Fußball | Geburtstag Eduard Geyer - eine ostdeutsche Geschichte

Europacup-Duell mit Uli Hoeneß, Meistertrainer bei Dynamo Dresden, Bundesliga-Aufstieg mit Energie Cottbus - Eduard Geyer hat in seiner Karriere viel erlebt und erreicht. Zu seiner Geschichte gehört aber auch die Stasi.

Jubiläum Eduard Geyer wird 75 - Sein Leben in Bildern

 v.li.: Torwart Sepp Maier, Johnny Hansen (beide Bayern), Horst Rau, Eduard Geyer, Hartmut Schade (alle Dresden)
Am 24.10.1973 trifft Eduard Geyer (3.v.l.) mit Dynamo Dresden im Europapokal der Landesmeister auf den FC Bayern München u.a. mit Sepp Maier (li.). Die Kameraden von Geyer sind auf dem Bild Horst Rau und Hartmut Schade. Am Ende eines denkwürdigen Abends gewann der FC Bayern München gegen die SG Dynamo Dresden 4:3. Bildrechte: mago/Kicker/Eissner
 v.li.: Torwart Sepp Maier, Johnny Hansen (beide Bayern), Horst Rau, Eduard Geyer, Hartmut Schade (alle Dresden)
Am 24.10.1973 trifft Eduard Geyer (3.v.l.) mit Dynamo Dresden im Europapokal der Landesmeister auf den FC Bayern München u.a. mit Sepp Maier (li.). Die Kameraden von Geyer sind auf dem Bild Horst Rau und Hartmut Schade. Am Ende eines denkwürdigen Abends gewann der FC Bayern München gegen die SG Dynamo Dresden 4:3. Bildrechte: mago/Kicker/Eissner
Eduard Geyer, 1989, im Dynamo-Trikot
Von 1986 bis 1990 trainerte Eduard Geyer Dynamo Dresden. 1989 schaffte er mit Dresden den Sprung ins Halbfinale des UEFA-Pokals. Endstation war dort der VfB Stuttgart. Bildrechte: MDR/DRA
Ehrenspielführer - Hans Jürgen Dörner, Eduard Geyer, Dieter Riedel, Hartmut Schade (v.li.,SG Dynamo Dresden)
Eduard Geyer war aber auch Inoffizieller Mitarbeiter des MfS. In seiner Stasiakten gibt es über 100 Berichte. 1986 attestierte Geyer dem damaligen Trainer-Gespann von Dynamo Dresden, Klaus Sammer und Dieter Riedel, politische Schwächen, weshalb sie schon eher hätten abgelöst werden müssten. Geyer selbst wurde Nachfolger von Sammer. Bildrechte: imago/Christian Schroedter
Klaus Sammer und Dieter Riedel sitzen im Stadion auf der Tribüne.
2018 eskalierte der Streit, nachdem Dieter Riedel weitere Details in seiner Stasi-Akte fand. Nach monatelangem Streit trat Geyer schließlich als Ehrenspielführer ab. Bildrechte: imago/Robert Michael
Reinhard Häfner, Eduard Geyer und Dr. Wolfgang Klein
Dresdner Bank v.re.: Mannschaftsarzt Dr. Wolfgang Klein, Trainer Eduard Geyer und Assistent Reinhard Häfner. Bildrechte: imago/Kicker/Eissner
Reporter Bodo Boeck interviewt Trainer Eduard Geyer
Nach dem Spiel war Geyer ein gefragter Mann: Hier am Mikrofon bei Reporter Bodo Boeck. Bildrechte: imago/Dehli-News
Trainer Eduard Geyer (Dresden) während der Meisterfeier mit dem Siegertrophäe.
Dynamo gewann sowohl 1989 als auch 1990 die Meisterschaft. Hier der Vater des Erfolgs in Schwarz-Weiß-Aufnahme mit der Siegertrophäe. Bildrechte: imago/Dehli-News
Eduard Geyer, 1989, beim Spiel DDR gegen Bulgarien
Eduard Geyer war letzter Nationaltrainer der DDR. Hier bei einem Spiel gegen Bulgarien. Bildrechte: MDR/DRA
