Fußball | Bundesliga Gegnercheck Bayer Leverkusen: Wie stark ist die Werkself ohne Havertz?

2. Spieltag

Bayer Leverkusen: Das steht für Talentschmiede, Hochgeschwindigkeitsfußball und Spektakel. Trotz des Abgangs von Spielmacher Kai Havertz steht der Einzug ins europäische Geschäft auch in dieser Saison an oberster Stelle. Gegen Mitbuhler RB Leipzig können die Rheinländer dabei auf die Dienste eines Ex-RB-Kickers bauen. Die Werkself im Gegnercheck.

Lars Bender, Leverkusen
Bildrechte: imago images/Jan Huebner

Platzierung letzte Saison

5. Platz, 63 Punkte, 61:44 Tore
(RB Leipzig: 3. Platz/66/81:37)

Aktuelle Lage

Die vergangene Spielzeit wird Bayer Leverkusen noch arg in den Knochen stecken. Nachdem man im Saisonendspurt die Champions-League-Ränge hauchdünn verpasste, stand nur kurz darauf das Final-Turnier in der Europa-League auf dem Programm. Ein knappes 2:1 im Viertelfinale gegen Inter Mailand besiegelte jedoch das Aus.

Viel Zeit zum Regenerieren blieb also nicht. Trotz der schwer ins Kontor schlagenden Abgänge von Spielmacher Kai Havertz und Sturmtank Kevin Volland steht das personelle Grundgerüst der Werkself aber weiter auf soliden Füßen. Um die Meisterschaft werden die Leverkusener zwar auch in dieser Spielzeit nicht mitspielen, im Kampf um die Champions-League-Plätze dürften die Rheinländer aber wie gewohnt ein Wörtchen mitsprechen. 

Letzter Auftritt

Etwas überraschend war es schon, dass ausgerechnet Bayer Leverkusen an der ersten Nullnummer dieser Bundesliga-Saison beteiligt war. Schließlich steht die Werkself seit Jahren für spektakulären Offensivfußball – sowohl vorne als auch hinten klingelte oft es in schöner Folge. Zum Saisonauftakt mühte sich das Team von Trainer Peter Bosz jedoch vergeblich gegen den VfL Wolfsburg ab. In einer ausgeglichenen Partie hatte Bayer etwas mehr vom Spiel, der Gegner hingegen die besseren Torchancen. Die Leverkusener starteten damit erstmals seit elf Jahren mit einem Remis in die Bundesliga-Saison.

Moussa Diaby gegen Maximilian Arnold
Gegen den VfL Wolfsburg sprang zum Saison-Auftakt nur ein Remis heraus. (Archiv) Bildrechte: imago images/Sven Simon

Transfers

Ohne Frage: Der letztlich unvermeidbare Abgang von Spielmacher und Kapitän Kai Havertz schmerzt. Der 21-Jährige war in den letzten Jahren Dreh- und Angelpunkt des Bayer-Spiels. Sein Wechsel in die Premier League zum FC Chelsea (und Timo Werner) für kolportierte 100 Millionen Euro machte ihn nicht nur zum teuersten deutschen Fußballer aller Zeiten, sondern spülte auch frisches Geld in die Kassen der Werkself. Zudem wurde Stürmer Kevin Volland für knapp 15 Millionen Euro zur AS Monaco transferiert. 

Ein Teil der Einnahmen wurde sogleich reinvestiert. Mit Patrik Schick schnappten sich die Leverkusener einen torgefährlichen Stoßstürmer und stachen dabei niemand geringeres als RB Leipzig aus. Die Sachsen hatten den Tschechen bis vor kurzem ausgeliehen, stiegen im Vertragspoker mit Schicks Stammverein, der AS Rom, am Ende jedoch aus.

Kevin Volland Leverkusen und Kai Havertz Leverkusen
Rekordtransfer: Kai Havertz (re.) wechselte für etwa 100 Millionen Euro auf die Insel. Bildrechte: imago images / Poolfoto

Die Lücke, die Havertz' Abgang hinterlassen hat, wird kaum zu füllen sein. Mit Florian Wirtz haben die Rheinländer aber bereits das nächste Juwel in der Hinterhand. Der 17-Jährige schnupperte bereits in der abgelaufenen Saison Bundesliga-Luft und wusste zu überzeugen. Mit Innenverteidiger Tin Jedvaj und Mittelstürmer Joel Pohjanpalo kehrten zudem zwei erfahrene Akteure nach Leihgeschäften zurück.   

Der Trainer

Sportdirektor Simon Rolfes (Leverkusen), Trainer Peter Bosz ( Leverkusen) und Trainer Julian Nagelsmann (RB Leipzig).
Peter Bosz (mi.) und Julian Nagelsmann (re.) im Gespräch. (Archiv) Bildrechte: PICTURE POINT / Roger Petzsche

Peter Bosz geht in seine dritte Spielzeit als Chefcoach der Leverkusener. Zuvor war der Niederländer unter anderem bei Borussia Dortmund und Ajax Amsterdam. Bosz steht in der Bundesliga wie kein zweiter Trainer für Spielfreude und Offensivgeist. Der 56-Jährige setzt auf aggressives Gegenpressing und lässt sehr hoch verteidigen, oft geht es per Flachpassspiel schnell vorne. Seine präferierte 4-3-3-Taktik geht aber auch immer wieder zu Lasten der Defensive. Letzte Saison hagelte es 44 Gegentore.

Bilanz gegen RB Leipzig

"Angstgegner" trifft es ganz gut. Leverkusen hat historisch gegen keinen Verein eine schlechtere Bundesliga-Bilanz als gegen RB. In acht Duellen ging Leipzig vier Mal als Sieger vom Platz, Bayer gewann nur eine einzige Partie. Vor heimischer Kulisse hat die Werkself sogar noch nie gegen RB gewonnen und kassierte im Schnitt die meisten Gegentore (2,5 pro Partie). In der vergangenen Saison trennten sich beide Kontrahenten jeweils Unentschieden mit 1:1. Beide Male ging Leverkusen in Führung, beide Male gelang RB der Ausgleich.

Voraussichtliche Aufstellungen

Hradecky – L. Bender, S. Bender, Tapsoba, Sinkgraven – Aranguiz – Wirtz, Demirbay - Bellarabi, Alario (Schick), Diaby

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