Fußball | Bundesliga Robert Lewandowski: Corona "half" bei der Genesung

Ausgerechnet ein Virus sorgte dafür, dass Robert Lewandowski Zeit bekam, um seine Schienbeinverletzung auszukurieren. Nun ist der Torjäger schon seit einem Monat wieder voll bei der Sache.

Torjubel Robert Lewandowski
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Es gab da einen Moment, ab dem in dieser Bundesliga-Saison irgendetwas nicht mehr richtig stimmte. Schon vor der Ausbreitung des Coronavirus: Am 29. Februar trat der FC Bayern München bei 1899 Hoffenheim an. Es war ein Spiel, das in die Geschichtsbücher einging, einfach deshalb, weil es gar kein richtiges Fußballspiel, kein richtiger Wettkampf war, zumindest nicht über die volle Distanz. Nachdem Schmäh-Plakate gegen Hoffenheims Mäzen Dietmar Hopp aufgetaucht waren, entschieden sich beide Mannschaften, nach einer längeren Unterbrechung - es stand zu diesem Zeitpunkt schon 6:0 für Bayern - das Spiel kampflos mit bloßem Ballgeschiebe zu beenden.

Maschine Lewandowski zeigte sich als Mensch

Doch noch etwas war seltsam an diesem Tag - zumindest aus Sicht des FC Bayern: Robert Lewandowski fehlte. Der Pole hatte sich wenige Tage zuvor im Champions-League-Spiel beim FC Chelsea (3:0) eine Schienbeinverletzung zugezogen. Ausgerechnet Lewandowski, der eigentlich immer da ist, der stets abliefert wie eine Maschine (25 Tore in 23 Saisonspielen), zeigte sich nun als verletzlicher Mensch.

Das Schlimmste wurde befürchtet: Ausgerechnet in den entscheidenden Wochen im Kampf um die deutsche Meisterschaft drohte Lewandowski auszufallen - darunter auch im Topspiel bei Borussia Dortmund.

Doch dann kam alles ganz anders. Corona unterbrach die Saison. Ausgerechnet ein Virus sorgte dafür, dass Lewandowski Zeit bekam, um seine Verletzung auszukurieren. Nun ist der Torjäger schon seit einem Monat wieder voll bei der Sache: zunächst nur auf Abstand zu seinen Mannschaftskollegen, mittlerweile auch bei Zweikämpfen. Heißt: Wenn die Bundesliga am Wochenende ihren Neustart wagt, wird er wieder zur Verfügung stehen.

Münchens Robert Lewandowski bejubelt sein Tor zum 0:5.
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Lewandowski kann nun entscheidende Phase prägen

Geht nun alles glatt, kann Lewandowski, der in der vergangenen Woche Vater einer zweiten Tochter wurde, die entscheidende Phase der Meisterschaft nun doch prägen: Erst am Sonntag bei Union Berlin (Anstoß: 18 Uhr), danach unter anderem beim Klassiker in Dortmund. "Ich fühle mich besser als je zuvor, weil ich in den zwei Monaten noch spezifischer als sonst an meiner körperlichen Fitness arbeiten konnte", sagte der 31-Jährige.

Übrigens, Lewandowski ist nicht der Einzige, für den die grundsätzlich tragischen Umstände der Pandemie persönlich betrachtet auch eine positive Seite haben, der gewissermaßen Glück im Unglück hat. Richtig glücklich sind sie unter anderem in Leverkusen: Sven und Lars Bender, Nadiem Amiri und Lucas Alario fehlten der Werkself vor dem Beginn der Zwangspause verletzt, jetzt könnten sie für den Neubeginn am Montag bei Werder Bremen eine Option sein. Bremen wiederum darf hoffen, dass Philipp Bargfrede und Ömer Toprak im den restlichen neun Spielen noch eingreifen können. Bargfrede und Toprak hätten bei normalem Saisonverlauf wohl nicht mehr zur Verfügung gestanden. Ebenso wenig Kevin Kampl: Nun aber ist der Leistungsträger von RB Leipzig, der bislang nur auf 193 Saisonminuten in der Liga kam, nach immerhin acht Wochen Spielpause für den Wiederbeginn am Samstag gegen den SC Freiburg einsatzbereit.

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mze (mit Agenturen)

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 17. Mai 2020 | 15:30 Uhr

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