Fußball | Bundesliga RB Leipzig "surft" zum Sieg gegen Werder Bremen

11. Spieltag

Solche Siege werden gern als "glanzlos" bezeichnet: RB Leipzig hat Werder Bremen mit 2:0 (2:0) bezwungen. Um die drei Punkte einzusammeln, benötigten die Leipziger nur eine mittelmäßige Leistung. Andererseits: Ein Pferd springt auch nur so hoch, wie es muss. Wie auch immer - Leipzigs Ritt auf der Glückswelle, von der Julian Nagelsmann vor der Partie gesprochen hatte, geht weiter.

Tor für RB Leipzig. Marcel Sabitzer (7, RB Leipzig) verwandelt einen Elfmeter zum 1:0.
Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche

Die Bremer begannen wie RB Leipzig am vergangenen Dienstag gegen Manchester: furios. Der Außenseiter attackierte früh und aggressiv, überraschte damit die Gastgeber und erspielte sich schnell eine dicke Chance. Kevin Möhwalds Schuss nach einem Fehler von Dayot Upamecano wurde geradeso noch geblockt (2.). RB kam nur langsam ins Spiel. Die erste dicke Chance hatten die ohne Angelino angetretenen Leipziger erst in der 22. Minute, Justin Kluivert schoss aber über den Kasten. Ein ausgefahrener Arm von Ludwig Augustinsson, der Yussuf Poulsen traf, brachte Leipzig dann einen Elfmeter, den Marcel Sabitzer sicher verwandelte (27.). Die Gäste ließen sich nicht hängen, eroberten immer wieder gegen fehlerhafte Leipziger den Ball, wussten dann damit aber nichts anzufangen. Abschlüsse hatten Seltenheitswert.

Zauberstück von Olmo

Nach 35 Minuten hatte RB mal wieder eine Druckphase - und krönte diese mit dem zweiten Treffer: Olmo bekam am 16er den Ball, legte den rechts an Friedl vorbei, um den Bremer links zu überholen, und schloss aus elf Metern ab (41.). Das Tor war ein Zeichen individueller Stärke, die in dieser Partie ausschlaggebend war. Ein Beispiel für die Harmlosigkeit der nie aufgebenden Bremer gab es in der 86. Minute, als sich Augustinsson und Tahith Chong im RB-Strafraum gegenseitig behinderten. Zu dem Zeitpunkt hätte RB längst den Deckel auf die Partie gemacht haben müssen. Aber Poulsen hatte mit einem Chip am Werder-Keeper vorbei nur den Pfosten getroffen (70.). Wirklich in Gefahr geriet der Sieg aber nie.

RB Leipzig - SV Werder Bremen in Bildern

Mannschaft von RB Leipzig im Spielerkreis
Einschwören vor dem Anpfiff: Nach dem Heimsieg über Manchester United und dem gleichbedeutendem Weiterkommen in der Champions League ging RB Leipzig mit vier neuen in der ersten Elf in die Partie gegen Werder Bremen: Marcel Halstenberg, Dayot Upamecano, Justin Kluivert und Yussuf Poulsen waren zurück in der Startelf. Bildrechte: Picture Point
Mannschaft von RB Leipzig im Spielerkreis
Einschwören vor dem Anpfiff: Nach dem Heimsieg über Manchester United und dem gleichbedeutendem Weiterkommen in der Champions League ging RB Leipzig mit vier neuen in der ersten Elf in die Partie gegen Werder Bremen: Marcel Halstenberg, Dayot Upamecano, Justin Kluivert und Yussuf Poulsen waren zurück in der Startelf. Bildrechte: Picture Point
Zweikampf Nordi Mukiele und Joshua Sargent
Die Gäste aus dem Norden begannen mutig und aggressiv – hier gewinnt Nordi Mukiele das intensive Luftduell mit SVW-Angreifer Josh Sargent. Bildrechte: Picture Point
Im Bild v.l.: Kevin Möhwald (6, Bremen) und Amadou Haidara (8, RB Leipzig)
Der gebürtige Erfurter Kevin Möhwald – hier von Amadou Haidara bewacht – verpasste knapp Sargents Eingabe (2.). Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Foul von Ludwig Augustinsson (5, Bremen) an Yussuf Poulsen (9, RB Leipzig) im Strafraum.
In der Folge kamen die Gastgeber jedoch immer mehr ins Rollen. Zudem kam ihnen Werder in Person von Linksverteidiger Ludwig Augustinsson zur Hilfe – der Schwede fuhr im Strafraumzweikampf den Arm aus und traf Poulsen im Gesicht (25.). Bildrechte: Picture Point
Trainer Florian Kohfeldt (Bremen) energisch nach Elfmeterentscheidung für RB Leipzig
Werders Cheftrainer Florian Kohfeldt konnte sich mit der Entscheidung von Schiri Sören Storks eher weniger anfreunden. Bildrechte: Picture Point
Tor für RB Leipzig. Marcel Sabitzer (7, RB Leipzig) verwandelt einen Elfmeter zum 1:0.
RBL-Kapitän Marcel Sabitzer war's egal, übernahm die Verantwortung und verwandelte souverän ins linke Eck (26.). Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Torjubel RB Leipzig nach dem 1:0. V.l.: Amadou Haidara (8, RB Leipzig) und Torschütze Marcel Sabitzer (7, RB Leipzig).
Haidar war Sabitzers erster Gratulant. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Dani Olmo (25, RB Leipzig) trifft zum 2:0 gegen Marco Friedl (32, Bremen).
Ein Treffer zum Genießen: Nach Poulsens Hacken-Ablage düpierte Spaniens Nationalspieler Dani Olmo Gegenspieler Christian Groß, dann kam auch Marco Friedl zu spät, ehe Olmo flach ins Eck vollendet (41.). Bildrechte: Picture Point
Leipziger Torjubel nach dem 2:0 durch Dani Olmo (25, RB Leipzig)
Verdienter Applaus der Kollegen Sabiter, Haidara und Kluivert für den Torschützen. Bildrechte: Picture Point
Maximilian Eggestein (35, Bremen),  Justin Kluivert (21, RB Leipzig) und Christian Groß / Gross (36, Bremen).
Nach Wiederanpfiff dauerte es lange bis zur nächsten wirklichen Torgelegenheit – die sollte Justin Kluivert vorbehalten sein, der jedoch an Werder-Keeper Jiri Pavlenka scheiterte (66.). Bildrechte: Picture Point
Glück für Werder. Der Lupfer von Yussuf Poulsen (9, RB Leipzig) trifft nur den Pfosten. Im Bild v.l.: Yussuf Poulsen (9, RB Leipzig), Torwart Jiri Pavlenka (1, Bremen) und Marco Friedl (32, Bremen).
Pech für Yussuf Poulsen: Nach Kluiverst Vorlage chippte der dänischen Nationalspieler den Ball zwar an Pavlenka vorbei, anschließend tropfte die Kugel jedoch vom Pfosten zurück ins Spielfeld (69.). Bildrechte: Picture Point
Theodor Gebre Selassie (23, Bremen) und Dennis Borkowski (RB Leipzig) rangeln um den Ball.
Saisonpremiere: In letzter Minute durfte das 18-jährige Offensivtalent Dennis Borkowski erstmals in dieser Spielzeit und zum zweiten Mal überhaupt Bundesliga-Luft schnuppern. Hier wird der gebürtige Riesaer von Theodor Gebre Selassie gestoppt. Bildrechte: Picture Point
Anzeigetafel mit dem Endresultat 2:0 für RB Leipzig
Es blieb beim 2:0 – RB Leipzigs siebter Sieg im elften Bundesligaspiel dieser Saison. Bildrechte: Picture Point
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Das sagten die Trainer

