Fußball | "Deadline Day" Möschl von Dynamo zum FCM - Sternberg landet in Halle

Heute schließt das Transferfenster: Für Vereine ist es bis zur Sommerpause die letzte Chance, ihren Kader zu verstärken. Auch vertragslose Spieler stehen unter Druck. Wer heute keinen neuen Klub findet, darf bis Sommer keine Pflichtspiele bestreiten. Sowohl Magdeburg, Halle, Chemnitz, Zwickau als auch Regionalligist 1. FC Lok haben nochmals zugeschlagen.

Patrick Möschl  (SG Dynamo Dresden) am Ball
Außenbahnspieler Patrick Möschl. Bildrechte: imago images / Jan Huebner

Der 1. FC Magdeburg setzt auf die Zweitliga-Erfahrung eines bisherigen Dresdners, der Hallesche FC hat seinen Wunschverteidiger verpflichtet, der Chemnitzer FC ein Talent aus der Hertha-Schmiede und einen Paderborner Angreifer angelte sich der FSV Zwickau. In der Regionalliga holte Lok Leipzig einen BAK-Mittelfeldspieler, Meuselwitz einen Ex-Nordhäuser und wohin gehen die Erfurter Akteure? Auch bei den mitteldeutschen Klubs läuft das Transferkarussel noch einmal auf Hochtouren.

Möschl erhofft sich "Chance auf höhere Einsatzzeiten"

Dresdens Cheftrainer Cristian Fiel rechts reicht Patrick Möschl Moeschl den Ball für einen schnellen Einwurf DFB-Pokal
Bildrechte: imago images/Dennis Hetzschold

Außenbahnspieler Patrick Möschl verlässt Zweitliga-Schlusslicht Dynamo Dresden und wechselt zum 1. FC Magdeburg. Beim aktuellen Drittliga-Zwölften unterschrieb der 26-Jährige einen Vertrag bis zum 30. Juni 2020, gaben beide Klubs am Freitag bekannt.

Er werde die Zeit bei den Schwarz-Gelben "immer als eine besondere in Erinnerung behalten. Die SGD war mein erster Verein außerhalb Österreichs, trotzdem habe ich mich hier von Beginn an Zuhause gefühlt und viele Freunde gefunden", wird Möschl in einer SGD-Mitteillung zitiert und betonte gleichzeitig: "Mit dem Wechsel nach Magdeburg erhoffe ich mir die Chance auf höhere Einsatzzeiten."

Der Österreicher war im Sommer 2017 vom SV Ried zu Dynamo gewechselt und absolvierte seitdem 30 Zweitligaspiele für die Sachsen. In der aktuellen Saison kam er jedoch lediglich auf fünf Pflichtpartien.

Sternberg vom Betzenberg nach Halle

Zweikampf zwischen Janek Sternberg (Kaiserslautern) und Bentley Baxter Bahn (HFC)
Hier noch Gegner, bald schon Teamkollegen: Janek Sternberg und Bentley Baxter Bahn. Bildrechte: imago images / VIADATA

Auf der Zielgeraden des Transferfensters im Januar 2020 hat der Hallesche FC mit Janek Sternberg seinen dritten Neuzugang in der Winterpause verpflichtet. Der 27-jährige Linksfuß wechselt vom 1. FC Kaiserslautern an die Saale, unterschrieb am Freitag einen Vertrag bis Juni 2021 und könnte am kommenden Dienstag (Livestream bei sport-im-osten.de) im Landespokal-Viertelfinale in Halberstadt sein Pflichtspieldebüt für den HFC bestreiten.

"Er ist ein gestandener Drittligaspieler, kann sowohl defensiv als auch offensiv eingesetzt werden und wird keine lange Eingewöhnungszeit benötigen", glaubt Sportdirektor Ralf Heskamp. Sternberg wurde im Nachwuchsleistungszentrum des Hamburger SV ausgebildet und spielte schon bei SV Werder Bremen, Ferencvaros Budapest und zuletzt in Kaiserslautern.

Chemnitzer FC holt Hertha-Talent

zwei Männer halten ein Trikot.
Florian Krebs bei seiner Vorstellung in Chemnitz. Bildrechte: Chemnitzer FC

Ein Nachwuchstalent von Hertha BSC spielt künftig beim Chemnitzer FC. Nach 13 Jahren bei dem Hauptstadtclub schnupperte Florian Krebs erstmals neue Luft.

