Fußball | Bundesliga RB Leipzig patzt in Freiburg: Klostermanns Anschluss kommt zu spät

9. Spieltag

Deprimierte Gesichter statt Euphorie: Drei Tage nach dem 2:1-Erfolg in der Champions League hat RB Leipzig eine Niederlage kassiert. Das 1:2 am Samstag beim SC Freiburg war für die Leipziger das vierte Bundesliga-Spiel in Folge ohne Sieg.

Lukas Klostermann triff für Leipzig
Lukas Klostermann hält nach einer Ecke den Fuß hin - für einen Auswärtspunkt reichte das nicht. Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Das erfolgversprechende Zauberwort in der ersten Halbzeit war "Effizienz", an der es RB Leipzig einmal mehr mangelte. Die Leipziger kontrollierten nach den ersten zehn Minuten klar das Geschehen, hatten über 60 Prozent Ballbesitz und belagerten teilweise den Freiburger Strafraum.

Tor zum 1:0 für Freiburg durch Nicolas Höfler
Rückstand kurz vor der Pause: Freiburgs Nicolas Höfler dreht jubelnd ab. Bildrechte: Picture Point

Höfler schockt RBL in der Nachspielzeit

Mehr als eine Großchance für Willi Orban (11.) und ein paar abgeblockte Schüsse sprang aber nicht heraus. RB eroberte oft schnell den Ball, danach aber spielte man zu zurückhaltend. Gegen Ende der Halbzeit kamen dann noch Patzer in der Abwehr hinzu. Das machte die Freiburger wieder stärker, was im 1:0 in der Nachspielzeit mündete - mit dem ersten richtigen Torschuss traf Nicolas Höfler (45.+2).

Leipzier Chancen Mangelware

Auch nach der Pause kämpfte sich RB immer wieder zum Strafraum der Gastgeber, kam aber einfach nicht in die gefährliche Zone oder in eine zwingende Abschlussposition. Chancen blieben gegen die massive SC-Abwehr absolute Mangelware. Sprang doch mal ein Schuss heraus, wurde er abgeblockt.

Nicolas Höfler (27, Freiburg, am Boden), Dominique Heintz (23, Freiburg) und Amadou Haidara (8, RB Leipzig).
Kein Durchkommen auch für Leipzigs Amadou Haidara. Bildrechte: Picture Point/Kerstin Dölitzsch

Freiburg war da mit seinen wenigen Kontern viel gefährlicher. Ein Ballverlust von Diego Demme in der langen Nachspielzeit besiegelte dann die Niederlage: Nils Petersen nutzte diesen Fauxpas eiskalt (90.). Lukas Klostermann gelang zwar folgend nach einem Eckball noch das Anschlusstor (90.+2), in Gefahr geriet der Sieg der Gastgeber aber nicht mehr.

Das sagten die Trainer

Julian Nagelsmann (Leipzig): "Es ist immer schwer nach einem Champions-League-Spiel, in dem wir bis zuletzt alles geben mussten. Trotzdem war gerade die zweite Hälfte ganz klar nicht so, wie wir sie uns vorstellen. Freiburg ist unglaublich effizient in dieser Saison. Wir im Gegenzug machen unsere Dinger nicht und stehen daher verdienter Maßen dort wo wir jetzt sind."

Christian Streich (Freiburg): "Es war extrem schwierig, Leipzig war sehr ballsicher. Das 1:0 war ein Instinkttor. Und die zweite Halbzeit war gut. Wir hatten heute das Quäntchen Glück. Wenn Leipzig in der ersten Halbzeit das 1:0 macht, spricht alles für sie. Lucas Höler hatte ab der 75. Minute Krämpfe, erobert aber in der Schlussphase aber überragend drei oder vier Bälle - das war symptomatisch."

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 27. Oktober 2019 | 16:30 Uhr

13 Kommentare

jochen vor 37 Wochen

Gladbach hat ein gutes Spiel gemacht,verdientermaßen Platz 1,unsre Roten Bullen ganz schwach,ich glaube auch an eine "kleine" Krise,das wird sich am Mittwoch zeigen-spätestens am Samstag!
Chef -Frage: was ist gute Fußballkunst? Ich kenne das nicht-noch nie gehört?
Grüsse aus der Messestadt Leipzig

heino vor 37 Wochen

SitBull, bin ganz deiner Meinung. Warum will Leipzig von der ersten Minute an , vor allem auswärts, die Gegner in der eigenen Hälfte festnageln? Das ist alles brotlose Kunst. Das ständige Hin - und Hergeschiebe auf einem Bierdeckel ist auch in Zukunft erfolglos. Keine Schüsse aus der zweiten Reihe ist das nächste Übel. Wenn man hier den Schalter nicht schnell umlegt, weiß ich nicht gegen wen man in der Bundesliga gewinnen will.

Supporter vor 37 Wochen

Ich hatte mich gestern auch beim MDR über den rassistischen Kommentar beschwert und bin erleichtert, dass dieser beleidigende Unsinn nun gelöscht wurde. … Bezüglich Forsberg möchte ich deinem Fazit aber nicht so zustimmen. Er ist nach wie vor ein außergewöhnlicher und extrem kreativer Spieler. Aber im Nagelsmansystem werden seine Fähigkeiten erstickt. Emil lebt von den weiten Feldern vor ihm, in welche er die schnellen Werner und Poulsen schicken kann. Und hier liegt das ganze Problem, denn mit dem praktizierten Ballbesitzfußball gibt es diese freien Flächen nicht mehr. Nur leider ist der Leipziger Kader genau auf diesen Umschaltfußball ausgerichtet und die Spieler sind in bestimmten Drucksituationen mit diesem Kombinationsfußball auf engstem Raum überfordert (besonders im Dfensivbereich). RB hat momentan nicht die Spielertypen dafür. Entweder J.N. erkennt das und verlangsamt den Systemwechsel oder er wird bei RBL scheitern.