Fußball | DFB Handspiel-Regel und VAR werden reformiert

Handspiel im Fußball war schon immer eine heikle Angelegenheit. Seit einiger Zeit aber werden sehr viele merkwürdige Handelfmeter gepfiffen. Anschießen aus Nahdistanz gleich Elfer. Das könnte sich nun wieder ändern.

Handspiel von Manfred Starke ,FC Ingolstadt 04 - FSV Zwickau
Zwickaus Manfred Starke (4. v. li.) bekommt den Ball beim Drittliga-Spiel in Ingolstadt an die Hand Bildrechte: imago images/kolbert-press

Die bisher teils umstrittene Auslegung des Handspiels im Strafraum soll in der kommenden Fußball-Saison nicht mehr zu so vielen Diskussionen führen. Bei der Europameisterschaft sei die Auslegung des Handspiels in Anlehnung an das neue Regelwerk beispielhaft gewesen, sagte Lutz Michael Fröhlich, Sportlicher Leiter der Elite-Schiedsrichter und Schiedsrichterinnen, nach dem Schiedsrichterlehrgang in Grassau am Chiemsee.

Hand: Natürliche Bewegung entscheidend

DFB-Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich
DFB-Schiedsrichterchef Lutz Michael Fröhlich Bildrechte: imago images / ActionPictures

"Der neue Regeltext ist jetzt weg von den Formalisten, wo es um Zentimeter und die genaue Armhaltung geht, hin zur Natürlichkeit, welcher Bewegungsablauf ist natürlich und welcher unnatürlich. In diesem Kontext wird künftig Handspiel ausschließlich bewertet", sagte Fröhlich. Bei den Bewertungen von Foulspielsituationen im Strafraum soll es hin zu einer reinen Foulbetrachtung gehen. "Wir wollen nur die Fouls, die eine effektive Wirkung im Spiel haben, geahndet haben", erklärte der DFB-Schiedsrichter-Chef.

VAR: Weniger Eingriffe künftig?

Beim Einsatz des Video-Assistenten (VAR) soll der Referee in seiner Entscheidung "erstmal hoheitlich entscheiden und nur unter der Voraussetzung, klar offensichtlich falsch, bildlich belegt, nachvollziehbar, soll sich der VAR einschalten", sagte Jochen Drees, fachlicher Projektleiter Bereich Video-Assistent beim Deutschen Fußball-Bund.

EURO: "Da können wir nicht mithalten"

Dass bei der EM der VAR-Einsatz als sehr positiv und vor allemschnell nachvollziehbar wahrgenommen wurde, habe einen einfachen Grund: "Wir arbeiten in Köln an den Arbeitsstationen im Moment mit drei Leuten, vor Corona mit vier, die ein Spiel parallel betreuen. Bei der UEFA waren das insgesamt sieben beziehungsweise acht Personen, die sich um ein Spiel gekümmert haben", sagte Drees. In Deutschland sei man schon sehr schnell in den Checks, aber im Vergleich zur EM "können wir da natürlich nicht mithalten".

Entscheidung des Video Assists auf der Anzeigentafel: Kein Strafstoß - Handspiel
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dpa

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 01. August 2021 | 16:30 Uhr

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