Fußball | Bundesliga RB Leipzig siegt in Bremen und rückt Bayern auf die Pelle

28. Spieltag

RB Leipzig hat sich nach der bitteren Niederlage gegen Bayern München beeindruckend zurückgemeldet. Wenn Olmo und Co. die Passmaschine anwarfen, konnten die Bremer nur staunen...

RB Leipzig hat den nächsten Schritt auf dem Weg zur erfolgreichsten Saison der Vereinsgeschichte gemacht. Beim SV Werder Bremen gewann die Elf von Julian Nagelsmann nach starker erster Halbzeit mit 4:1 (3:0) und sorgte damit auch für eine gelungene Generalprobe für das Halbfinale im DFB-Pokal am 30. April. Dann treffen beide Mannschaften im Weserstadion erneut aufeinander.

Zudem wird die Meisterschaft vielleicht doch wieder Thema. Die Bayern ließen gegen Union Berlin überraschend Federn.

Weltklasse-Kombinationen vor dem 1:0

Wer glaubte, RB Leipzig würde sich nach der Niederlage gegen den FC Bayern München hängen lassen, sah sich getäuscht. Der Tabellenzweite begann gewohnt spielstark, fand aber gegen den Abwehrriegel der Bremer zunächst kein Mittel. Es brauchte wie schon im Hinspiel einen Zauberangriff zur Führung. Mit Doppelpässen und Hackentricks hebelten Kevin Kampl, Marcel Sabitzer und Dani Olmo die Bremer-Abwehr aus. Der Spanier vollendete schließlich mit viel Gefühl ins lange Eck (1:0/24.).

Sörloth jubelt über Doppelpack

Bremen setzte nur vereinzelt Nadelstiche, hatte durch den Ex-Leipziger Selke unmittelbar nach dem 0:1 eine gute Kopfballchance - mehr aber auch nicht. Anders RB: Der bisher oft glücklose Sörloth zeigte Abschlussqualitäten als Mittelstürmer, die zuletzt so häufig vermisst worden waren. Allerdings machten es die Bremer dem Norweger auch leicht. Beim 2:0 köpfte Sörloth freistehend aus elf Metern ein, beim 3:0 schob er eine scharfe Eingabe von Willi Orban, der nach seiner Vertragsverlängerung ablieferte, aus Nahdistanz fast wie im Training ins Netz.

Kohlfeldt korrigiert Startaufstellung

Trainer Florian Kohfeldt Werder Bremen ist fassungslos.
Bedient: Trainer Florian Kohfeldt Werder Bremen ist fassungslos. Bildrechte: IMAGO / Nordphoto

Das Spiel war quasi zur Pause entschieden. Werder-Trainer Florian Kohlfeldt ließ nichts unversucht, wechselte dreifach und hoffte auf ein schnelles Tor. Das fiel tatsächlich, weil Kampl der Ball unglücklich an die Hand sprang und Rashica den Elfmeter verwandelte: 3:1 (61.). Bremen schöpfte Hoffnung und zog nur 60 Sekunden später ein langes Gesicht, als der fleißige Sabitzer eine scharfe Eingabe des eingewechselten Benjamin Henrichs im Tor versenkte. Spätestens nach dem Tor zum 4:1 war Bremen endgültig der Zahn gezogen.

Während Werder ein schweres Restprogramm hat und noch einige Punkte für den Klassenerhalt braucht, ist RB Leipzig der große Gewinner des Spieltages. Weil Rekordmeister Bayern München nur 1:1 gegen Union Berlin spielte, ist die Meisterschaft sechs Spieltage vor dem Saisonende plötzlich wieder interessant. RB liegt nur noch fünf Punkte hinter den Münchnern.

Bitter nur: Tyler Adams zog sich eine Rückenprellung zu und fällt möglicherweise gegen Hoffenheim aus.

