Fußball | Corona-Pandemie Fußball vor größerem Publikum? Drei Länder reagieren zurückhaltend auf Sachsens Vorstoß

In Sachsen könnten ab September wieder Zuschauer in die Fußballstadien gelassen werden. Deutlich zurückhaltender äußerten sich jedoch die zuständigen Ministerien in Sachsen-Anhalt, Thüringen und Brandenburg auf MDR-Anfrage. Dort müssen sich Fans wohl weiterhin gedulden.

Stadion des 1. FC Magdeburg e. V.
Es braucht noch Geduld, ehe auch ins Stadion des 1. FC Magdeburg wieder ein größeres Publikum darf. Bildrechte: imago/Hans Blossey

Sachsen

Als erstes Bundesland will Sachsen wieder Großveranstaltungen einschließlich Fußball-Spiele mit Zuschauern zulassen. Demnach sollen ab September wieder mehr als 1.000 Personen die Spiele von RB Leipzig, Erzgebirge Aue, Dynamo Dresden und Co. verfolgen können. Volle Stadien wird es aber noch nicht geben, da die Einhaltung von Hygieneregeln und die Kontaktverfolgung nach wie vor gelten, wie Sozialministerin Petra Köpping (SPD) am Dienstag (7. Juli) in Dresden erklärte.

Auch Großveranstaltungen, bei denen Kontaktverfolgung und Einhaltung der Hygieneregeln möglich sind, sollen ab 1. September durchgeführt werden können - das gilt auch für Sportveranstaltungen. Wenn also das möglich ist, dann kann man auch eine bestimmte Anzahl von Gästen für eine Sportveranstaltung haben. Was noch nicht gelten wird, dass das Stadion eben zum Beispiel voll ist.

Petra Köpping, sächsische Gesundheitsministerin Pressekonferenz am 7. Juli

Sachsens Gesundheitsministerin Petra Köpping auf einer Pressekonferenz am 7. Juli 2020
Sachsens Sozialministerin Petra Köpping am Dienstag auf der PK in Dresden. Bildrechte: MITTELDEUTSCHER RUNDFUNK

Sachsen-Anhalt

Anders sieht die Situation in Sachsen-Anhalt aus. Dort wurde Anfang Juli eine neue Eindämmungsverordnung verabschiedet. "Fachkundig organisierte Veranstaltungen mit bis zu 1.000 Personen im Außenbereich" seien zwar möglich, "hingegen sind größere Veranstaltungen bis 31. Oktober 2020 untersagt", teilte das Ministerium für Arbeit, Soziales und Integration in Sachsen-Anhalt auf MDR-Nachfrage mit.

Sollte die Drittliga-Saison im September wieder starten, könnten der Hallesche FC sowie der 1. FC Magdeburg demnach zumindest einen kleinen Teil ihrer Fans wieder ins Stadion lassen. Auch die Bundesliga-Handballer des SC Magdeburg wollen mit Saisonstart ab Oktober wieder vor Publikum spielen. Ab 29. August dürfen laut Landesverordnung in geschlossenen Räumen bis zu 500 Personen vor Ort sein - bis dahin maximal 250 Zuschauer.

Thüringen

In Thüringen tritt ab dem 16. Juli eine neue Corona-Verordnung in Kraft. "Geplant ist, dass ab dem 16. Juli wieder Sportveranstaltungen im Außenbereich mit bis zu 200 Zuschauern möglich sein werden", sagte Felix Knothe, Pressesprecher im Thüringer Ministerium für Bildung, Jugend und Sport, auf MDR-Anfrage. Zuvor müssen die Vereine ein behördlich genehmigtes Hygienekonzept vorlegen, das die Einhaltung der geltenden Regelungen sicherstellt.

Die Verordnung gilt zunächst bis zum 30. August. Darüber hinaus wurden noch keine weitergehenden Regelungen getroffen. Zuschauer im Hallensport müssen sich dagegen weiter gedulden. Grundsätzlich sei es aber das Ziel, "ab Anfang September Zuschauer in allen Sportarten, also auch im Indoorsport, wieder zuzulassen", so Knothe.  

Brandenburg

Das Land Brandenburg hatte am Dienstag (7. Juli) das Verbot von Großveranstaltungen verlängert. Demnach werden vorerst bis Ende Oktober keine Sport-Events mit mehr als 1.000 Zuschauern stattfinden. Davon betroffen wäre auch Regionalligist FC Energie Cottbus. Brandenburgs Staatssekretärin Anna Heyer-Stuffer erklärte dazu: "Die Pandemie ist noch nicht vorbei. Bei Großveranstaltungen mit tausenden Personen werden erfahrungsgemäß Abstands- und Hygieneregeln nicht beachtet. Das Infektionsrisiko ist hier besonders hoch. Zu unser aller Schutz ist die Verschiebung von Großveranstaltungen auf einen späteren Zeitpunkt geboten."

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jsc/mze

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 07. Juli 2020 | 19:30 Uhr

2 Kommentare

Zeitgeist vor 3 Wochen

Was interessiert mich der Geld - Fußball? Diese Berufssportler verhungern nicht.
Ich denke da gibt es wichtigere Sachen. Bus und Bahn oder Einkaufsbummel ohne M - Schutz. Weiter Tanz, Musik, Kultur ! An fast jeder Ecke gehen nun die Preise hoch. Ob für Lebensmittel, Tageszeitung, bald auch Fahrpreise im Nahverkehr.
Oder Rundfunkgebühr, selbst der Friedhof hat bei der Nutzungsgebühr
für ein Urnengrab in der Jahresgebühr von 50,00 € gleich mal auf 75 € erhöht.
Die Unterhaltungsgebühr zum Grab von jährlich satte 25 € kommt noch dazu.

Thommi Tulpe vor 3 Wochen

Nicht "nur" drei Länder reagieren "zurückhaltend". Von Gefahren für die Gesundheit der Zuschauer in Zeiten, wo COVID-19 noch akut existend ist, abgesehen, sieht auch das Fan-Bündnis "ProFans" solchen Schritt kritisch: "Viele von uns ..." Fans "... sagen: Wenn nicht alle reinkommen, dann geht gar keiner rein." (Sprecher Sig Zelt gegenüber dem SID/ Quelle: ARD-Text vom 8. Juli, Seite 210)