Fussball | Bundesligen Dämpfer für BL-Klubs - vorerst Absage für Fan-Rückkehr ins Stadion

Die Bemühungen der Fußball-Bundesliga-Vereine für eine Rückkehr der Fans ins Stadion haben einen herben Dämpfer erhalten. Am Montag zeigte sich die Politik skeptisch, was entsprechende Pläne betrifft. Widerstand kommt aus Sachsen.

Leipzigs Angelino läuft zum Eckstoß vor leeren Zuschauerrängen an.
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Die Fußball-Bundesliga hat bei ihren Bemühungen für eine Rückkehr der Fußball-Fans in die Stadien vorerst eine Absage aus der Politik erhalten. "Tausende Zuschauer in den Stadien - das passt nicht zum aktuellen Infektionsgeschehen", teilte Bundesgesundheitsminister Jens Spahn auf Twitter mit. "Jetzt heißt es, keine vermeidbaren Risiken einzugehen. Das Konzept der DFL ist in der Theorie gut. Entscheidend ist in der Pandemie aber die Praxis im Alltag."

Und auch von der Gesundheitsministerkonferenz (GMK) wartete die Liga am Montag beim Sommer-Reizthema vergeblich auf positive Signale, zum Auftakt der Spielzeit 2020/21 Mitte September wieder vor Publikum zu spielen. Das habe aus Sicht der Gesundheitsminister der Länder keine Priorität. Darin bestehe Einigkeit hieß es aus Teilnehmerkreisen.

Kretschmer kann sich einen Stadiontest mit Fans vorstellen

Sachsens Regierungschef Michael Kretschmer (CDU) sieht das anders. Er würde dem Zuschauerkonzept der Deutschen Fußball Liga schon bald eine Probe unterziehen: "Ich bin der Meinung, man muss ihnen jetzt die Chance geben, diese Sache zu erproben", sagte der CDU-Politiker am Montag im ARD-Mittagsmagazin mit Blick auf das DFL-Konzept. Es sei wichtig, "dass wir jetzt auch an diesem Punkt einen Schritt nach vorn gehen". Von Massentests vor dem Stadionbesuch hält Kretschmer allerdings nichts, weil es nicht praktikabel sei. Man könne nicht so viele Menschen vorher testen, sagte er. "Das Prinzip muss sein, so wie am Arbeitsplatz, so wie beim Einkaufen muss eine Sportveranstaltung so organisiert sein, dass man sich nicht anstecken kann", forderte er.

Ministerpräsident Sachsens Michael Kretschmer und Cheftrainer Markus Kauczinksi.
Sachsens Ministerpräsident Michael Kretschmer (2. v. re.) und Dynamo-Trainer Markus Kauczsinki (3. v. li.) (Archivbild) Bildrechte: imago images/Steffen Kuttner

Winkler auf der Linie von Kretschmer

Der Präsident des sächsischen Fußballverbands Hermann Winkler sagte "Sport im Osten": "Ein paar tausend Zuschauer im Stadion verhalten sich besser als Besucher eines Freibads oder Kunden eines Baumarkts. Wenn das DFL-Konzept nicht durchzusetzen ist, dann finden in der Regionalliga oder der Oberliga auch keine Spiele mit Zuschauern statt. Und das ist für diese Vereine dann schon existenzgefährdend. Die Politik soll bitte auch daran denken, was der Sport und der Fußball für die Gesellschaft bedeutet."

Hermann Winkler, 2016
Sachsens Fußballchef Hermann Winkler Bildrechte: IMAGO

Söder sehr skeptisch

Angesichts der wieder gestiegenen Corona-Fallzahlen herrscht insgesamt aber Skepsis in der Politik, wie es Bayerns Ministerpräsident Markus Söder ausdrückte. "Ich habe mich sehr für den Start von Geisterspielen eingesetzt, das läuft auch hervorragend. Aber bei vollen Stadion zum Bundesliga-Start bin ich außerordentlich skeptisch. Ich kann es mir derzeit nicht vorstellen, sagte der CSU-Chef in Nürnberg und betonte: "Es hätte auch eine verheerende Signalwirkung an die Öffentlichkeit. Sowohl was Kapazitäten im Medizinischen betrifft als auch gegenüber kulturellen Veranstaltungen." Söder hat große Bedenken, nachdem die Zahlen zum Ende der vergangenen Woche erstmals seit Anfang Mai wieder über der Schwelle von 1.000 Fällen pro Tag gelegen hatten. Für den 53-Jährigen wäre es daher das falsche Signal und "auch nicht klug, wenn wir Schulstart haben, wenn wir beginnenden Herbst haben, zu überlegen, dass wir dann zusätzlich 20.000, 25.000 Leute in den Stadien haben". Söder würde das Thema daher gerne in der letzten August-Woche in Abstimmung mit dem Bund auf einer Ministerpräsidentenkonferenz erörtern. "Ich kann mir vielleicht im Laufe der Saison, aber nicht zum Bundesliga-Start volle Stadien vorstellen", betonte er.

