Fußball | Bundesliga Freiburgs Nils Petersen und das "unfassbare Gefühl" des Re-Starts

Am vergangenen Samstag spielte Nils Petersen mit dem SC Freiburg in der leeren Leipziger Arena und entführte einen Punkt in den Breisgau. Im "SpiO"-Talk sprach er über die Geisterspiel-Atmosphäre sowie seine neue sportliche Heimat.

Nils Petersen im SpiO-Talk 18 min
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Kein Jubel, keine Pfiffe, keine ekstatische Anfeuerung von den Rängen. Auch Nils Petersen musste sich am vergangenen Wochenende mit den neuen Umständen anfreunden, die der Re-Start in der Bundesliga mit sich brachte.

"Die Atmosphäre ist natürlich eine andere"

Der gebürtige Wernigeröder zeigte sich dennoch erleichtert, dass der Ball endlich wieder rollen konnte. "Es war ein unfassbares Gefühl. Man es doch sehr vermisst. Während der Spiels ist man zudem so im Tunnel, dass man gar nicht merkt, dass die Zuschauer nicht da sind", erzählte Petersen im "SpiO"-Talk am Mittwoch (20.05.2020).

Auch wenn sich die Freiburger für ihren starken Auftritt beim 1:1 gegen die favorisierten Kicker von RB Leipzig mit einem Punkt belohnten, konnte das Ergebnis nicht komplett über die ungewohnte Kulisse hinwegtäuschen: "Die Atmosphäre ist natürlich eine andere. Es fehlen die Emotionen von außen."

Nils Petersen
Nils Petersen beim 1:1 beim "Geisterspiel" in Leipzig Bildrechte: imago images/Poolfoto

Geisterspiele bringen auch etwas Positives mit

Den neuen Umständen kann der Stürmer aber auch etwas Gutes abgewinnen. Schließlich nehme die Situation ohne Zuschauer im Stadion den Spielern auch etwas Druck, "weil dann nicht so schnell Genöle von den Rängen kommt", so Petersen. Dies könne sich durchaus "positiv auf die Mannschaft auswirken."

Etwas ungewohnt gestaltet sich natürlich noch der Verzicht auf den Torjubel, ohne "den Emotionen freien Lauf zu lassen." Es sei aber gut, dass ein klares Konzept vorliegt, welches auch die Spieler in die Verantwortung mit einbezieht, betonte der ehemalige Profi des FC Carl Zeiss Jena.

Vereinsrekordtorschütze in Freiburg

In Freiburg scheint der zweimalige A-Nationalspieler seine neue sportliche Heimat gefunden zu haben. Seit 2015 spielt er im Dress der Breisgauer und löste mittlerweile niemand geringen als DFB-Coach Jogi Löw als Vereinsrekordtorschützen ab. "Das ist schon etwas Besonders und macht einen stolz. Man weiß, dass man nicht so viel falsch gemacht hat", gibt Petersen schmunzelnd zu.

Mit einem Sieg am kommenden Wochenende gegen seinen Ex-Klub Werder Bremen will der 31-Jährige mit dem SC den vielleicht schon entscheidenden Schritt in Richtung Klassenerhalt machen. Aber vorsichtig: "Mit Bremen kommt ein angeschlagener Boxer", weiß Petersen: "Wir sind aber gut aufgestellt und fit."

js

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 20. Mai 2020 | 17:45 Uhr

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