"Der Abschied aus Berlin fällt natürlich schwer. Genauso freue ich mich aber auf die neue Herausforderung beim CFC und die starke 3. Liga. Für mich ist der Wechsel nach Chemnitz ein nächster Schritt in meiner Karriere", sagte der 20-Jährige, der im Regionalliga-Kader der Berliner Stammspieler war. In der CFC-Aufstiegs-Saison 2018/2019 kam Krebs bereits als A-Jugendlicher 26 Mal in der Regionalliga Nordost zum Einsatz, wobei er drei Tore und zwei Vorlagen beisteuerte.

Aufgrund eines mittlerweile ausgeheilten Syndesmosebandanrisses kam Krebs in der laufenden Saison 2019/2020 bisher zu sechs Regionalliga-Einsätzen und zwei Toren.

Außerdem wechselt Lennard Maloney auf Leihbasis bis Saisonende vom 1. FC Union Berlin an die Gellertstraße. "Lennard ist ein Mentalitätsspieler, der sich in jeden Zweikampf beißt. Er ist in der defensiven Kette variabel einsetzbar, kann sowohl in der Innenverteidigung, als auch als Rechtsverteidiger spielen", so CFC-Sportdirektor Armin Causevic.

Dörfler soll Zwickaus Offensive bereichern

Mit der Leihe von Johannes Dörfler verstärkt Drittligist FSV Zwickau seine Offensivabteilung. Der 23-Jährige kommt bis zum Saisonende vom Bundesligisten SC Paderborn zu den Westsachsen.

Johannes Dörfler (Paderborn) am Ball
Johannes Dörfler wechselt von Paderborn nach Zwickau. Bildrechte: imago images / Noah Wedel

"Wir freuen uns sehr, dass sich Johannes für uns entschieden hat. Er wird mit seiner Dynamik und Athletik unser Offensivspiel bereichern und uns noch mehr Möglichkeiten geben", sagte Zwickaus Sportdirektor Toni Wachsmuth. Dörfler war im Sommer 2019 vom KFC Uerdingen nach Paderborn gewechselt. Beim Bundesliga-Aufsteiger kam der gebürtige Düsseldorfer in der ersten Saisonhälfte allerdings nur in der zweiten Mannschaft zum Einsatz.

Mittelstürmer Genausch nach Auerbach

Der VfB Auerbach hat vom insolventen Regionalliga-Konkurrenten Wacker Nordhausen Angreifer Oliver Genausch verpflichtet. Der 28-Jährige kommt mit der Erfahrung von fast 250 Spielen in den Ligen drei bis fünf. Nach Albijan Kameraj und Michael Schlicht ist es der dritte VfB-Zugang des Winters. Mit Genausch reagieren die Vogtländer auf die längeren Ausfälle von Philipp Müller und Thomas Stock, die Ende Dezember am Knöchel operiert worden waren. Genausch kam in der laufenden Saison auf 14 Einsätzen.

Oliver Genausch (Nordhausen) gegen Sören Eismann (Jena)
Oliver Genausch Bildrechte: imago images / Karina Hessland

Niklas Brandt neu in Leipzig-Probstheida

Neuzugang Niklas Brandt und Cheftrainer Wolfgang Wolf.
Lok-Neuzugang Niklas Brandt und Cheftrainer Wolfgang Wolf. Bildrechte: 1. FC Lok

Mit Niklas Brandt vom Berliner AK hat sich der 1. FC Lok Leipzig den dritten Neuzugang des Winters für den anstehenden Aufstiegskampf in der Regionalliga Nordost gesichert. Der Vertrag des 28-jährigen Defensivspezialisten gilt bis Saisonende.

Cheftrainer Wolfgang Wolf freute sich in einer offiziellen Klubmitteilung auf einen Spieler, "der die Spielweise der Regionalliga genau kennt." Brandt sei auf mehreren Positionen einsetzbar, "dadurch habe ich mehr Möglichkeiten, auf Verletzungen und Sperren zu reagieren", ergänzte Wolf. Der gebürtige Berliner Brandt absolvierte in seiner Laufbahn bislang 69 Drittliga- und 109 Viertliga-Partien für den 1. FC Magdeburg, Halleschen FC, BFC Dynamo, Viktoria Berlin und BAK.

Welche Erfurter finden neue Klubs?

Unter Druck sind deshalb auch die Profis von Rot-Weiß Erfurt. Nach der Einstellung des Spielbetriebs hatten sie nur zwei Tage Zeit, um sich einen neuen Verein zu suchen. Bereits bekannt: Da Keeper Jannick Theißen von Fortuna Düsseldorf nur ausgeliehen war, wird er zunächst zum Bundesligisten zurückkehren. Selim Aydemir schließt sich Menemen Spor in der 2. Liga der Türkei an.