Fußball | Bundesliga Bildershow vom Spiel Werder Bremen gegen RB Leipzig

Erwärmung vor der Partie.
Er durfte mit nach Bremen, aber nicht spielen: Angelino gehörte nach langer Pause und einem Rüffel nach seinen Instagramm-Posts zumindest zum Kader. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Erwärmung vor der Partie.
Er durfte mit nach Bremen, aber nicht spielen: Angelino gehörte nach langer Pause und einem Rüffel nach seinen Instagramm-Posts zumindest zum Kader. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Im Bild v.l.: Theodor Gebre Selassie (23, Bremen) und Justin Kluivert (21, RB Leipzig).
Während der Spanier, der immer will, aber nicht darf, erhielt Justin Kluivert (hier gegen Theodor Gebre Selassie) wieder eine Chance von Beginn an. Er war einer von fünf Neuen im Team. Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche
Marcel Sabitzer (RB Leipzig)
Der auffälligste unter vielen Guten: Marcel Sabitzer. Bildrechte: IMAGO / Jan Huebner
Torschütze/Torschuetze Dani Olmo RB Leipzig 25 trifft zum 0:1 ins Tor von Torwart Jiri Pavlenka
RB spielte stark auf, fand aber zunächst nicht die Lücke. Als Sabitzer, Kampl und Olmo die Passmaschine anwarfen, fiel das 1:0 (Torschütze: Olmo). Bildrechte: imago images/Nordphoto
Alexander Sørloth (RB Leipzig 19) trifft zum 0:2
Alexander Sörloth legte - sträflich frei - per Kopf das 2:0 nach. Bildrechte: IMAGO / Jan Huebner
Torjubel zum 0:2 durch Alexander Sorloth.
... und feierte mit seinen Teamkollegen. Nach Startschwierigkeiten tut jeder Treffer gut. Bildrechte: IMAGO / Jan Huebner
Trainer Florian Kohfeldt Werder Bremen ist fassungslos.
Dagegen war Werder-Trainer Florian Kohfeldt Werder Bremen fassungslos. Sein Konzept mit vielen jungen Spielern ging nicht auf. Bildrechte: IMAGO / Nordphoto
Torschuetze Alexander Sorloth RB Leipzig 19 trifft zum 0:3 ins Tor von Torwart Jiri Pavlenka
Werder fing sich sogar noch das dritte Gegentor in der ersten Halbzeit ein. Wieder traf Sörloth und wieder hatte vollstreckte er eiskalt in Mittelstürmer-Manier. Bildrechte: imago images/Nordphoto
Tor für Werder zum zwischenzeitlichen 1:3
Nach der Pause kamen die Gastgeber aggressiver zurück und verkürzten durch einen Elfmeter auf 1:3. Bildrechte: IMAGO / Picture Point LE
Torschütze Marcel Sabitzer 7, RB Leipzig, 2.v.l. trifft zum 1:4.
Die Leipziger Antwort kam prompt: Nach einem Hereingabe von Henrichs krönte Sabitzer seinen starken Auftritt mit dem 4:1. Bildrechte: IMAGO / Picture Point LE
Anzeigentafel Endstand
Und hier steht es grün auf weiß: Leipzig gewinnt zum vierten Mal in Folge gegen Bremen und dürfte mit reichlich Selbstvertrauen am 30. April erneut an die Weser zurückkehren. Dann zum K.o.-Spiel im Pokal. Bildrechte: IMAGO / Nordphoto
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Das sagten die Trainer

Julian Nagelsmann (Leipzig): "Ich habe schon vor dem Spiel betont, dass die Jungs eine sehr gute Mentalität haben und immer gewinnen wollen. Ich finde es nicht richtig, jetzt jede Woche etwas anderes zu sagen: Letzte Woche war die Meisterschaft weg, jetzt soll sie wieder da sein. Aber es sind immer noch fünf Punkte. Wir versuchen alle Spiele zu gewinnen. Am Ende haben wir es nicht in der eigenen Hand. Es geht nach wie vor darum, die erfolgreichste Saison für den Klub zu spielen, da fehlen uns noch acht Punkte."

Florian Kohfeldt (Bremen): "Es war ein verdienter Sieg für Leipzig. Gerade das Verteidigen in der eigenen Box war nicht gut, die Gegentore fallen viel zu einfach. Ansonsten haben wir probiert, Leipzig hoch zu pressen. Wir hatten einige Situation, haben aber aus den Ballgewinnen zu wenig gemacht. Was ich positiv hervorhebe ist, dass die Mannschaft nicht eingebrochen ist und den Rücken gerade gelassen hat."

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Videos und Audios zur Fußball-Bundesliga

Vorschaubild Nagelsmann Vergleich Stürmer
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Vorschaubild Nagelsmann Spielplan
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 11. April 2021 | 15:10 Uhr

18 Kommentare

Quentin aus Mondragies vor 5 Wochen

Bremen spielt dies wie Sepp Herberger 1954 gegen Ungarn. In diversen Foren wird Kohfeldt schon mit Herberger verglichen. Bremen wird zum Halbfinale ein anderes Gesicht zeigen. Es sei denn, dass sie zu dieser Zeit auf den Abstiegsrängen angekommen sind. Dann wird Fokus auf Bundesliga liegen und wir sehen wieder die B- Elf.

peter1 vor 5 Wochen

Glückwunsch an die freilaufenden Bullen! Das erste Gastspiel in Bremen gewonnen. Jetzt nochmal in Bremen gewinnen, das heisst Finale in Berlin.
"Einmal Leipzig immer Leipzig, he, he!"

Steffen1978 vor 5 Wochen

hätte hätte Fahrradkette - Glückwunsch den Dosen - Tradition Eisern Union mit den treuesten Fans, knöpfen Südsternen dahom 2 Punkte ab und machen die Meisterschaft spannend - 5 Punkte und 15 Tore sind ohne Robert einholbar ...