Nationaltrainer Eduard Geyer und sein Co Trainer Eberhard Vogel während des letzten Länderspiels der DDR in Wien gegen Österreich, auf der Trainerbank.
Nationaltrainer Eduard Geyer (re.) und sein Co Trainer Eberhard Vogel (beide DDR) während des letzten Länderspiels der DDR in Wien gegen ֖sterreich. Bildrechte: IMAGO
Trainer Eduard Geyer (Energie) bejubelt in Mitten feiernder Fans den Aufstieg in die höchste deutsche Spielklasse
Eine unvergessene Zeit als Coach verbrachte Eduard Geyer bei Energie Cottbus. Von 1994 bis 2004 stand er bei den Lausitzern an der Seitenlinie und feierte den Sprung bis in die 1. Bundesliga. In der Saison 2001/2002 stand Cottbus nach vier Spieltagen mit neun Punkten auf Rang drei - vor den großen Bayern. Bildrechte: imago/momentphoto/Michael
Eduard Geyer und Tomislav Piplica, 2000
Einer seiner Schützlinge damals. Torwart Tomislav Piplica. Unvergessen dessen Eigentor nach einer Bogenlampe im Spiel gegen Borussia Mönchengladbach. Bildrechte: imago/Höhne
Eduard Geyer und Hans Meyer
Trainer Eduard Geyer (Energie, li.) und Trainerkollege Hans Meyer (Gladbach) beim freundschaftlichen Händeschütteln als Trainerkollegen in der Saison 1999/2000. Bildrechte: IMAGO
20 Jahre Sport im Osten - Talk in der Arena Chemnitz
Nach seiner Karriere als Spieler und Trainer war und ist Eduard Geyer auch bei "Sport im Osten" jederzeit gern gesehen. Hier mit Christian Tiffert, Stephanie Müller-Spirra, Tom Scheunemann und Perry Bräutigam beim "20 Jahre Sport im Osten - Talk" Bildrechte: MDR/Dirk Hofmeister
Waldemar Waldi Hartmann , Fernsehmoderatorin Bärbel Schäfer, Fussball-Legende Eduard Ede Geyer ( alle GER ), Sänger Costa Cordalis ( GRE ) und Comedian Matze Knop.
Auch ins TV-Programm mit Waldemar "Waldi" Hartmann , Fernsehmoderatorin Bärbel Schäfer, Sänger Costa Cordalis und Comedian Matze Knop hat es Geyer geschafft. Bildrechte: imago/Schöne
Fussballtrainer Eduard Geyer mit Ehefrau Angelika bei der Boxgala SES-Boxing am 02.03.2019 in Magdeburg.
Wenn er nicht in TV-Programmen zu sehen ist, schaut sich Geyer selbst Sportveranstaltungen an. Hier im März 2019 beim SES-Boxabend in Magdeburg mit Ehefrau Angelika. Bildrechte: imago images / CHROMORANGE
Eduard Geyer
Am Montag wird Eduard Geyer nun 75 Jahre jung. Wir wünschen alles Gute und weiterin viel Gesundheit. Bildrechte: imago images / VIADATA
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Geyer war ein robuster Abwehrspieler, kam in seiner Zeit bei Dynamo Dresden auf 113 Einsätze. Höhepunkte waren sicher die Europacup-Spiele gegen den FC Bayern München, wo er im Rückspiel in Dresden am flinken Uli Hoeneß verzweifelte. Ab 1975 übernahm er das Traineramt, zunächst im Nachwuchs der Schwarz-Gelben. Ein Wendepunkt wurde das Jahr 1986, als das Trainerduo Klaus Sammer und Dieter Riedel abgelöst und Geyer als Cheftrainer installiert wurde. Zweimal holte er mit Dynamo den DDR-Meistertitel, löste damit den verhassten BFC Dynamo (zuvor zehn Titel in Folge ab).

