Fußball | Bundesliga RB Leipzig mit zwei Patzern und null Punkte in Sinsheim

12. Spieltag

RB Leipzig hat in Sinsheim einen Nachmittag zum Vergessen erlebt und eine verdiente 0:2-Niederlage gegen die TSG Hoffenheim kassiert. Dabei brachten zwei individuelle Fehler das Team von Jesse Marsch auf die Verliererstraße. Der an der Wade verletzte Motivator und Antreiber Yussuf Poulsen wurde schmerzlich vermisst.

Jose Angel Esmoris Tasende und  Josko Gvardiol enttäuscht
Bildrechte: IMAGO / foto2press

Eine erste Halbzeit zum Abgewöhnen für alle RB-Fans. Dabei ging es zunächst ganz verheißungsvoll für die Gäste los. RB hatte zwei Halbchancen in den ersten beiden Minuten, doch auch die TSG kam schon in der 4. Minute zur ersten guten Möglichkeit durch Rutter, der das Tor mit einem Schuss nahe der Strafraumgrenze knapp verfehlte. Nach zehn Minuten hatte sich der Wind in der PreZero Arena endgültig gedreht . Die Gastgeber machten Dampf über die Flügel. Ein schwerer Patzer von Gulasci, der nach einer Ecke am Ball vorbeiflog, machte es Samssekou einfach, zum 1:0 ins verwaiste Tor zu köpfen (14.).

das 1:0 für TSG 1899 Hoffenheim.
Die 14. Minute: Nach einem Patzer von Gulacsi (am Boden) köpfte Samssekou zur Hoffenheimer Führung ein. Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Leipzig schwimmt - Gulacsi rettet mehrfach

Leipzig war sichtlich beeindruckt und hatte Glück, im Anschluss nicht noch höher in Rückstand zu geraten. So verzog Rutter knapp aus Nahdistanz (16.). Gulasci hatte sich zum Glück wieder gefangen und parierte einige Male gut - besonders den Schlenzer von Raum (21.), den er gerade noch zur Ecke klärte.

Nach 30 Minuten wurde die bis dahin faire Partie ruppiger. Folgerichtig die erste Gelbe Karte für Silva (36.), der überhaupt nicht ins Spiel fand und als Ersatz für Poulsen enttäuschte. Bis zur Halbzeit flachte die temporeiche Partie etwas ab. RB-Trainer Jesse Marsch wird den Halbzeitpfiff herbeigesehnt haben, denn es gab offensichtlich erheblichen Klärungsbedarf.

Jesse Marsch gibt Anweisungen
RB-Coach Jesse Marsch hatte nicht nur nach der ersten Hälfte genügend Gründe laut zu werden. Bildrechte: IMAGO / Jan Huebner

RB auch nach der Pause von der Rolle

Was immer Marsch seinen Schützlingen in der Halbzeit mit auf den Weg gegeben hat - gewirkt hatte es offenbar nicht. Noch keine Minute war seit Wiederanpfiff vergangen, schon hatte Dabbur das 2:0 auf dem Fuß. Eine Riesenchance frei vor dem Tor, die Gulasci durch gutes Stellungsspiel vereitelte. Fünf Minuten später die nächste Hoffenheimer Gelegenheit: Nach einer Flanke verpasste der von seinen Gegenspielern völlig allein gelassene Rutten die Kugel nur knapp.

Wenig später knickte zu allem Überfluss auch noch Szoboszlai ohne gegnerische Einwirkung um (54.) und ging mit schmerzverzerrtem Gesicht vom Platz. Nach kurzer Behandlung am Sprunggelenk kehrte er zwar zurück, blieb aber blass und wurde wenig später ausgewechselt.

Leipzig bemüht aber weiter harmlos - Dabbur erhöht eiskalt

Mitte der zweiten Halbzeit konnten sich die Rasenballer dann ein wenig befreien. Doch die wenigen guten Offensivaktionen brachten nichts ein. Nkunkus Fallrückzieher im Strafraum (64.) verfehlte das Hoffenheimer Tor um einige Meter. Mitten in dieser Leipziger Druckphase schlug die TSG eiskalt zu - wieder einmal großzügig unterstützt von der RB-Abwehr. Der aufmerksame Dabbur schnappte sich Klostermanns schludrigen Pass zu Adams und schoss die Kugel nach wenige Schritten Richtung Tor mit Schmackes in die linke Ecke - Gulasci war diesmal ohne Abwehrchance.