Florian Kohfeldt (Bremen): "Das war ein verdienter Sieg von RB. Um das Spiel zu gewinnen, brauchten wir zwei Dinge: Wir mussten unsere Leistung bringen, und die haben wir gebracht. Zweitens muss uns eine Spitzenmannschaft wie RB zwei oder drei Prozent geben. Die habe ich nicht gesehen, das haben sie gut gemacht. Der Anfangsphse trauere ich etwas hinterher. Nach einem mutigen Beginn, was sich nicht so viele hier trauen. Dann gab es den Elfmeter gegen uns. Da muss ich kurz "sorry" für meine Emotionen sagen. Für mich war es ein reines Kopfballduell. Aber ich habe die TV-Bilder inzwischen gesehen, nach den Regeln kann man den geben. Ich habe mich beim Schiri schon entschuldigt. In der zweiten Halbzeit hatten wir auch gute Ballgewinne, machten aber zu wenig draus."

Julian Nagelsmann (Leipzig): "Die ersten 15-20 Minuten waren nicht so einfach. Es ist normal, dass man nach der Woche etwas zäh in dieses Spiel reinkommt. Danach haben wir es gut gemacht, hatten vor dem Elfmeter eine Druckphase. Auch danach haben wir es gut gespielt und lagen verdient 2:0 in Führung. In der zweiten Halbzeit waren wir nicht mehr ganz so scharf in den Aktionen. Wir haben das trotzdem gut zu Ende gespielt. Die Art und Weise, wie die Jungs das heute angenommen haben, stellt mich zufrieden."

Videos und Audios zur Fußball-Bundesliga

SpiO Talk mit Guido Schäfer
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | "Sport im Osten" | 13. Dezember 2020 | 15:25 Uhr

29 Kommentare

Schnibbler vor 18 Wochen

@Chili
Ich kenne mich in München sehr gut aus. Ihr Wissen bzgl den 60-ern und Bayern ist leider nur Halbwissen. Die 60-er wünschen sich Bayern noch viel weiter weg als dorthin wo der Pfeffer wächst

Chili Palmer vor 18 Wochen

Sehr richtig. Ich möchte ergänzen, dass zumindest die Teilregion Leipzig-Stadt Münchner Verhältnisse zwar zähneknirschend goutiert, aber darauf eben auch Wert legt. Einziger Unterschied: Meines Wissens nach wünscht sich der Sechziger-Fan den FCB nicht dorthin, wo der Pfeffer wächst.

Schnibbler vor 18 Wochen

@peter1
nachdem ihre "freilaufenden bullen" offenbar bezug zum trikotsponsor haben, sind dann 70% der 3-liga-sunmaker-spieler casinogänger und sportwettler?
ich dachte leipzig heißt rasenballsport, was hat das mit rindern zu tun?