Fußball Fußball soll fairer werden: Neue Regeln für die kommende Saison


Der Videobeweis war das Gesprächsthema der Saison. Vor allem die Auslegung der Handspiel-Regel in der Fußball-Bundesliga sorgte bis zum letzten Spieltag für Unmut und stand heftig in der Kritik. Das International Football Association Board (IFAB) hat deshalb Regeländerungen beschlossen, die den Interpretationsspielraum für Schiedsrichter bei Handspielen verkleinern sollen.

Jedes Hand-Tor ist irregulär

Seit 1. Juni gilt: Jedes Tor, das mit der Hand oder dem Arm erzielt wird, ist irregulär - ob Absicht vorliegt oder nicht, spielt dabei keine Rolle. Auch wenn ein Spieler mit der Hand oder dem Arm in Ballbesitz gelangt und sich dadurch einen klaren Vorteil verschafft - also beispielsweise anschließend ein Tor erzielt - soll dies in jedem Fall geahndet werden.

Unabhängig von der Absicht liegt ebenso in der Regel ein Vergehen vor, wenn der Spieler seine Körperfläche unnatürlich vergrößert - etwa bei Armhaltung über Schulterhöhe. Es ist in der Regel kein Handspiel, wenn der Ball vom eigenen Körper oder vom Körper eines anderen Spielers an die Hand oder den Arm springt oder der Spieler sich im Fallen abstützt.

Entscheidung des Video Assists auf der Anzeigentafel: Kein Strafstoß - Handspiel
Bildrechte: imago images / Thomas Bielefeld

Die wichtigsten Änderungen im Überblick

Trainer: In Zukunft können auch Trainer und andere Offizielle genau wie die Spieler mit einer Gelben oder Roten Karte bestraft werden. Kann der Schuldige nicht ausgemacht werden, erhält automatisch der Chef-Trainer die Verwarnung bzw. den Innenraumverweis.

Münzwurf: Bislang durfte der Gewinner des Münzwurfs die Seite auswählen, von der seine Mannschaft spielen wollte. Nun darf der Gewinner zwischen Seitenwahl und Anstoß wählen.

Auswechslung: Um Zeitspiel zu verhindern, muss der ausgewechselte Spieler fortan das Feld an der nächstmöglichen Linie verlassen - das kann Torlinie oder Seitenauslinie sein. Das Abklatschen mit dem Einwechselspieler in Höhe der Mittellinie wird damit seltener.

Mauer: Bei einem Freistoß in Tornähe dürfen sich die Spieler der ausführenden Mannschaft nicht mehr in die Mauer stellen. Sie müssen einen Meter Abstand halten. Vorausgesetzt: Die Mauer besteht aus drei oder mehr Abwehrspielern.

Strafstoß: Der Torhüter muss beim Strafstoß künftig nur noch mit einem Fuß auf Höhe der Torlinie stehen, nicht mehr mit beiden Füßen.

Abstoß/Freistoß: Bisher musste der Ball immer erst den Strafraum verlassen, ehe er von einem Mitspieler berührt werden durfte. Jetzt dürfen Mitspieler ihn auch im Strafraum annehmen. Der Ball ist im Spiel, sobald er mit dem Fuß gespielt wurde und sich eindeutig bewegt. Gegenspieler dürfen allerdings erst außerhalb des Strafraums an den Ball.

Freistoß: Freistöße dürfen auch dann schnell ausgeführt werden, wenn der Schiedsrichter noch eine Gelbe oder Rote Karte zeigen will. Die Verwarnung kann er bei der nächsten Spielunterbrechung nachholen, um somit eine mögliche Torchance nicht zu verhindern.

Schiedsrichter: Der Schiedsrichter ist künftig nicht mehr «Luft». Bislang lief die Partie einfach weiter, wenn der Unparteiische vom Ball getroffen wurde. Fortan gilt: Wird er angeschossen und ändert damit die Spielrichtung bzw. den Ballbesitz oder geht der Ball dadurch sogar ins Tor, gibt es Schiedsrichter-Ball.

Schiedsrichter-Ball: Es erhält künftig das Team den Ball vom Schiedsrichter, das zuletzt in Ballbesitz war.

dpa/cdi

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 07. Juni 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 18. Juli 2019, 14:29 Uhr

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5 Kommentare

08.06.2019 17:11 Zwiebel 12 5

Wenn man den Fussball fairer machen möchte muss vieles verändert werden - zuletzt die Regeln!

08.06.2019 10:41 Ebri 4

Endlich mal paar vernünftige Änderungen!
Es konnten auch noch einige mehr sein,aber
man sollte nie unzufrieden sein.

08.06.2019 09:56 Clubfan_FCM HI 3

Die Regeländerungen haben meiner Meinung nach mal Hand und Fuß. Endlich wurde sich mal angestrengt!

08.06.2019 08:53 Schappio5 2

Klingt ja alles recht gut....nur...was ist mit dieser bescheuerten handregelung im Strafraum? Geht das in der neuen Saison genauso chaotisch weiter?

08.06.2019 06:47 mäxchen spurtefix 1

Fussball war mal ein ganz einfaches spiel. Vier tore, und wenn diese aus schulranzen bestanden, zwei mannschaften und los gings. Mal mit festem torwart, mal ohne (der eigene letzte mann durfte den ball mit der hand spielen). Das einzig strittige von jeher war abseits und nur abseits. Alles andere war übersichtlich. Und nun: Regeln, Regeln und wieder neue Regeln. Auf dem wege diesen sport unübersichtlicher und zukünftig kaputt zumachen. Die 'greise' funktionärskaste will halt ihre daseinsberechtigung beibehalten. Aber durch was kam der erfolg: 'Make it simpel' - schwierig kann jeder.