Fußball | Bundesliga Eik Galley: "Werde nie ein Abo für die Super League abschließen"

Die Katze ist aus dem Sack, die Super League soll kommen. Für MDR-Reporter Eik Galley ein widerlicher Gedanke. Einer seiner Fragen: Wie verhält sich RB Leipzig? Seine klare Haltung: Keinen Cent für diese Liga.

Die Fakten: 12 Klubs aus drei Ländern wollen die Super League gründen. 3 Spanier mit Real Madrid, Atletico Madrid und FC Barcelona. Sechs Engländer mit Manchester United, Manchester City, FC Liverpool, FC Chelsea, Tottenham Hotspurs und FC Arsenal. Drei Italiener mit Juventus Turin, AC Mailand und Inter Mailand. Noch drei weitere Klubs sollen als Gründungsmitglieder dazukommen. Und fünf Klubs, die eingeladen werden. Die Kriterien dafür sind bisher offen.

"Widerlicher Plan"

Gespielt werden soll mit insgesamt 20 Mannschaften in zwei Zehnergruppen. Irgendwann geht es mit einem Viertelfinale weiter. Madrids Präsident Florentino Perez, der Vorstandsvorsitzende, sagt: "Wir werden den Fußball auf jedem Level nach vorm bringen und ihn zu seinem rechtmäßigen Platz in der Welt verhelfen."

Eine Phrase, der Plan an sich ist widerlich. Denn in der Realität wollen sich Perez und Gefolge sich endgültig aus dem Wettbewerb verabschieden. Schon jetzt sind die Großen durch die Einnahmen aus der Champions League national nicht mehr einzuholen. In den 3 Ligen – Italien, England, Spanien – gab es in den letzten 20 Jahren nur zwei Meister, die nicht zu den genannten 12 gehörten: 2004 der FC Valencia, 2016 Leicester City. Nun sollen in der Super League durch die US-amerikanischen Investmentbank JP Morgan 3,5 Milliarden Euro ausgeschüttet werden. Es ist eine neue Geschichte vom Teufel und dem Haufen.

Florentino Perez
Florentino Perez Bildrechte: IMAGO / agefotostock

RB Leipzig als Opfer der Kommerzialisierungsspirale?

Bisher ist kein deutscher Klub dabei. Bayern München und Borussia Dortmund haben die die Pläne abgelehnt. Genauso wie Paris St. Germain. Der deutsche Fußball, die Öffentlichkeit muss alles tun, diese Haltung zu bewahren.  National muss ein Drohszenario aufgebaut werden: Wer in der Super League spielt und sich so dem Wettbewerb entzieht, darf in der Liga nicht mehr mitmachen. 

Gilt natürlich auch für RB Leipzig. RBL wird sich zum vierten Mal für die Champions League qualifizieren. Aber was ist diese Liga noch wert? Kurios, dass ausgerechnet RB Opfer der Kommerzialisierungsspirale werden könnte. Oder ist der Klub am Ende dank der Mateschitz-Milliarden doch in der Super League dabei. Es gibt ganz sicher viele Gedankenspiele am Cottaweg. Und bisher gibt es keine Sicherheiten.

Für mich allerdings eine. Ich werde niemals ein TV-Abonnement für eine Super League abschließen. Der Fußball steht vor einem historischen Scheideweg. Hoffentlich nimmt er die richtige Ausfahrt.

Videos und Audios zur Fußball-Bundesliga

Michael Drevenstedt und Thomas Kunze
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 19. April 2021 | 17:45 Uhr

17 Kommentare

Reisender vor 2 Wochen

Eins noch zur Ergänzung , wer hat denn diese Vereine erst in diese Positionen gebracht mit ihrem CL -Modus? Es ist doch nur die nächste Stufe. Als Fan und Konsument diverser Pay-TV -Angebote hat man es doch selber in der Hand.
Es gibt wichtigeres als Manu oder Barca oder wer noch alles mitmachen will.
Darüber sollte man sich Gedanken machen.

CM72 vor 2 Wochen

Jeder muss selber wissen was er sich im Fernsehen anschaut. Für mich war die Champions League erst ab dem Achtelfinale interessant und sehenswert. Man hat sich doch auf Duelle BVB vs. Barca oder ManCity vs. Real gefreut und nicht RB vs. Sparta Prag. Was spricht gegen eine Super League? Das wäre Fußball auf aller höchstem Niveau. Die Champions League ist durch die Reform weiter aufgebläht, es wird viele uninteressante Duelle geben, Vereine die sich nicht qualifiziert haben (wie jetzt evtl. der BVB) kommen über die Hintertür Wild Card doch noch in die CL, was ist daran sportlich? Im übrigen gibt es schon seit Jahren große Kritik seitens der Spitzenvereine an der FIFA und UEFA in Person Ceferin und seiner Machenschaften, gerade von Bayern München.

Ich bin Fan des RWE und würde mich freuen überhaupt mal wieder diesen Verein sehen zu dürfen. Und Super League schaue ich mir trotzdem an.

Zwickauer1 vor 2 Wochen

Ich verstehe den Aufschrei nicht ganz.
Es ist doch nur das Normale eingetreten was in so einer kranken Gesellschaftsordnung eintreten muss.
Man möchte Geld. Viel Geld, um all die Profis und auch Ihre Berater in Zukunft bezahlen zu können.
Ein Messi hat bei Barcelona in den letzten 4 Jahren insgesamt 555 Millionen Euro bekommen. Fazit: Barca ist pleite und sucht neue Geldquellen.
Juventus hat sich mit Ronaldo übernommen.
So könnte das ewig weitergehen.
Allein die 6 englischen Klubs zahlen Löhne und Gehälter die an ein Bruttoinlandsprodukt so mancher Herren Länder heranreichen.
Verrückt, aber traurig und wahr.
Ich heiße diese Liga keineswegs zu, jedoch ist Sie eben nur ein Auswuchs dieser unserer Gesellschaft.
Pervers.