Markus Söder
Bayerns Ministerpräsident Markus Söder Bildrechte: dpa

Gute Ansätze, aber schwer umsetzbar

Die Bundesliga, die 2. Bundesliga und die 3. Liga starten am dritten September-Wochenende in die neue Saison. Eine Woche zuvor steht die 1. Runde im DFB-Pokal an. Das DFL-Konzept sieht zunächst eine Rückkehr einer reduzierten Zahl von Fans ohne Stehplätze, ohne Alkohol und ohne Gästefans vor. Tickets sollen nur personalisiert vergeben werden. Damit soll das Infektionsrisiko in der Pandemie verringert werden. Nach Ansicht von Söder sind dies theoretisch gute Ansätze, die in der Praxis aber schwer umzusetzen sind.

Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann mit Maske vor der leeren Tribüne.
RB-Trainer Julian Nagelsmann Bildrechte: dpa

Auch Ärzteverband warnt

Wie Söder und Spahn warnte auch der Ärzteverband Marburger Bund vor einer Fan-Rückkehr in die Bundesliga-Stadien. "Die Gefahr von Massenansteckungen wäre real. Wenn wir Pech haben, sitzt ein Superspreader unter den Fans, und das Virus breitet sich wie ein Lauffeuer aus", sagte die Vorsitzende des Marburger Bundes, Susanne Johna, der "Neuen Osnabrücker Zeitung" (Montag). "Die Bestrebungen der Liga sind mehr als nachvollziehbar. Aber dass ihr Konzept Ansteckungen verhindert, halte ich für unrealistisch." Sie könne sich nicht vorstellen, dass Fans auf ihren Sitzen hocken blieben, wenn ihre Mannschaft ein Tor schieße. "Da liegt man sich in den Armen und denkt nicht an Corona. Alles andere wäre geradezu unmenschlich."

Die Pappkameraden-Fans wurden im Borussia Park in Mönchengladb angebracht
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Videos und Audios zur Fußball-Bundesliga

Julian Nagelsmann, RB Leipzig, während Pressekonferenz
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Mittelfeld-Motor Konrad Laimer wird RB Leipzig am Samstag im DFB-Pokalspiel beim 1. FC Nürnberg fehlen. Ihn plagen weiterhin rätselhafte Knie-Schmerzen.

Do 10.09.2020 18:43Uhr 01:01 min

https://www.mdr.de/sport/sport-im-osten/rb-leipzig-ohne-konrad-laimer-100.html

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Video
Fans von RB Leipzig auf dem Weg ins STadion.
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Durch die 8.500 Zuschauer bekommt RB Leipzig keinen sportlichen Vorteil. Das findet DFL-Chef Christian Seifert. Ingo Hahne berichtet.

MDR aktuell 19:30 Uhr Do 03.09.2020 19:30Uhr 01:30 min

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Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 10. August 2020 | 18:40 Uhr

24 Kommentare

iochen vor 5 Wochen

11 Jahre nach Vereinsgruendung im 🆑 Viertelfinale -heller Wahnsinn, mit nichts aber auch nichts zu ueber bieten, es überwiegt einfach nur der 🌈Stolz Fan dieses großartigen Vereins zu sein
Auf geht's RB

Schachter vor 5 Wochen

Angst ist immer ein schlechter Ratgeber. Keiner wird gezwungen, in ein Stadion zu gehen. Ich würde es sogar als ein gewisses Experiment sehen, wenn unter den vorgegebenen Bedingungen wieder größere Veranstaltungen stattfinden, insbesondere dort, wo eine verschwindend geringe Neuinfektionszahl wie z.B. in Sachsen nachgewiesen wird. Und auch das mit der Luft im Flugzeug halte ich für nicht zutreffend - maximal für Bakterien geltend, niemals für Viren. Das gibt es nicht mal in Krankenhäusern.
Glück auf!

lobeda ost vor 5 Wochen

Desinfizieren ist das falsche wort...die filter an bord filtern da alles raus,man hat quasi op luft....bei den demos geb ich uneingeschränkt recht...aber bei Verstößen wie in berlin werden die aufgelöst,und ne strafe fällig...ich find das nur schlimm,wenn man bedenkt das man sich anstecken könnte,und dann unwissend jemanden anstecken könnte der es halt vielleicht nicht überlebt...und das ist halt meine meinung und meine angst dabei.