Ali Abu-Alfa und Marc Brasnic bleiben in der Regionalliga Nordost und unterschrieben beim BAK. Kevin Pino Tellez und Petar Lela sind beim SV Babelsberg untergekommen. Angreifer Velimir Jovanovic geht nach Greifswald in die Oberliga Nord, Nachwuchs-Torwart Julian Knoll bei Inter Leipzig (Oberliga Süd).

Velimir Jovanovic (Erfurt) am Ball
Velimir Jovanovic versucht sein Glück in der Oberliga Nord. Bildrechte: imago/Karina Hessland

Auch die BSG Chemie Leipzig hat sich bei RWE bedient und Burim Halili verpflichtet. Der linke Abwehrmann erhält einen Vertrag bis Saisonende. "Burim ist ein großer, kopfballstarker Innenverteidiger, der einen sehr guten Spielaufbau hat. Ich freue mich, ihn bei uns begrüßen zu können", erklärte Sportchef Andy Müller-Papra. Halili kam in dieser Saison in Erfurt auf neun Einsätze in der Liga.

Becker von Nordhausen nach Meuselwitz

Tobias Becker am Ball
Tobias Becker bleibt in Thüringen. Er geht von Nordhausen nach Meuselwitz. Bildrechte: imago/Karina Hessland

Der ZFC Meuselwitz wiederum hat Routinier Tobias Becker, der bis zur Insolvenz dreieinhalb Jahre bei Regionalliga-Konkurrent Wacker Nordhausen spielte, verpflichtet. Becker hatte bereits beim zurückliegenden Testspielsieg gegen Halberstadt sein Debüt gegeben und nun offiziell einen Vertrag bis Saisonende 2021 erhalten. Der 33-Jährige war zuvor lange Jahre beim Chemnitzer FC aktiv, ehe er über den 1. FC Magdeburg und Hessen Kassel 2016 nach Nordhausen gekommen war.

Transferfenster schließt

Am 31. Januar schließt traditionell das Wintertransferfenster. Bis spätestens 18 Uhr haben die Vereine der Bundesliga und 2. Bundesliga Zeit, neue Spieler zu verpflichten. In den Regionalliga Nordost ist dies sogar noch bis Mitternacht möglich. Logisch, dass die Leitungen der Sportdirektoren glühen werden. Viele Vereine versuchen noch Lücken zu schließen. Nach dem 31. Januar bekommt kein Spieler bis zum Ende der Saison eine Spielerlaubnis.

---
sst/mhe/dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR Aktuell | 31. Januar 2020 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 31. Januar 2020, 17:53 Uhr

8 Kommentare

Heinz K. vor 3 Wochen

Zwei Winterzugänge beim FCM, welche die vorhandenen Mängel - spielerische Defizite und katastrophale Chancenverwertung - kaum beheben. Der Kader wurde mit bereits Vorhandenen verbreitert , nicht mehr und nicht weniger. Anstatt auf den eigenen Nachwuchs zu setzen, der so schlecht nicht ist, holt man Ergänzungsspieler. Und das bei gut gefüllten Kassen und zu erwartenden Einnahmen ( Bülther).
Für mich die nächste
hausgemachte Euphoriebremse beim FCM. Da muss man sich über rückläufige Zuschauerzahlen auch nicht wundern. Diese kompensiert man dann wahrscheinlich mit den finanziellen Rücklagen. Ein e ganz seltsame Taktik.

Bockwurst-Willi vor 3 Wochen

Spieler hin, Spieler her, der Minge kann nicht mehr. Überhaupt Leute aus dem Ösi-Land zu holen war schon erschreckend. Was wurden diese im öffentlichen Medium gefeiert. Und nun? Alle beiden Alpen-Bergknappen sind zu Flachlandtirolern verkommen. Das diese laufenden Meter nun keinen Kopfball bekommen haben war Wurst, aber fast jeder ahnte dieses schon im voraus.
Man kann nur hoffen, und das ist mein größter Wunsch, das die Mannschaft jetzt die Kurve kriegt. Ausrutscher darf es da fast keine mehr geben, weiß jeder.

Andi79 vor 3 Wochen

Du bist doch bestimmt oh seiner der raumault wenn es nicht läuft und dann sagt gebt der Jugend doch mal eine Chance. Und wenn Jugendspieler eingesetzt werden und es läuft im ersten Einsatz auch nicht (Nürnberg) werden sie beleidigt das ihm die Tränen kommen und dann sind es gleich AntiFußballer. Ich glaub du hast noch nie gegen ein Ball getreten außer am Kickertisch. Man Man Man