Fritz Keller
SC-Freiburg-Präsident Fritz Keller soll DFB-Präsident werden. Bildrechte: imago images / Sportfoto Rudel

Fußball | DFB DFB-Präsident Keller? Zustimmung und Kritik aus Mitteldeutschland

Der Präsident von Bundesligist SC Freiburg, Fritz Keller, soll neuer Präsident des Deutschen Fußball-Bundes werden. Das ist das Ergebnis einer Findungskommission, die vom Deutschen Fußball-Bund eingesetzt wurde. Bei zwei mitteldeutschen Fußball-Funktionären ruft dieser Vorschlag unterschiedliche Reaktionen hervor.

Fritz Keller
SC-Freiburg-Präsident Fritz Keller soll DFB-Präsident werden. Bildrechte: imago images / Sportfoto Rudel

SFV-Präsident Winkler: "Ich wundere mich"

Heftige Kritik kommt von Hermann Winkler, dem Präsidenten des Sächsischen Fußballverbandes: "Ich wundere mich", sagte der 56-Jährige sport-im-osten.de am Donnerstagmittag (15. August). Laut Winkler hätte DFB-Interimspräsident Rainer Koch vor einigen Wochen per E-Mail einen Zeitplan verschickt, wonach für Bewerbungen eine Frist bis 30. August gegeben werde.

Am 21. September sollte die Findungskommission, zu der DFL-Geschäftsführer Christian Seifert, die DFB-Interimspräsidenten Reinhard Rauball und Rainer Koch, DFL-Vize Peter Peters, DFB-Generalsekretär Friedrich Curtius und DFB-Schatzmeister Stephan Osnabrügge gehören, dann ihren Kandidaten vorschlagen.

"Rainer Koch bat uns, dass wir bis dahin Ruhe bewahren sollen", so Winkler. "Ich wundere mich, warum abweichend vom ursprünglichen Plan schon heute der Name präsentiert wurde. Ich warte mit einer Stellungnahme, bis die Frist am 30. August abgelaufen ist."

SFV-Präsident Hermann Winkler
Winkler: "Warum wurde der Name schon heute präsentiert?" Bildrechte: dpa

Winkler: Hätte mir Vorstellung gewünscht

Winkler, der im Juli das Auswahl-Verfahren des DFB u.a. deswegen kritisiert hatte, weil es kein ostdeutscher Funktionär in die Auswahl der Findungskommission geschafft hatte, erneuerte und erweiterte seine Kritik: "Ich hätte mir gewünscht, dass sich so ein Kandidat zumindest den Regionalverbänden einmal vorstellt", erklärte der ehemalige CDU-Europapolitiker.

NOFV-Präsident Bugar: "Neue Kontinuität könnte einziehen"

Widerspruch bekommt Winkler von Erwin Bugar Präsident des Nordostdeutschen Fußball-Verbandes und des Fußballverbandes Sachsen-Anhalt: "Es war gut, dass die Namen vorher nicht bekannt waren, denn dadurch konnten die Namen nicht vorzeitig in der Öffentlichkeit verbrannt werden." Der Wahl des 62-jährigen Fritz Keller, der seit 2010 Präsident des SC Freiburg ist, kann Bugar aber viel Positives abgewinnen: "Mit Herrn Keller könnte beim DFB eine neue Kontinuität einziehen."

Erwin Bugar
NOFV-Präsident Erwin Bugar. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Winkler und Bugar: Legen uns nicht fest

Einig sind sich Winkler und Bugar allerdings darüber, dass sie ihre Wahlentscheidung noch nicht gefällt haben. NOFV-Präsident Bugar sagt: "Ich will mich nicht auf Herrn Keller festlegen. Es ist nicht ausgeschlossen, dass sich andere, die sich bewerben wollen, in der kommenden Woche bei einem Treffen in Berlin vorstellen." Auch Winkler verweist auf mögliche weitere Kandidaten: "Das gebietet die demokratische Fairness. Wenn es eine Frist bis Ende August gibt, sollten wir diese Frist abwarten und jedem, der sich meldet, die Chance geben, sich vorzustellen. Ich kann und will mich jetzt noch nicht festlegen."

Präsidenten-Wahl schon für 27. September geplant

Die Findungskommission des DFB hatte mit mehreren Kandidaten Gespräche geführt und sich für Keller entschieden. Der Name wurde am Donnerstag (15. August) bekannt. Am 21. August soll Keller zunächst der Konferenz der Regional- und Landesverbände sowie der Generalversammlung der DFL vorgestellt und anschließend nominiert werden. Auf dem DFB-Bundestag am 27. September in Frankfurt am Main soll er dann gewählt werden. 

Dirk Hofmeister

[In einer ersten Version des Artikels stand: "Die Findungskommission des DFB hatte mit insgesamt sechs potenziellen Kandidaten Gespräche geführt und sich dann für Fritz Keller entschieden." Dieser Satz wurde nachträglich gelöscht. Anm. d. Red.]

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 15. August 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 15. August 2019, 19:39 Uhr

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7 Kommentare

16.08.2019 19:14 Exilant 7

Naja..wollen wir mal nicht meckern:
Für Wein und gutes Essen wird ab sofort gesorgt sein in der DFB.-Zentrale :))

16.08.2019 04:54 Gerald 6

Nur ein Kandidat? Da kann man wirklich nicht von einer Wahl sprechen!
Also nicht Neues vom DFB!

16.08.2019 04:23 Christin 5

Es gab nichts Gutes aus Frankfurt zu berichten, es gibt nichts Gutes zu berichten und es wird nichts Gutes aus Frankfurt zu berichten sein. Es bleibt das gleiche Spiel. Es bleibt die Fussballmafia. Unglaublich, aber wahr. So ein Hühnerhaufen von Funktionären. Dort aufzuräumen, ist unmöglich. Alle machtbesessen und von Vetternwirtschaft nach oben gepushed.

15.08.2019 21:47 ... 4

Es muss mal ein Ossi ran. Sonst wird immer zwischen Ost und West unterschieden. Es gab noch kein Präsidenten der Ostdeutscher war. Aber naja. Das Prozedere wird immer weiter so gehen.

15.08.2019 19:21 Leonard 3

Der Name wurde wohl im Hinterzimmer ausgewürfelt. Zu einer Wahl gehören mehrere Kandidaten. Alles andere ist abnicken.

15.08.2019 18:23 Harald Schiepe 2

Beim DFB hat man aber auch gar nichts dazugelernt. Was ist denn das für eine Demokratie? Hat man Angst, die eigenen Besitzstände zu verlieren? Eine Wahl mit nur einem Kandidaten! Das gab es auch schon mal in der Politik und wurde 1989 abgeschafft.

15.08.2019 15:56 colditzer 1

" Keller sei der erste und einzige Kandidat, mit dem die Findungskommission Gespräche geführt habe, hieß es in der Mitteilung."
tagesschau.de 15.08. 10.15 Uhr

Also was stimmt?
Dann wurden doch keine Gespräche mit angeblich 6 potenziellen Kandidaten geführt.
Und wenn, wer waren die.
Sportsfreund Bugar strebt wohl nach höheren Weihen beim DFB.
Geheimhaltung findet er schon mal gut.

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