Fußball | Nationalmannschaft Hansi Flick beerbt Joachim Löw als Bundestrainer

Hansi Flick wird neuer Bundestrainer. Der 56-Jährige tritt im Sommer die Nachfolge von Joachim Löw nach der Europameisterschaft an. Flick war von 2006 bis 2014 bereits Co-Trainer der Nationalmannschaft und erhält einen Vertrag bis 2024.

Hans Dieter Flick
Hansi Flick wird nach der Europameisterschaft im Sommer die sportlichen Geschicke bei der deutschen Nationalmannschaft übernehmen. Bildrechte: IMAGO / Sven Simon

Was sich seit Wochen bereits andeutete, ist nun offiziell: Hansi Flick wird neuer Bundestrainer. Wie der Deutsche Fußball-Bund (DFB) am Dienstag (25. Mai) mitteilte, wird der 56-Jährige nach der Europameisterschaft (1. Juni bis 11. Juli) die Nachfolge von Joachim Löw antreten, der nach 15 Jahren als Cheftrainer der DFB-Auswahl aus dem Amt scheidet. Flick erhält einen Vertrag bis 2024 und soll nach der WM 2022 in Katar die Nationalmannschaft auch noch bei der Europameisterschaft im eigenen Land betreuen.

Flicks "Vorfreude ist riesig"

"Es ging jetzt doch alles auch für mich überraschend schnell mit der Unterschrift, aber ich bin sehr glücklich, ab dem Herbst als Bundestrainer tätig sein zu dürfen. Meine Vorfreude ist riesig, denn ich sehe die Klasse der Spieler, gerade auch der jungen Spieler in Deutschland. So haben wir allen Grund, die kommenden Turniere, zum Beispiel die Heim-EM 2024, mit Optimismus anzugehen", erklärte Flick in einem ersten Statement.

Vertragsauflösung bei Bayern München

Hansi Flick und Julian Nagelsmann
RB Leipzigs Trainer Julian Nagelsmann trifft Flicks Nachfolge bei Bayern München an. Bildrechte: imago images/Sven Simon

Flick hatte im November 2019 den FC Bayern München übernommen und mit dem deutschen Rekordmeister eine ungeahnte Erfolgsgeschichte geschrieben. Insgesamt holte der gebürtige Heidelberger in seiner Zeit als Cheftrainer der Münchner sieben Titel, darunter das "Triple" bestehend aus Meisterschaft, DFB-Pokal und Champions League. Der Erfolgscoach hatte die Bayern zum Ende der Saison um Auflösung seines bis 2023 laufenden Vertrages gebeten. Der Klub erfüllte ihm diesen Wunsch und hat in Julian Nagelsmann von RB Leipzig bereits einen Nachfolger verpflichtet.

Flicks Rückkehr an alte Wirkungsstätte

Für Flick ist das Amt als Nationaltrainer die Rückkehr an eine alte Wirkungsstätte. Von 2006 bis zum WM-Triumph 2014 unter Löw fungierte er bereits als Co-Trainer der DFB-Elf. Danach war er zunächst ins Amt des Sportdirektors gewechselt. 2017 verließ der ehemalige Bayern-Profi überraschend den Verband, um sich eine Auszeit zu nehmen. Ein halbes Jahr später wurde er Geschäftsführer bei der TSG Hoffenheim - das Projekt währte aber nur einige Monate.

Erste Bewährungsprobe im September

Für die DFB-Elf stand Flick bereits schon einmal als verantwortlicher Coach bei einem wichtigen Länderspiel an der Seitenlinie. Als Löw im EM-Viertelfinale 2008 von der UEFA gesperrt war, gewann die Nationalmannschaft mit ihm als Aushilfscoach in Basel 3:2 gegen Portugal. Die ersten Länderspiele als richtiger Chef stehen für Flick nun in der WM-Qualfikation im September gegen Liechtenstein, Armenien und Island an. Es folgen in diesem Jahr noch je zwei weitere Pflichtspiele im Oktober und November.

Hansi Flick und Joachim Löw
Flick gewann als Co-Trainer von Joachim Löw 2014 in Brasilien den Weltmeistertitel. Bildrechte: IMAGO / Eventpress

Bierhoff: "Zurück an die Weltspitze"

DFB-Direktor Oliver Bierhoff zeigte sich "sehr stolz, dass es uns gelungen ist, Hansi Flick für den Posten des Bundestrainers zu verpflichten. Er stand von Anfang an ganz oben auf meiner Wunschliste. Die menschlichen und fachlichen Qualitäten von Hansi Flick kenne und schätze ich seit unseren vielen gemeinsamen erfolgreichen Jahren bei der Nationalmannschaft." Für Bierhoff, der von zügigen Vertragsgesprächen berichtete, war vor allem wichtig, "noch vor Beginn der Europameisterschaft Klarheit zu schaffen. Wir haben ein großes gemeinsames Ziel: zurück an die Weltspitze."

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red/dpa/sid

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Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 25. Mai 2021 | 17:30 Uhr

26 Kommentare

Maza vor 3 Wochen

Darum hatte ich den MDR auch um einen Artikel zu diesem Thema gebeten, damit man mal etwas aufgeklärt wird. Es wurden ja auch schon Fussballmannschaften mit Geldstrafen belegt, weil eine Person im Stadion Dinge gerufen hat,die nicht " Okay " waren.

Tamico161 vor 3 Wochen

Zum Glück hat diese International Mannschaft Tradition! Der Klüngel geht weiter und weiter und weiter, man kennt dich eben und ich hoffe das das Interesse für diese völlig überbezahlte Rumpeltruppe endet!

MikeS vor 3 Wochen

Lieber MDR,
Ursache war nicht das Wortgefecht mit dem 4. Offiziellen, sondern das unsportliche Wortgefecht mit seinem Trainerkollegen. Als die Situation zu eskalieren drohte wurden diese vom 4. Offiziellen aufgefordert, sich zu setzen - was bei einem solchen Verhalten durchaus legitim ist, denn es war kein Coachen mehr.