Fußball | Bundesliga TSG Hoffenheim: Suche nach einem neuen Nagelsmann

Der letzte Auswärtsauftritt von Union Berlin führt die Köpenicker am Samstag (15:30 Uhr) in den idyllischen Kraichgau. Bei der TSG Hoffenheim ist es mit der Idylle aber gerade nicht ganz so weit her. Denn ein neuer Trainer muss überraschend her.

Torjubel des Torschützen Serge Gnabry (TSG 1899 Hoffenheim), Jubel und Freude bei Trainer Julian Nagelsmann (TSG 1899 Hoffenheim), Co-Trainer Alfred Schreuder (TSG 1899 Hoffenheim), 2017
V. li.: 2017 freuten sich Julian Nagelsmann und Alfred Schreuder über einen Treffer von Serge Gnabry (re.) Bildrechte: imago/Hartenfelser

Manche Eilmeldungen sind erwartbar, diese nicht: Am 9. Juni verkündete die TSG Hoffenheim die sofortige Trennung von Cheftrainer Alfred Schreuder. Angedeutet hatte sich diese nicht, zumal die Kraichgauer auf Europa-League-Kurs waren.

Ausschlaggebend waren nach Klubangaben "Differenzen bei der Zukunftsplanung". Aber schon die aktuelle Saison wurde dem Niederländer, einst bei 1899 Assistent von Julian Nagelsmann (heute RB Leipzig), zum Verhängnis. Die negative Heimbilanz mit acht Niederlagen verhagelte die Stimmung, oft gab es schon früh die ersten Pfiffe. Rund 1.500 Zuschauer weniger kamen. Als Schreuder dann in Düsseldorf mit vier Innenverteidigern die Abwehr montierte, musste er zum Rapport bei Sportchef Rosen. Es folgte die Trennung, zumal Schreuder aus den Niederlanden das Einmischen in sportliche Belange nicht gewohnt war. Dass er während der Saison immer wieder Neuzugänge gefordert hatte, kam auch nicht gut an. Und da war dann noch die Personalie Sebastian Rudy: Der WM-Teilnehmer von 2014 sollte nach dem Willen des allmächtigen Patrons Dietmar Hopp nach einer Leihe wieder zurück zu Schalke 04 gehen. Schreuder hätte ihn gerne behalten.

Alfred Schreuder (Archivbild)
Alfred Schreuder Bildrechte: imago images/MIS

Nun bildet eine Art sechsköpfiges Konsortium das Trainerteam - einmalig in der Bundesliga-Geschichte. Mit dabei ist Rosen, der die A-Lizenz besitzt, sowie dieses Quintett: Der bisherige Schreuder-Assistent Matthias Kaltenbach, Torwarttrainer Michael Rechner, Videoanalyst Timo Gross sowie Marcel Rapp und Ex-Profi Kai Herdling aus der klubeigenen Akademie. Offizieller Cheftrainer ist Kaltenbach. Rosen spricht von einer "Lösung made in Hoffenheim".

Interimstrainer Matthias Kaltenbach mi., TSG 1899 Hoffenheim jubelt zum Tor zum 1:3
Matthias Kaltenbach (Mi.) fungiert offiziell als Cheftrainer. Bildrechte: imago images / Poolfoto

Für die neue Saison kündigt er aber eine externe Lösung an. Wichtig dabei: Er soll keinen abwartenden, sondern einen aggressiven Fußball bevorzugen. Und er soll über ein hohes Maß an Charisma verfügen. Eine Art Julian Nagelsmann 2 könnte man meinen. Vor dieser Saison war man lange am gebürtigen Leipziger Marco Rose dran. Der entschied sich dann für Gladbach - und die TSG setzte auf den ehemaligen Nagelsmann-Assistenten, der gerade bei Ajax Amsterdam arbeitete.

Taktisch könnte sich Union am Samstag (15:30 Uhr/Live-Ticker in der SpiO-App) einer Dreierkette in der Abwehr gegenüber sehen. Besonders aufpassen müssen die Berliner auf die Stürmer Munas Dabbur (Doppeltorschütze beim 3:1 in Augsburg) und den wieder genesenen kroatischen Vize-Weltmeister Andrej Kramaric. Im Mittelfeld zieht übrigens auch unter dem neuen Trainerteam Sebastian Rudy die Fäden.

v.l.: Torwart Peter Gulacsi (1, RB Leipzig) stoppt Munas Dabur (10, Hoffenheim).
Munas Dabbur (Mi.) , hier beim letzten Heimspiel gegen RB Leipzigs Schlussmann Peter Gulacsi. Am Ende hieß es 0:2. Bildrechte: Markus Gilliar/GES/Pool

cke

Dieses Thema im Programm: MDR AKTUELL | 20. Juni 2020 | 15:30 Uhr