Tyler Adams und Diadie Samassekou
Tyler Adams machte beim zweiten Gegentreffer keien gute Figur. Bildrechte: IMAGO / Hartenfelser

RB gelang in der Folge trotz Einwechslungen frischer Kräfte (70. Minute: Moriba für Szoboszlai und Brobbey für Silva / 79. Minute: Novoa für Klostermann) weiterhin wenig. Man bekam den Eindruck, dass die Gäste immer mehr an die Wand gespielt wurden. Nur die beiden Pfosten verhinderten einen noch größeren Rückstand (78. Minute), als Bebou mit der Schulter den rechten und Grillitsch im Anschluss den linken Pfosten trafen.

Es war eine Erlösung für alle RB-Fans, als der Schlusspfiff die Partie beendete. Noch nicht vorbei ist die negative Auswärtsserie von RB Leipzig. Bis zum nächsten Auswärts-Bundesligaspiel bei den heimstarken “Eisernen“ aus Berlin muss nun eine deutliche Steigerung her.

Das sagten die Trainer

Jesse Marsch (Leipzig): "Es war ein verdienter Sieg für Hoffenheim. Sie haben besser gespielt in jeder Phase des Spiels und haben mehr Willen gezeigt. Das ist mir unerklärlich. Wir waren nicht bereit für die Partie. Daraus müssen wir lernen und bessere Leistungen zeigen."

Sebastian Hoeneß (Hoffenheim): "Wir haben von Anpfiff an die Dinge auf den Platz gebracht, die wir uns vorgenommen haben. Wir waren aggressiv und haben die Leipziger nicht in ihr Spiel kommen lassen. Die intensive Spielweise hat uns sehr geholfen. Das einzige Manko war unsere Chancenverwertung. Aber wir wollen nicht zu gierig sein und freuen uns über den Sieg gegen eine Top-Mannschaft in der Bundesliga. Daran gilt es anzuknüpfen."

___
lta

Peter Gulacsi 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK
Jesse Marsch 1 min
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Videos und Audios zur Fußball-Bundesliga

RBL
Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Der in Quarantäne sitzende Trainer Jesse Marsch steht nach durchwachsenem Bundesligastart unter Druck. In der Pressekonferenz übernimmt er die Verantwortung, blickt aber auch nach vorn.

MDR aktuell 17:45 Uhr Do 02.12.2021 17:45Uhr 01:28 min

Rechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Video
Alle anzeigen (73)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 20. November 2021 | 16:00 Uhr

54 Kommentare

Quentin aus Mondragies vor 1 Wochen

Dauerjubelarie ist ja nun nicht so. Als RB - Begleiter kann man sich wahrscheinlich nicht ganz glaubwürdig über die FIFA auslassen/herziehen. Schade, wirklich schade. Da hätte ich auch Einiges parat. Aber das sind ja Dinge, die von Lok ganz weit weg sind, gelle. Wobei, nachdem die Ostalgiemannschaften in der 4. Liga schwächeln, ist vielleicht für Lok noch was nächstes Jahr mit Kommerz drin.

Chili Palmer vor 1 Wochen

Komm wieder runter und nimm folgendes insbesondere in Bezug auf Rasenballsport einfach so hin, wie es ist: Gott, gib mir die Gelassenheit, Dinge hinzunehmen, die ich nicht ändern kann, den Mut, Dinge zu ändern, die ich ändern kann, und die Weisheit, das eine vom anderen zu unterscheiden.
Nebenbei hatten die anderen auch die FIFA-"Intervention" zu bewältigen und dein Gönner und Mettzehn (grandios) hat extra für deine Dauerjubelarie den Kader mit hochdekorierten Nationalspielern zusammen transferiert. Da könnte ruhig ein mehr Dankbarkeit aus Leipzig nach Fuschl hinüberschallen...

nasowasaberauch vor 1 Wochen

Der 5-Meterraum gehört dem Tormann und wenn er rauskommt... Es läuft einfach nicht wie gedacht. Silva bekommt keine verwertbaren Flanken wie in Frankfurt, weder von Angelino, noch von Klostermann und so hängt der 28 Tore - Stürmer in der Luft. Von der Seitenlinie kommen keine Impulse. Keiner verlangt, dass J.M. wie der Vulkan Chr. Streich coacht, aber etwas mehr darf es schon sein.