platz, die unfassbar gefightet haben."


Julian Nagelsmann (Leipzig): "Wir hatten viele gute Situationen, die wir nicht gut genug genutzt haben. Wir hatten auch etwas Pech beim Kopfball von Yussuf Poulsen. Es war nicht unser bestes Spiel heute, trotzdem waren wir die bessere Mannschaft. Das Problem war, dass wir zu wenig aggressive Läufe in die Tiefe hatten.

De Handspielregel wurde korrekt angewandt, auch wenn sie für Fußballer keinen Sinn macht. Wir hatten letztes Jahr gegen Hoffenheim einen Elfmeter kassiert, der zurückgenommen wurde. Basierend auf der gleichen Regel, die da auch schon keinen Sinn gemacht hat. Da sieht man die negative Seite des Videobeweises. Weil du da von der maximalen Emotion auf die minimale runtergeschraubt wirst. Man darf nicht jubeln, sondern muss lange warten. Das macht den Sport zwar fairer, aber nicht schöner."

Videos und Audios zur Fußball-Bundesliga

Vorschaubild Nagelsmann Vergleich Stürmer
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Vorschaubild Nagelsmann Spielplan
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 17. April 2021 | 16:00 Uhr

45 Kommentare

Quentin aus Mondragies vor 2 Wochen

In der Regel springe ich nicht höher als das Hindernis ist. Furchtbar dünn ist vollkommen ausreichend. Gilt auch für Bayern in der ersten Liga, Dynamo Dresden in der 3. Liga und Viktoria Berlin (oder wie die Stadionlosen auch immer hießen) in der 4. Liga.

Chili Palmer vor 2 Wochen

Komm, lass gut sein. Mag angehen, dass du es anders meinst, als du schreibst. Aber gut gemeint ist i.d.R. das Gegenteil von gut gemacht. Wenn man sich deine Beiträge in diesem Kommentarbereich durchliest, ist das in der Summe furchtbar dünn...

RumBelballer vor 2 Wochen

Na klar, musst Du Dir noch mal die Sportschau ansehen🤭 Aber 2Dinge stimmen nicht, 1. Ostsachsen und 2. Mitfiebern sind falsch. Schließlich kann ich ja nicht überall sein und dann noch die Sportsendung in der ARD zerstückeln.Da sieht man schon mal Sachen, die man allerdings so nicht erwartet hätte.
Schönen Sonntag noch