Fußball | Bundesliga M’gladbach: Selbstbewusst, spielstark, nicht ohne Probleme

6. Spieltag

Nach so einer deftigen 0:5-Klatsche in der Champions League käme RB Leipzig ein verunsichertes Team aus dem Bundesliga-Tabellenkeller als Aufbaugegner wirklich recht. Nur: Borussia Mönchengladbach ist nichts davon. Allerdings ganz ohne Probleme ist das Team von Marco Rose auch nicht unterwegs.

Fußballspieler jubeln
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Bilanz letzte Saison

4. Platz, 65 Punkte, 66:40 Tore
(RB Leipzig: 3. Platz/66/81:37)

Die Gladbacher gehörten letzte Saison zu Leipzigs ärgsten Konkurrenten um ein Champions-League-Ticket. Letztlich landeten sie in der Abschlusstabelle hinter RB - mit nur einem Punkt Rückstand. In der europäischen Königsklasse durften sie trotzdem starten.

Bilanz gegen RB Leipzig

RB Leipzig ist so etwas wie der Angstgegner der Borussia. In bislang acht Duellen gelang kein einziger Sieg. Dafür setzte es fünf Niederlagen. Die Partien der vergangenen Saison:

Gladbach – RB 1:3 (drei Werner-Tore)
RB – Gladbach 2:2 (BMG führte zur Pause 2:0)

DFB-Pokal, 1. Runde

Klare Sache: Gladbach besiegte den Regionalligisten FC Oberneuland mit 8:0 (5:0).

Saisonstart 2020

1.         Spieltag: BVB – Gladbach 3:0
2.         Spieltag: Gladbach – Union 1:1
3.         Spieltag: Köln – Gladbach 1:3
4.         Spieltag: Gladbach – Wolfsburg 1:1
5.         Spieltag: Mainz – Gladbach 2:3

Yann sommer BMG Borussia Mönchengladbach und Patrik schick,  RB Leipzig, Tor zum 1:2
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Champions League

Inter Mailand – Gladbach 2:2
Gladbach – Real Madrid 2:2

Problem: die Schlussphase

Späte Gegentore und dadurch Punktverluste waren zum Ende der letzten Saison ein Ding der Leipziger. Aktuell tragen die Gladbacher dieses Problem mit sich herum. In der Champions League hat das fast schon tragische Dimensionen: Gegen Inter Mailand fiel das 2:2 in der 90. Minute. Und gegen Real führte Gladbach schon 2:0, kassierte in der 87. Minute und in der dritten Nachspielminute aber noch zwei Tore. In der Bundesliga hatte es gegen Wolfsburg spät geklingelt: Das 1:1 war in der 85. Minute gefallen. 

Transfers (Auswahl)

Die Borussia musste im Sommer keinen Leistungsträger gehen lassen. Mit Raffael hat zwar ein namhafter Stürmer den Klub verlassen. Aber der jetzt 35-jährige Brasilianer hatte sich gegen die jüngere interne Konkurrenz längst nicht mehr durchsetzen können.

Umstrittener Toptransfer: Hannes Wolf

Hannes Wolf kam im Sommer von RB Leipzig nach Gladbach. Er hatte bereits bei Red Bull Salzburg unter Trainer Marco Rose gespielt, und das erfolgreich. Sein Jahr in Leipzig begann jedoch mit einer Verletzung, die er sich in der österreichischen U21 zugezogen hatte. Danach fand er nicht wieder zur alten Leistungsstärke zurück, sondern "glänzte" ausschließlich auf Instagram, beschwerte sich über seine Nichtberücksichtigung und trat nach dem Wechsel zu BMG nach. Gladbach und Rose setzten dennoch große Hoffnung auf ihn. Mehr als Kurzeinsätze ohne Torbeteiligung erarbeitete sich Wolf bislang aber auch hier nicht.

Hannes Wolf und Marco Rose
Hannes Wolf und Marco Rose als Salzburger Bildrechte: imago images / GEPA pictures

Starke Angreifer

Bester Scorer ist derzeit Mittelfeldspieler Jonas Hoffmann mit vier Toren und fünf Vorlagen. Gut drauf ist aber auch Marcus Thuram, der gegen Real Madrid beide Tore erzielt hat und von RB-Trainer Nagelsmann explizit gewürdigt wurde. "Er ist körperlich ein Riesentier mit über 1,90 m. Trotzdem ist er unglaublich schnell. Er hat einen guten Riecher vor dem Tor und sehr gute Laufwege", schwärmte der Coach.

Marcus Thuram gegen Real Madrid
Marcus Thuram im Spiel gegen Real Madrid Bildrechte: imago images / Laci Perenyi

Ausfälle

Große Ausfälle hat Marco Rose derzeit nicht zu beklagen. Defensivspieler Denis Zakaria hat seine Knieverletzung aus der letzten Saison zwar überwunden, hat aber noch zu großen Trainingsrückstand. Dafür könnte aber Valentino Lazaro nach seinem Muskelbündelriss nun gegen RB Leipzig sein Comeback geben. Der Österreicher wurde im Sommer von Inter Mailand ausgeliehen und war nach Hannes Wolf Gladbachs zweitwichtigste Verpflichtung.

Der Trainer

Der gebürtige Leipziger Marco Rose geht in seine zweite Saison am Niederrhein. Hier will er den Pressing-Fußball mit Ballbesitz verbinden. Der Einzug in die Champions League und eine wochenlange Tabellenführung sorgten für viel Begeisterung über den Sachsen, der in einer Fußball-WG mit seinem Co-Trainer lebt: Alexander Zickler, früherer Stürmer von Dynamo Dresden. Mit Rose hat Manager Eberl  einen Coach gefunden, der den im Borussia-Park immer noch höchst verehrten Lucien Favre vergessen gemacht hat.

Marco Rose
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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | Sport im Osten | 01. November 2020 | 15:25 Uhr

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