Fußball | International DFL-Boss Seifert: Einige Topklubs sind "Geldverbrennungsmaschinen"

Christian Seifert (DFL)
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DFL-Chef Christian Seifert hat die finanziellen Auswüchse und hochfliegenden Ambitionen europäischer Fußballvereine ungewöhnlich heftig kritisiert. Die "brutale Wahrheit" sei doch, dass "einige dieser sogenannten Super-Klubs – ich würde sagen – schlecht gemanagte Geldverbrennungsmaschinen" sind.

Christian Seifert (DFL)
Christian Seifert hatte im vergangenen Herbst seinen Rückzug von der DFL-Spitze für Sommer 2022 angekündigt. Bildrechte: imago images / Contrast

Seifert: "Würde mich fragen, ob sie die richtigen Partner wären"

"Sie verbrennen das Geld so, wie sie es in den vergangenen zehn Jahren verbrannt haben", sagte der Geschäftsführer der Deutschen Fußball Liga laut Nachrichtenagentur AP am Mittwoch auf einem von der "Financial Times" ausgerichteten Fußball-Business-Branchengipfel. Mit seiner Kritik spielte der DFL-Chef unter anderem auf die im vergangenen Jahrzehnt horrende gestiegenen Milliarden-Erlöse aus dem Verkauf von TV-Rechten an.

Ohne Vereine namentlich zu nennen, dürfte Seifert die spanischen Superclubs Real Madrid und FC Barcelona im Visier gehabt haben. Sie sind auch die stärksten Befürworter der umstrittenen europäischen Superliga (Super League). "Wenn ich ein Investor wäre, würde ich mich fragen, ob sie die richtigen Partner wären", meinte der DFL-Boss und lobte die UEFA zugleich dafür, dass dieses Modell vorerst vom Tisch ist.

Lionel Messi bei einem Spiel
Sportlich und vor allem wirtschaftlich in der Krise – Der FC Barcelona um Superstar Lionel Messi. Bildrechte: imago images/ZUMA Wire

Barcas Schuldenberg bei 1,17 Milliarden Euro Schulden

Die Corona-Krise frisst sich auch oder gerade in die Bilanzen der besonders namhaften Clubs. So meldete Juventus Turin für das vergangene Geschäftsjahr einen Verlust von 89,7 Millionen Euro. Bei Paris Saint-Germain waren es 125,8 Millionen.

Besonders schlimm steht es um den fünfmaligen Champions-League-Sieger FC Barcelona, der nach einem Minus von 97 Millionen in der Saison 2019/20 erst im Januar seinen aktuellen Schuldenstand offenbarte: 1,17 Milliarden Euro, von denen 730,6 Millionen kurzfristig zu begleichen seien. Auch bei Real Madrid ist der Schuldenberg gewachsen. Laut Medienberichten beträgt die Verschuldung des spanischen Rekordmeisters etwa 900 Millionen Euro.

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red/dpa

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 18. Februar 2021 | 13:40 Uhr

9 Kommentare

Lieselotte Mueller vor 11 Wochen

In meinem Heimatverein RBL wird sohlide gewirtschaftet da können sich viehle ein Beispiel nehmen! Dank unserm Gönner und Mettzehn Didi Mateschitz haben wir keine Schulden wie Barzelona oder Schalke!
Furzza BBL unsern tapferen Recken!

Voice vor 11 Wochen

Ich weiß ja nicht, wie Sie internationalen Erfolg definieren. Aber Halbfinale CL, ManU rausgekegelt, vorher nationales Pokal Finale und jedes Jahr international vertreten, erachte ich doch mehr als nur mäßig. Aber das liegt ja im Auge des Betrachters.

DY707 vor 11 Wochen

Ist der gute Herr Seifert nicht Teil dieser ganzen Maschinerie? Ist es nicht die Ausschüttung der Fernsehgelder, die die Vereine aufrüsten lässt? Ist es nicht die Spirale, die auch seine DFL antreibt? Es ist in meinen Augen scheinheilig.