FC Bayern München - SG Dynamo Dresden 4:3 - Eduard Geyer (Dresden, re.) gegen Uli Hoeneß (Bayern)
Bildrechte: imago/Fred Joch

Würdigung von Dynamo-Präsident

"Eduard 'Ede' Geyer hat über gut zwei Jahrzehnte zunächst als Spieler und anschließend in besonderer Weise als Trainer für Dynamo Dresden gewirkt. Nach seiner aktiven Laufbahn bildete er als Übungsleiter im Nachwuchs zahlreiche Talente aus, um dann später als Cheftrainer Vereinsgeschichte zu schreiben. Durch den Gewinn der nach vielen Jahren der Abstinenz lang ersehnten Meisterschaft versetzte er mit seiner überragend spielenden Mannschaft in der Saison 1988/89 das gesamte Dynamo-Land in einen riesigen Freudentaumel", wird Dynamos Präsident Holger Scholze auf der Internetseite des Vereins interpretiert.

Trainer Eduard Geyer (Dresden) während der Meisterfeier mit dem Siegertrophäe.
Bildrechte: imago/Dehli-News

Geyer in der Lausitz unsterblich

Nach der Wende wurde es zunächst ruhig um den letzten Trainer der DDR-Nationalmannschaft. In der Bundesliga war er nicht gefragt, es zog ihn zunächst nach Ungarn, später für zwei Jahre zum FC Sachen Leipzig. Dann folgte Energie Cottbus, ein Glücksfall für beide Parteien. "Wir hatten einen Trainer, einen Co-Trainer, den Präsidenten Dieter Krein, Geschäftsführer Klaus Stabach und eine Sekretärin. Wir hätten alle mit aufs Mannschaftsfoto gepasst. Damals gab es keine sechs Ernährungsberater", sagte Geyer der dpa. Von 1994 bis 2004 drückte Geyer in der Lausitz seinen Stempel auf, schaffte den Aufstieg in die 2. Bundesliga und 2000 den Sprung in die 1. Bundesliga. Da wirkt bis heute nach. "Was Cottbus heute ist, haben wir erschaffen. Wir haben Fußball hoffähig gemacht und den Leuten in einer wirtschaftlich schwierigen Region Freude bereitet und Selbstverständnis gebracht."

Ohne Geyer geht nix! - Cottbuser Fans bedanken sich nach dessen Entlassung bei Trainer Eduard Geyer für die schöne Zeit
Bildrechte: imago/Contrast

Streit um Stasi-Tätigkeit

So unbestritten die Verdienste Geyers sind, so umstritten ist auch seine Rolle als Informeller Mitarbeiter der DDR-Staatssicherheit. 1971 verpflichtete sich Geyer zur inoffiziellen Mitarbeit. Als IM "Jahn" lieferte er jahrelang Berichte über die Mannschaft, äußerte sich nach der Abberufung des Trainerduos Klaus Sammer/Dieter Riedel abfällig über die politische Einstellung beider. Mit seiner Stasi-Mitarbeit wurde Geyer nach der Wende mehrfach konfrontiert, zuletzt im Streit um seinen Status als Ehrenspielführer.

dpa/red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | 07. Oktober 2019 | 19:00 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 07. Oktober 2019, 16:44 Uhr

6 Kommentare

Gerald vor 6 Wochen

Wie kann man eine Person soviel Aufmerksamkeit schenken, der zum Beispiel nach der Abberufung des Trainerduos Klaus Sammer/Dieter Riedel abfällig über die politische Einstellung beider geäußert hat? Ich verstehe das nicht!

Dynamokralle vor 6 Wochen

Lieber Referee, das ist eben Fielo ("ich bin kein Messias..."), er gibt Schwächen offen zu, wo andere den starken Max spielen würden. Aber für uns von außen wäre es natürlich komfortabler, da einen zu sehen, der sofort Rat weiß und alles wird schnell wieder gut. Is nich so und so müssen wir wieder mal unsre Leidensfähigkeit bemühen. Ich hab das Geschehen vorm "K" ziemlich nah erlebt, in dem Moment haben mir die Spieler einfach leid getan, denn mangelnde Einsatzbereitschaft hätte ich ihnen auch nicht vorgeworfen. Mit bissel Abstand seh ich´s aber anders, denn die Fans dort sind die treuesten und geben alles. Die Mannschaft kann sich nun als solche beweisen und wird die Kritik hoffentlich in positive Energie umwandeln.

wicky 67 uncut vor 6 Wochen

Auch von meiner Wenigkeit aus, alles alles Gute für Herrn Geyer zum 75.Geburtstag! Möge er auch in den kommenden Jahren gesundheitlich sowie Privat ein schönes und erfülltes Leben genießen! Auch wünsche ich ihm von ganzem Herzen, daß sich seine ganz persönlichen Wünsche, für seine ganz ganz sicher noch treuestens gelìebten 2Ostvereine aus Elbflorenz und aus der Lausitz, hoffentlich und möglichst baldig rasch erfüllen werden! Was ihm der gesamte Ostfußball an positiven Erfolgen zu verdanken hat, ist das Einzigste was speziell an so einem Tag bewertet werden sollte, zumal ihm das sportlich Geleistete auch zu Recht kein Mensch auf der Welt jemals streitig machen kann und darf! Die Stimmen, welche sich jedoch immernoch mit seiner Stasivergangenheit befassen, weil diese Leute ja sonst keine anderen Probleme in ihrem Dasein besitzen, sollten spätestens jetzt endlich ein für allemal verstummen! Denn jeder von uns macht Fehler im Leben. Wichtig ist am Ende nur, daß das Gute dabei überwiegt! LG