Fußball | Interview RB-Coach Nagelsmann: "Sind voll im Soll"

Knapp ein Drittel der Bundesliga-Saison ist vorbei und erneut steht eine Länderspielpause bevor. Eine gute Gelegenheit für "Sport im Osten" RB-Chefcoach Julian Nagelsmann um ein Zwischenfazit zu bitten. Der 32-Jährige hatte im Sommer das Trainer-Amt von Ralf Rangnick übernommen. Seither mischen die Rasenballer neben der Bundesliga auch im Pokal und in der Champions League erfolgreich mit.

RB-Trainer Julian Nagelsmann
Bildrechte: imago images/ITAR-TASS

Julian Nagelsmann hat sich seit seiner Ankunft in Leipzig gut eingelebt und auch sportlich läuft es bestens: In der Bundeliga steht RB nach 11. Spieltagen auf dem zweiten Tabellenplatz und damit sogar vor Rekordmeister Bayern München. In der Champions League sind die Sachsen sogar Spitzenreiter ihrer Gruppe. Auch im DFB-Pokal hat der Finalist der letzten Saison die Runde der letzten 16 erreicht. Nagelsmann sieht sich daher "insgesamt voll im Soll", obwohl es auch schon eine kleine Leistungsdelle in der Bundeliga (1:1 gegen Leverkusen und Wolfsburg, 1:2-Niederlage in Freiburg) gab. Für den Fußballlehrer allerdings kein Grund nervös zu werden.

"Sitze fest im Sattel"

"Wenn irgendwann mal der Zeitpunkt kommt und wir Spiele nicht gewinnen und ich keine Ahnung habe, woran es liegt, dann werde ich wahrscheinlich auch sehr nervös. Da ist man schon mal ein bisschen hibbelig. Man sieht, es ist jetzt vier Spieltage später, obwohl es nur zwei in der Liga waren, einer im Pokal und einer in der Champions League. Jetzt sind wir wieder das Top-Team, aber das ist die schnelllebige Fußball-Welt. Vor drei Wochen war ich im Ranking in der 'Bild'-Zeitung, der am schnellsten entlassene Trainer hinter Nico Kovac auf Platz zwei. Jetzt bin ich wahrscheinlich wieder auf Platz 18 oder 17 und sehr fest im Sattel."

Nagelsmann ist bemüht, die Kommunikation im Fußballgeschäft um seine Person und den damit entstehenden Druck auszublenden. Er habe viele Dinge im Leben, die ihn auch außerhalb des Fußballs begeistern. In seinem Job als Trainer ist er aber natürlich auf die Spieler angewiesen. Vor allem bei Misserfolgen, wie es zuletzt Niko Kovac beim FC Bayern erfahren musste, kann das auch zum Problem werden.

"Die Spieler-Macht ist außergewöhlich hoch"

"Du hast keine Chance, wenn die Spieler auch nicht für dich spielen. Natürlich spielen sie viel für sich aber die letzten 4-5 Prozent, die dann auf dem Niveau entscheidend sind, Spiele zu gewinnen oder eine Runde weiterzukommen. Und wenn es dann anstrengend wird, dann schaut ein Spieler auch mal raus und sagt, laufe ich jetzt für den da draußen mit oder laufe ich nicht mit. Und wenn sie nicht für dich mitlaufen, dann kannst du schon mal deinen Rollkoffer packen."

"Pep" oder Klopp?

Ob Nagelsmann noch im regelmäßigen Kontakt mit Ralf Rangnick steht und welches Trainer-Vorbild der Bayer hat sowie welche Ziele bis zur Winterpause anstehen, können Sie im nachfolgenden Interview erfahren.

red

Dieses Thema im Programm: MDR FERNSEHEN | MDR aktuell | 11. November 2019 | 19:30 Uhr

Zuletzt aktualisiert: 12. November 2019, 14:06 Uhr

1 Kommentar

kleinerfrontkaempfer vor 19 Wochen

Klare + sachliche Meinung über das knallharte Profifußballgeschaft.